Social Business Women: Unterstützung für Frauen im Wiedereinstiegsprozess bzw. bei der Unternehmensgründung

Das Programm „Social Business Women“ berät und begleitet Frauen beim beruflichen (Wieder)-Einstieg. Ein besonderes Angebot richtet sich an Gründerinnen: Social Business Women e. V. vergibt Mikrokredite als Anschubfinanzierung für eine Selbstständigkeit.

Logo "Social Business Women e.V."

In manchen Lebenslagen bedeutet der (Wieder-)Einstieg in den Beruf eine besondere Herausforderung. Das Programm „Social Business Women“ unterstützt Alleinerziehende, Minijobberinnen, Migrantinnen und Frauen nach Krankheit oder persönlichen Krisen dabei, diesen Prozess erfolgreich zu meistern.

Nach dem erfolgreichen Abschluss eines entsprechenden Pilotprojekts in Wiesbaden wird das Programm seit 2014 gemeinsam mit lokalen Trägern an fünf Standorten angeboten: Wiesbaden, Mainz, Darmstadt/Groß-Umstadt, Offenbach und Rostock. Die Teilnehmerinnen am Programm profitieren von der Beratung und Begleitung durch Fachleute sowie dem Austausch mit anderen Frauen, die eine Anstellung suchen oder sich selbstständig machen möchten. So gelingt es ihnen, Berufsziele zu definieren und sich diesen Schritt für Schritt zu nähern.

Anstellung oder Geschäftsgründung?

Im Einstiegstraining des Programms „Social Business Women“ werden beide Perspektiven behandelt: Anstellung und Geschäftsgründung. Dies bietet den Teilnehmerinnen den Vorteil, dass sie sich zunächst damit beschäftigen können, ihre persönlichen Wünsche und Ziele zu formulieren sowie ihre Potenziale zu entdecken, bevor sie sich endgültig entscheiden, ob sie sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben möchten oder eine Gründung anstreben.

Mikrokredite und Coaching für Gründerinnen

Wer eine Unternehmensgründung plant, kann eine besondere Unterstützung erhalten: Einen Mikrokredit von maximal 10.000 Euro. Bis zu 6.500 Euro sind für die nötigen Investitionen bestimmt - weitere 3.500 Euro für professionelle und individuelle Begleitung in den ersten drei Jahren der Selbstständigkeit. Unsere 'Kundinnen' erhalten bei regulären Banken in der Regel keinen Kredit, weil sie nicht die nötigen Sicherheiten bieten können. Durch unsere Darlehen eröffnen wir ihnen den Weg in eine Selbstständigkeit, der ihnen sonst verschlossen bliebe, erläutert die Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin Gabriele Möhlke, die gemeinsam mit Kerstin Rücker das Projekt entwickelt und den Verein Social Business Women e.V. gegründet hat.

Beeindruckende Erfolgsgeschichten

Wie zielführend die Unterstützungsleistungen sind, zeigen die Erfolgsgeschichten der Frauen, die bereits mit der Unterstützung des Programms „Social Business Women“ gegründet haben. Die Geschäfte einer Fotografin laufen zum Beispiel inzwischen so gut, dass sie eine Auszubildende einstellen konnte, erzählt Gabriele Möhlke. Eine andere Kundin eröffnete einen Laden für Schmuck und Handwerkskunst aus Mexiko, mit dem sie gleichzeitig die Herstellerinnen im Ursprungsland unterstützt. Eine Balletttänzerin machte sich mit einem eigenen Ballettstudio selbstständig. Indem sie ihre Räume zeitweise untervermietete, wurde ihr Studio schnell profitabel.

Spenderinnen und Spender gesucht

Den Kredit erhalten die Gründerinnen zu einem stark reduzierten Zinssatz, der es dem Verein lediglich ermöglicht, kostendeckend zu arbeiten. Das Geld stammt aus Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen. Damit wir das Programm weiterhin ausweiten und möglichst viele Frauen davon profitieren können, suchen wir fortlaufend Spenderinnen und Spender, die in den Fonds einzahlen bzw. sich an den Kosten für Beratung und Coaching beteiligen, erklärt Gabriele Möhlke.

Inspiriert durch einen Friedensnobelpreisträger

Die Idee der Mikrokredite stammt von Friedensnobelpreisträger Professor Muhammad Yunus aus Bangladesh. Der Wirtschaftsprofessor ist Gründer der Grameen Bank, die bereits seit 1983 Mikrokredite zur Schaffung eigener Lebensgrundlagen vergibt. Er machte die Erfahrung, dass vielfach bereits kleine Kredite ausreichten, um die Handlungsfähigkeit finanziell schlecht gestellter Frauen zu verbessern. In vielen Fällen waren die Frauen überdurchschnittlich erfolgreich. Die Kreditausfälle der Grameen Bank lagen deutlich unter denen anderer Kreditinstitute. So etwas wollten wir Frauen, die aus einer schwierigen Lebenssituation heraus eine Selbstständigkeit planen, hier ebenfalls anbieten. Wir luden Professor Yunus nach Wiesbaden ein und konzipierten gemeinsam unser Modell, das für Frauen in Deutschland passt, so Gabriele Möhlke. Mit Muhammad Yunus als Schirmherr startete das Projekt 2011 in Wiesbaden.

Im Team unschlagbar!

Damit sich die Kreditnehmerinnen in den ersten drei Jahren nach Gründung erfolgreich als Unternehmerinnen etablieren können, setzt der Verein eine besondere Methode ein. Jeweils drei bis vier Gründerinnen aus unserem Programm bilden ein Erfolgsteam, das sich regelmäßig trifft und gegenseitig bei der Überwindung von privaten wie beruflichen Hürden und Hindernissen unterstützt. Zusätzlich profitieren die Kreditnehmerinnen von einem Mentoring-Programm, erhalten ein individuelles Coaching sowie Seminarangebote zu Themen rund um die Selbstständigkeit. Durch Vernetzung und Gruppenangebote stärken sich die Jungunternehmerinnen gegenseitig und lernen voneinander. Wir merken immer wieder: Gemeinsam sind Frauen unschlagbar!

Perspektive Weiterbildung

Seit 2017 können Frauen, die sich beruflich neu orientieren möchten, eine Höherqualifizierung anstreben oder nach längerer beruflicher Auszeit wieder einsteigen wollen, ein Darlehen für eine Weiterbildung von bis zu 10.000 Euro von Social Business Women e.V. erhalten. Dies verbessert die Erwerbsfähigkeit von Frauen, die über keine ausreichenden Mittel verfügen und auch keinen Zugang zu anderen Förderungen (wie z.B. durch die Agentur für Arbeit) haben. Ähnlich wie beim Gründungskredit nehmen die Frauen an einem begleitenden Erfolgsprogramm teil.

Links:

Social Business Women e.V.
Website

Dein Weg. Unser Konzept. Dein Erfolg.
Flyer des Social Business Women e.V.

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Bild: Social Business Women e.V.

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