"Frauen gründen": Bundesinitiative unterstützt Frauen, die sich selbstständig machen möchten

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend starteten gemeinsam die Initiative Frauen gründen - Gründerinnen und Unternehmerinnen in Deutschland stärken. Ein Baustein des geplanten Maßnahmenpakets richtet sich speziell an berufliche Wiedereinsteigerinnen, die sich selbstständig machen möchten.

Lachende Geschäftsfrau mit "Daumen hoch"

Knapp jedes dritte Unternehmen in Deutschland wird von einer Frau gegründet. Zu wenig, meinen Bundesfamilienministerin a. D. Manuela Schwesig und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Mit einer gemeinsamen Initiative möchten sie den Anteil der Gründerinnen erhöhen. Eine moderne Wirtschaft braucht die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern, begründet die Ministerin das Vorhaben. Deswegen möchte ich Frauen dabei unterstützen, vermehrt Unternehmen zu gründen. Neben der Gründungsunterstützung möchte die Ministerin die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Selbstständigkeit und Familie zum Beispiel durch das neue Elterngeld Plus und einen transparenten Zugang zu Haushaltsnahen Dienstleistungen für Familien verbessern.

In einem Strategiepapier beschreiben Ministerin Manuela Schwesig und Minister Sigmar Gabriel, welche Maßnahmen sie bis 2016 umsetzen möchten:

Vorbilder machen berufliche Selbstständigkeit attraktiv

  • Das bundesweite Netzwerk FRAUEN unternehmen soll die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen in Wirtschaft und Gesellschaft erhöhen und in Bildungseinrichtungen für die Möglichkeit einer beruflichen Selbstständigkeit werben.
  • Während der Gründerwoche Deutschland stehen Existenzgründerinnen im Fokus zahlreicher Veranstaltungen.
  • Die multimediale Ausstellung Mehr Chefinnen im Handwerk porträtiert sechs Unternehmerinnen im Handwerk. Sie soll bundesweit zum Beispiel in Arbeitsagenturen, Gleichstellungsstellen und Wirtschaftsförderungsgesellschaften gezeigt und von Veranstaltungen für Interessierte begleitet werden.

Das bestehende Beratungs-, Coaching- und Unterstützungsangebot für Gründungsinteressierte möchten die Ministerin und der Minister intensivieren, bekannter machen und auch auf die besonderen Themen von Frauen, zum Beispiel die Nebenerwerbs- oder Teilzeitgründung, ausrichten. Dazu möchten die Verantwortlichen die Zusammenarbeit mit der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) bei der Qualifizierung von Frauen für Gründung und Unternehmensnachfolge ausbauen und das Existenzgründerinnenportal www.existenzgruenderinnen.de weiterentwickeln.

Außerdem sind Unterstützungsprogramme für spezielle Zielgruppen geplant:

Berufliche Wiedereinsteigerinnen

Ab Sommer 2015 steht eine Sommer Akademie Existenzgründung auf dem Programm, die sich an Frauen richtet, die beruflich wieder einsteigen möchten. Dazu gehören auch ein Mentoring-Programm sowie ein neuer, eigenständiger E-Learning-Baustein im Rahmen des bestehenden virtuellen Fortbildungsangebots Perspektive-Wiedereinstieg-Online.

Migrantinnen

Mit dem Projekt MIGRANTINNEN gründen, das Migrantinnen- und Migrantenorganisationen und erfahrene Mentorinnen einbindet, werden zugewanderte Frauen ab 2015 bei der Existenzgründung individuell unterstützt. Im Projekt geht es außerdem um die regionale und internationale Vernetzung, die Weitergabe von Erfahrungen sowie um die Sensibilisierung von Entscheidungsträgerinnen und -trägern.

Frauen im Handwerk

Wer sich in einem Handwerksberuf selbstständig machen möchte, kann künftig von fachkundigem Mentoring durch eine erfahrene Unternehmerin im Handwerk profitieren. Ein jährlicher Fachaustausch soll zur Vernetzung der Akteurinnen untereinander beitragen.

Finanzierung erleichtern

Die Ministerien möchten Frauen besser über vorhandene Finanzierungsangebote informieren und diese stärker als bisher auf die Zielgruppe ausrichten. Außerdem führen sie den Mikrokreditfonds weiter, aus dem Frauen, die keinen Zugang zu Bankkrediten erhalten und einen relativ geringen Kapitalbedarf haben, Geld erhalten können. 

Links:

Initiative für Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen gestartet
Information auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Bundesfrauenministerin Schwesig und Bundeswirtschaftsminister Gabriel werben für neue Gründerzeit bei Frauen
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 13.08.2014

FRAUEN gründen - Gründerinnen und Unternehmerinnen in Deutschland stärken
Strategiepapier des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Frauen gründen - Initiative für mehr Unternehmensgründungen
Video auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gründerwoche Deutschland
Website zur Gründerwoche des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Existenzgruenderinnen.de
Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der bundesweiten gründerinnenagentur (bga)

Foto: Picture-Factory / Fotolia.com

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