Vernetzung über Internet­platt­formen kann Chancen für den beruflichen Wiedereinstieg eröffnen

Kontakte knüpfen, sich fachlich austauschen, Stellenangebote finden: Das bieten virtuelle berufliche Netzwerke im Internet. Viele Wiedereinsteigerinnen lassen diese Chancen jedoch noch ungenutzt. Um das zu ändern, veranstaltet das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Internetnetzwerk XING entsprechende Trainings. Die eigens eingerichtete XING-Gruppe Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege ermöglicht den Austausch zu Themen rund um den beruflichen Wiedereinstieg.

Foto: Frau arbeitet an Laptop

Soziale Netzwerke im Internet machen es möglich: Wiedereinsteigerinnen können dort schnell sowie zeitlich und örtlich flexibel relevante Kontakte knüpfen, um eigene berufliche Ziele zu verwirklichen. Außerdem finden sie auf berufsbezogenen Social-Media-Plattformen oft interessante Jobangebote. Auf immerhin gut zwölf Prozent ist der Anteil der offenen Stellen geklettert, die in Social-Media-Communitys veröffentlicht werden. Zum Vergleich: Rund 16 Prozent der vakanten Posten werden in einer Zeitung oder Zeitschrift beworben.

Wer Mitglied in einem virtuellen sozialen Netzwerk wird, legt zunächst ein Profil mit Informationen zur eigenen Person oder zum eigenen Unternehmen an und kann sich anschließend mit anderen aus der Gemeinschaft vernetzen, die dann in der eigenen „Kontakte-Liste“ erscheinen. Über eine Suchfunktion können Mitglieder andere finden, die etwas bieten, das sie interessiert und Kontakt aufnehmen. Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Stellen zu besetzen haben, nutzen diese Möglichkeit zunehmend: 16,2 Prozent suchen im berufsbezogenen Internet-Netzwerk XING und 4,1 Prozent bei LinkedIn nach passendem Personal. Das ergab eine repräsentative Befragung von Großunternehmen durch das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der Monster Worldwide Deutschland GmbH.

Netzwerktrainings für erfolgreiches berufliches Netzwerken im Internet

Damit Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen möchten, der Sprung in diese digitale Vernetzungswelt gut gelingt, bietet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit XING in vielen deutschen Großstädten Netzwerktrainings an. XING ist in Deutschland eines der bekanntesten berufsbezogenen sozialen Netzwerke. Die Basisfunktionen der Plattform stehen Mitgliedern kostenlos zur Verfügung.

Im XING-Netzwerktraining erleben die Frauen anschaulich, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, die das virtuelle berufliche Netzwerk bietet. Ein professionelles Porträt der eigenen Person auf der Plattform ist Grundlage für eine erfolgreiche Vernetzungsarbeit. Viele Teilnehmerinnen finden es jedoch schwierig, sich professionell selbstbewusst darzustellen, so dass Tipps und Anleitungen der Trainerin dazu sehr willkommen sind. Die bereits stattgefundenen Trainings zeigten: zahlreiche Frauen haben Bedenken bezüglich der Sicherheit in virtuellen sozialen Netzwerken. Die Trainerin vermittelt daher Informationen, wie die eigenen Daten gut zu schützen sind. Basiswissen über die Sicherheit in sozialen Netzwerken finden interessierte Wiedereinsteigerinnen auch auf der Website es Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Termine für weitere Netzwerktrainings werden jeweils aktuell auf der perspektive-wiedereinstieg.de-Startseite bekannt gegeben.

XING-Gruppe: Wiedereinsteigerinnen tauschen sich aus

Im Netzwerktraining stellte die Seminarleiterin auch die XING-Gruppe Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege vor. Dort treffen sich Frauen, die nach einer familienbedingten Pause wieder ins Berufsleben einsteigen wollen oder diesen Schritt kürzlich getan haben. Sie diskutieren - von Fachfrauen moderiert - Themen rund um den Wiedereinstieg wie Jobsuche, Kinderbetreuung oder Fördermöglichkeiten.

Über thematisch passende Gruppen informieren

Soziale Netzwerke im Internet bieten zumeist eine Vielzahl von Gruppen, die sich zu branchenspezifischen oder allgemein berufsrelevanten Themen austauschen. Für berufliche Wiedereinsteigerinnen kann es zielführend sein, zusätzlich zur Teilnahme an der Wiedersteigerinnen-Gruppe zu schauen, welche passenden Themengruppen es für sie gibt und sich dort ebenfalls in die Diskussion einzubringen. Die Gruppen können dabei helfen, berufliche Interessen auszuloten und eventuell spannende Arbeitsfelder für sich zu entdecken.

Hintergrund:

Das Statistische Bundesamt ermittelte 2012, dass Frauen aller Altersgruppen häufiger als Männer über soziale Netzwerke kommunizieren. Sie nutzen multifunktionale Plattformen wie Facebook, wer-kennt-wen, stayfriends oder Google+, auf denen sich Menschen zu verschiedenen Themen präsentieren, kontaktieren und austauschen. Doch für berufliche Zwecke verwenden Frauen  soziale Netzwerke kaum: Nur sieben Prozent der Frauen entwickeln und pflegen berufsbezogene Kontakte über entsprechende Plattformen im Internet. Gerade für berufliche Wiedereinsteigerinnen wäre das jedoch besonders wichtig. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Internetnetzwerks XING bestätigte, dass jeder zweiten befragten Wiedereinsteigerin die Rückkehr in die Arbeitswelt aufgrund persönlicher Kontakte gelang. Damit profitieren Wiedereinsteigerinnen überdurchschnittlich häufig von dieser Form der Vermittlung, denn insgesamt wird nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) rund ein Viertel aller offenen Stellen über persönliche Netzwerke besetzt.

Links:

XING. Das Professionelle Netzwerk
Website

XING-Gruppe "Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege"

"Soziale Netzwerke"
Informationen auf der Website des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik

"Betriebliche Personalsuche und Stellenbesetzungen: Neueinstellungen gelingen am besten über persönliche Kontakte"
Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), IAB-Kurzbericht 26/2011

"Recruiting Trends 2013"
Informationen zur Studie sowie Studie zum Download auf der Website der  Monster Worldwide Deutschland GmbH

Foto: pixelio.de / Barbara Eckholdt

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