Familienfreundlicher Weg zum Berufsabschluss: Teilzeit-Ausbildung eröffnet neue Perspektiven

Eine berufliche Ausbildung machen und gleichzeitig genügend Zeit haben für die Familie: Diese Möglichkeit bietet eine Teilzeit-Ausbildung. Welche Zukunftsperspektiven sich dadurch Müttern und Vätern ohne Berufsabschluss eröffnen können, zeigt die Initiative RE/init e.V. auf www.wiederarbeiten.com.

Foto: Ausbildung - Junge Frau mit Büchern unter dem Arm

Eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren bedeutet, dass die Wochenstunden im Ausbildungsbetrieb individuell entsprechend der persönlichen Situation reduziert werden. Um dieses Modell nutzen zu können, müssen bestimmte Gründe vorliegen. Bei Müttern und Vätern kann das zum Beispiel die Betreuung eines kleineren Kindes sein, die sich nicht mit einer Vollzeitstelle vereinbaren lässt. Grundsätzlich ist eine Teilzeit-Ausbildung in allen Unternehmen, die ausbilden und in so gut wie allen dualen Ausbildungsberufen möglich. Dual bedeutet, dass der praktische Teil der Ausbildung im Betrieb absolviert und zusätzlich die Berufsschule besucht wird. Die Teilzeit-Regelung muss schriftlich im Ausbildungsvertrag festgehalten und zusätzlich bei der für die Ausbildung verantwortlichen Stelle, etwa der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer, beantragt werden. 

Reguläre Ausbildungszeit trotz Teilzeit-Regelung

In der Regel wird die Wochenarbeitszeit auf 25 bis 35 Stunden verkürzt. In diesem Fall verlängert sich die Ausbildungszeit nicht. Wird die Arbeitszeit noch stärker verkürzt, verlängert sich die Ausbildung um ein Jahr. Die Wochenarbeitszeit umfasst dabei sowohl die Stunden im Unternehmen wie auch in der Berufsschule. Unbedingt eingeplant werden sollte, dass die Unterrichtszeiten in der Berufsschule nicht verkürzt werden und an diesen Tagen eine entsprechend umfassende Kinderbetreuung benötigt wird.

Wie hoch der Verdienst ausfällt, hängt sowohl vom Beruf wie von der Wochenarbeitszeit ab. Wird diese beispielsweise um 25 Prozent verkürzt, verringert sich auch die Ausbildungsvergütung um ein Viertel. Gleiches gilt für den Urlaubsanspruch. Über die Ausbildungsvergütung hinaus können im Rahmen der Teilzeit-Ausbildung zusätzliche finanzielle Hilfen in Anspruch genommen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Berufsausbildungsbeihilfe. Unter Umständen kommen ebenfalls ein Kinderzuschlag oder ein „Mehrbedarf für Alleinerziehende“ dazu.

Berufliche Planung – finanzielle Unabhängigkeit

Trotz der reduzierten Stundenzahl bedeutet auch eine Teilzeit-Ausbildung eine erhebliche Belastung. In Kombination mit der Kinderbetreuung setzt sie ein gutes Zeitmanagement und Durchhaltevermögen voraus. Eltern, die bisher keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, bekommen dadurch allerdings die Chance, für sich und ihre Familie eine zukunftsfähige Basis zu schaffen und langfristig finanziell unabhängig zu werden. Das Video „Wieder arbeiten: So gelingt der berufliche Neustart für Mütter!“  macht Mut, den Schritt in eine Teilzeitausbildung zu wagen.

Teilzeit-Ausbildung organisieren: Beratungsstellen helfen weiter

Welche finanziellen Hilfen im Einzelfall in Frage kommen, können Interessierte individuell in einer Beratung abklären lassen. Hier erhalten sie auch Unterstützung bei der Suche nach einem Teilzeit-Ausbildungsplatz oder der Organisation der Kinderbetreuung. Bundesweit beraten die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt zum Thema Teilzeitausbildung. Die Kontaktdaten der Arbeitsagentur in Ihrer Nähe finden Sie hier. Weitere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden sich auf www.wiederarbeiten.com.

Wer gerne selbst recherchiert, findet auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit unter dem folgenden Link umfassende Informationen zum Thema Schule, Ausbildung und Studium.

Links:

Initiative RE/init e.V.

Bundesagentur für Arbeit

perspektive-wiedereinstieg.de

Rechtsanwaltskanzlei & Notariat | Abke & Hoffmann-Gallhoff - Altersunabhängige (Teilzeit-)Ausbildung für Frauen und Männer

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Foto: © Anastasia Gepp auf Pixabay

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