Stellensuche: Fast jede dritte Neueinstellung kommt über persönliche Kontakte zustande

Fachkräfte gesucht – der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an. Im vierten Quartal 2015 gab es mehr als eine Million offene Stellen. Welche Wege Unternehmen nutzen, um Personal zu gewinnen, und welche der gewählten Strategien am häufigsten zu einer Neueinstellung führen, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Rahmen der jüngsten Unternehmensbefragung von Februar 2016 untersucht. Ein zentrales Ergebnis: Bei fast jeder dritten Stellenbesetzung spielten persönliche Empfehlungen eine maßgebliche Rolle. Daran zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, die eigenen Netzwerke zu pflegen und auszubauen.

Foto: Personalverantwortlicher und BFoto: fotoewerberin in einem Bewerbungsgespräch

2015 haben sich rund 13.000 Unternehmen in Deutschland an der aktuellen IAB-Erhebung, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, beteiligt und unter anderem Fragen zu ihren betrieblichen Personalgewinnungsmaßnahmen beantwortet. Anhand der Ergebnisse der Studie können berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger erkennen, wie sie die eigene Strategie der Stellensuche auf die Rekrutierungswege der Unternehmen ausrichten können.

Welche Suchwege führen zur Neueinstellung?

Für die befragten Betriebe war die Veröffentlichung der Stellenausschreibung auf der eigenen Homepage ein ebenso wichtiger Bestandteil der Personalsuche wie der persönliche Kontakt bzw. die Empfehlung über eigene Beschäftigte und die Nutzung der Vermittlungsdienste der Bundesagentur für Arbeit (jeweils rund 50 Prozent). Internet-Jobbörsen (ohne Internetdienste der Arbeitsagenturen) wurden zu 41 Prozent genutzt, eigene Inserate in Zeitungen oder Zeitschriften zu 35 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich). Welche dieser Rekrutierungsstrategien führte am häufigsten zum Erfolg?

Fast jedes dritte neue Arbeitsverhältnis kam durch die Nutzung persönlicher Kontakte zustande. Bei jeder siebten Stelle finden sich Betriebe und neue Beschäftigte über die Vermittlungsdienste der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie über Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften. Etwas mehr als jeder zehnte Arbeitsplatz wurde durch Bewerbungen auf Stellenangebote besetzt, die auf der Homepage des Unternehmens oder in einer Internet-Jobbörse platziert waren.

Je nach gefordertem Qualifikationsniveau ist der eine oder andere Suchweg erfolgreicher: Akademikerinnen und Akademiker werden am häufigsten über Internet-Jobbörsen eingestellt. Bei ihnen stehen die persönlichen Kontakte erst an zweiter Stelle, gefolgt von den Stellenausschreibungen auf der Homepage des Unternehmens. Bei Personen mit mittlerer Qualifikation sind persönliche Kontakte, die klassischen Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften sowie die Dienste der BA die dominierenden Wege für eine erfolgreiche Neueinstellung. Bei ungelernten Arbeitskräften folgen nach den persönlichen Kontakten die Dienste der BA und Initiativbewerbungen.

Beruflicher Wiedereinstieg: Arbeitssuche bekannt machen

"Für Arbeitsuchende haben Netzwerke eine hohe Relevanz", heißt es im Fazit der IAB-Erhebung. Wer den anstehenden beruflichen Wiedereinstieg in den persönlichen Netzwerken kommuniziert und zum Beispiel auch ehemaligen Kolleginnen und Kollegen von der Arbeitsplatzsuche berichtet, erhöht die Chancen, von passenden Stellenangeboten zu erfahren.

Eine gute Möglichkeit, die eigenen Netzwerke auszubauen, bietet das Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit der XING-Gruppe "Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege". Über 1.000 am Thema Interessierte sind hier im gemeinsamen Austausch. Zudem nutzen Unternehmen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren  die Plattform, um auf offene Stellen hinzuweisen oder über Angebote für berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger zu berichten. Seien Sie dabei: XING-Gruppe "Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege". Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Da, wie die Studie gezeigt hat, viele der Unternehmen die Dienste der BA für ihre Stellensuche nutzen, sollten sich berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger zudem bei der örtlichen Arbeitsagentur daher als arbeitssuchend bzw. gegebenenfalls auch arbeitslos melden. Die BA bietet Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrern verschiedene Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote bei der Stellensuche. Auf der Internetseite www.dasbringtmichweiter.de unter der Rubrik „Wiedereinsteiger/-in“ finden Interessierte weitere Informationen.

Links:

„Fast jede dritte Stelle wird über persönliche Kontakte besetzt“
Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 18.2.2016

„Stellen werden häufig über persönliche Kontakte besetzt“
IAB Kurzbericht 4/2016

XING-Gruppe „Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege“

Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit

www.dasbringtmichweiter.de
Website der Bundesagentur für Arbeit

perspektive-wiedereinstieg.de:

XING-Gruppe Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege

Wie lassen sich Fach- oder Jobmessen für die Stellensuche nutzen?

Checkliste: Fach- und Jobmessen für die Stellensuche nutzen

Berufsbezogene Netzwerke für Frauen

Interview mit Professor Herbert Schubert über Grundlagen der Netzwerkarbeit

Ihnen hat dieser Beitrag gefallen? – Abonnieren Sie den RSS-Feed und erhalten Sie eine Nachricht, wenn ein neuer Artikel auf perspektive-wiedereinstieg.de erscheint.

Foto: fotolia.com / contrastwerkstatt

Services

Themenlotse

Themen-Schnellzugang