Jubiläumsbeitrag: Gemeinsam an den gesetzten Zielen arbeiten!

Christoph Schwamborn ist Leiter des Geschäftsbereichs "Strategien sozialer Integration" der Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May« (SPI). Er hat das Bundesprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" (PWE), kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), seit dem "Stapellauf" 2008 mit der Implementierung und Steuerung der fachlich-inhaltlichen Begleitung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) maßgeblich mitgestaltet.

Foto: Christoph Schwamborn am Rednerpult - PWE Auftaktveranstaltung Förderperiode 2014 - 2020

In seiner damaligen Rolle als stellvertretender Leiter der ESF-Regiestelle war er zum Start des Programms an wesentlichen Entscheidungen beteiligt, z. B. ob Unternehmen direkt oder Träger, die mit Unternehmen zusammenarbeiten, als unmittelbare Adressaten der Förderung in Frage kommen. Die Erkenntnis, dass die Zielgruppe „Frauen aus der Stillen Reserve“ eine ganzheitliche Unterstützung benötigen, führte dazu, Träger – vor allem mit der Schwerpunktsetzung „Frau und Beruf“, – zu fördern. perspektive-wiedereinstieg.de fragte Christoph Schwamborn nach seinen Erfahrungen:

perspektive-wiedereinstieg.de: Welches Ereignis ist Ihnen im Rahmen Ihrer Tätigkeit bei PWE noch besonders in Erinnerung und warum?

Christoph Schwamborn: Eigentlich waren es eher Ereignisse, und zwar die Trägerkonferenzen. Seit dem Start des Programms kommen Vertreterinnen und Vertreter der Projektträger in Begleitung der zuständigen Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, des BMFSFJ, der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie der ESF-Regiestelle mindestens einmal im Jahr zusammen. Gemeinsam diskutieren wir dann Programm-Entwicklungen auf Grundlage der Erfahrungsberichte aller Beteiligten. Diese Veranstaltungen sind immer voller Dynamik und es findet ein angeregter Austausch statt. Diese Haltung ist für die Entwicklung des Programms enorm wichtig, denn ESF-Programme sind "lernende" Programme, die davon leben, gemachte Erfahrungen zu nutzen, um sich so stetig weiterentwickeln zu können. Positiv ist ebenfalls, dass die Konferenzen an verschiedenen Projektstandorten stattfinden. So lernen wir auch regionale Besonderheiten und die "Wiedereinstiegs-Atmosphäre" vor Ort hautnah kennen.

perspektive-wiedereinstieg.de: Was hat Sie im Rahmen von PWE besonders überrascht, beeindruckt?

Christoph Schwamborn: Wenn ein Programm eine ganze Dekade gleichstellungspolitisch wirkt, ist es beeindruckend zu sehen, wie sich hier gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln. So können wir beobachten, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit wegen Familienaufgaben zunehmend kürzer unterbrechen und dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer öfter möglich und von Frauen und Männern gewollt wird. Diese gesellschaftliche Entwicklung, die ich als Vater von drei Töchtern sehr begrüße, zeigt sich auch in den Leitsätzen, mit denen PWE seine programmatische Ausrichtung beschrieben hat und beschreibt:

"Frauen mit Erfahrung ausgezeichnet"

Zu Beginn galt es, (auch bei den Wiedereinsteigerinnen) das Bewusstsein zu verankern, dass die Erziehung von Kindern und die Pflege nahestehender Menschen eine Zeit des Kompetenzerwerbs ist und dass diese Kompetenzen auch im Berufsleben genutzt werden können.

"Bereit für neue Wege"

Ein beruflicher Wiedereinstieg ist keine ‚einsame‘ Entscheidung, sondern betrifft die gesamte Familie und das Umfeld der Wiedereinsteigerin bzw. des Wiedereinsteigers. Die Familie muss also miteinbezogen werden, ebenso können Haushaltsnahe Dienstleistungen die Vereinbarkeit unterstützen und allen muss klar werden ‚eine Win-Win-Situation schaffen wir nur, wenn alle mitmachen – auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber‘.

"Potenziale erschließen"

Es wird zunehmend wichtig, die Qualität des Wiedereinstiegs zu fördern und zum Beispiel die ‚Sackgasse Minijob‘ zu verlassen oder Berufstätige (auch zunehmend Männer) bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege-Aufgaben zu unterstützen.

In der Einbeziehung der Familien in den Wiedereinstiegsprozess, der Stärkung von Netzwerken und der Verankerung des Themas in der öffentlichen Wahrnehmung haben die Projektträger PWE viel geleistet und es ist toll, wie in einem ESF-Programm alle Beteiligten gemeinsam an den gesetzten Zielen arbeiten.

perspektive-wiedereinstieg.de: Was wünschen Sie PWE für die nächste Förderphase?

Christoph Schwamborn: Dass PWE weiter das umsetzt, was den ESF auszeichnet: Erprobung innovativer Ansätze und Unterstützung von Menschen, eine existenz- und alterssichernde Beschäftigung aufzunehmen und dabei das Familienleben nicht zu vergessen. Ich glaube, dass wir und PWE auch besonders gefragt sind, die Entwicklung digitaler Kompetenzen zu stärken. Das erleichtert Wiedereinsteigenden die Anschlussfähigkeit an digitale Berufe und an bekannte Berufsfelder, die sich durch die Digitalisierung verändert haben.

Herr Schwamborn, herzlichen Dank!

Links:

Stiftung SPI, Sozialpädagogisches Institut Berlin »Walter May«

Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


Website der Bundesagentur für Arbeit

Wiedereinstiegsrechner

XING-Gruppe: „Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein- für neue Wege“

perspektive-wiedereinstieg.de

Das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“

Summer School – Gründungsgeschichten

Auszeichnungen

ESF-Standorte

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