Social Business Women: Unterstützung für Frauen im Wiedereinstiegsprozess bzw. bei der Unternehmensgründung

Das Programm Social Business Women berät und begleitet Frauen beim beruflichen (Wieder-)Einstieg. Ein besonderes Angebot richtet sich an Gründerinnen: Social Business Women vergibt Mikrokredite als Anschub­finanzierung für eine Selbstständigkeit.

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In manchen Lebenslagen bedeutet der (Wieder-)Einstieg in den Beruf eine besondere Herausforderung: Das Programm Social Business Women unterstützt zum Beispiel Alleinerziehende, Minijobberinnen, Migrantinnen und Frauen in sonstigen sozialen Problemlagen dabei, diesen Prozess erfolgreich zu meistern.

Nach dem erfolgreichen Abschluss eines entsprechenden Pilotprojekts in Wiesbaden soll das Programm nun gemeinsam mit lokalen Trägern an bis zu sieben Standorten starten. In Wiesbaden, Mainz, Rostock und Offenbach können Interessierte das Angebot bereits nutzen, sagt Kerstin Rücker, Ge­schäfts­führerin und Vorstandsmitglied des gleichnamigen Vereins Social Business Women e.V. Geplant ist die Umsetzung außerdem in Berlin, Darmstadt und Frankfurt. 260 Frauen nutzten das Angebot bereits in der Pilotphase. Die Teilnehmerinnen am Programm profitieren von der Beratung und Begleitung durch Fachleute sowie dem Austausch mit anderen Frauen, die eine Anstellung suchen oder sich selbstständig machen möchten. So gelingt es ihnen, Berufsziele zu definieren und sich ihnen Schritt für Schritt zu nähern.

Mikrokredite und Coaching für Gründerinnen

Wer eine Unternehmensgründung plant, kann eine besondere Unterstützung erhalten: Einen Mikrokredit von maximal 10.000 Euro. Bis zu 6.500 Euro sind für die nötigen Investitionen bestimmt - weitere 3.500 Euro für ein Coaching in den ersten drei Jahren der Selbstständigkeit. Unsere 'Kundinnen' erhalten bei regulären Banken in der Regel keinen Kredit, weil sie die nötigen Sicherheiten nicht bieten können. Durch unsere Darlehen eröffnen wir ihnen den Weg in eine Selbstständigkeit, die ihnen sonst verschlossen bliebe, erläutert Kerstin Rücker.

Beeindruckende Erfolgsgeschichten

Wie zielführend die Unterstützungsleistungen sind, zeigen die Erfolgsge­schich­ten der ersten 15 Frauen, die bereits in den Genuss eines solchen Kredits bei BerufsWege für Frauen e.V. in Wiesbaden kamen. Die Geschäfte einer Fotografin laufen zum Beispiel inzwischen so gut, dass sie eine Auszubildende einstellen konnte, erzählt Vereinsgeschäftsführerin Kerstin Rücker. Eine andere Kundin eröffnete einen Laden für Schmuck und Handwerkskunst aus Mexiko, mit dem sie gleichzeitig die Herstellerinnen im Ursprungsland unterstützt. Eine Balletttänzerin machte sich mit einem eigenen Ballettstudio selbstständig. Indem sie ihre Räume zeitweise untervermietet, wurde ihr Studio schnell profitabel.

Spenderinnen und Spender gesucht

Den Kredit erhalten die Gründerinnen zu einem stark reduzierten Zinssatz, der es dem Verein lediglich ermöglicht, kostendeckend zu arbeiten. Das Geld stammt aus Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen. Damit wir das Programm wie geplant ausweiten und möglichst viele Frauen davon profitieren können, suchen wir fortlaufend Spenderinnen und Spender, die in den Kredittopf einzahlen bzw. sich an den Kosten für Beratung und Coaching beteiligen, erklärt Kerstin Rücker.

Idee stammt aus Bangladesh

Die Idee der Mikrokredite stammt von Friedensnobelpreisträger Professor Muhammad Yunus aus Bangladesh. Er machte dort die Erfahrung, dass vielfach bereits kleine Kredite finanziell schlecht gestellte Frauen handlungsfähig machten und in die Lage versetzten, eine Geschäftsidee zu realisieren. Die Frauen waren überdurchschnittlich erfolgreich und zahlen ihre Kredite zuver­lässig zurück. Die Kreditausfälle bei der dafür gegründeten Grameen Bank lagen deutlich unter denen anderer Kreditinstitute. So etwas wollten wir Frauen, die aus einer schwierigen Lebenssituation heraus eine Selbstständigkeit planen, hier ebenfalls anbieten. Wir luden Professor Yunus nach Wiesbaden ein und konzipierten gemeinsam unser Modell, das für Frauen in Deutschland passt, berichtet die Geschäftsführerin von BerufsWege für Frauen e.V., Gabriele Möhlke. Seit 2011 ist Muhammad Yunus Schirmherr des Social-Business-Women-Projekts in Wiesbaden.

Im Team unschlagbar!

Damit sich die Kreditnehmerinnen in den ersten drei Jahren nach Gründung erfolgreich als Unternehmerinnen etablieren können, setzt der Verein eine besondere Methode ein. Jeweils drei bis vier Gründerinnen aus unserem Programm bilden ein Erfolgsteam, das sich einmal im Monat trifft und gegenseitig bei der Überwindung von privaten wie beruflichen Hürden und Hindernissen unterstützt. Zusätzlich profitieren die Kreditnehmerinnen von einem Mentoring-Programm, erhalten ein individuelles Coaching sowie Seminarangebote zu Themen rund um die Selbstständigkeit. Durch Vernetzung und Gruppenangebote stärken sich die Jungunternehmerinnen gegenseitig und lernen voneinander. Wir merken immer wieder: Gemeinsam sind Frauen unschlagbar!

Link:

Social Business Women e.V.

Bild: Social Business Women e.V.

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