Wiedereinstiegsstipendien: Zurück in die Wissenschaft

Deutsche Hochschulen vergeben Stipendien, um den Abschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern, die ihre Promotion oder Habilitation aufgrund einer Familienpause unterbrochen haben und auf diesem Weg die Qualifikation für eine Hochschulprofessur nachholen können.

Foto: Frau arbeitet mit Mikroskop

Ob an der Universität Leipzig, der TU Ilmenau, der TU Dresden, der Universität Kaiserslautern oder anderen universitären Standorten: Die Vereinbarkeit von Kinderwunsch und Wissenschaft rückt zunehmend stärker in den Fokus.

Insbesondere in der akademischen Welt wird die Geburt von Kindern oftmals als Hindernis für die Karriere wahrgenommen. Die Studie „Balancierung von Wissenschaft und Elternschaft“, durchgeführt von dem Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS, bestätigt diesen Sachverhalt noch einmal: Fast jede zweite Wissenschaftlerin erlebt nach der Geburt des ersten Kindes berufliche Nachteile. Vor allem Mütter sehen sich von einer Abwertung ihrer wissenschaftlichen Leistung und von einer zurückhaltenderen Förderung durch Vorgesetzte betroffen. Zwei Drittel aller Wissenschaftlerinnen gaben zudem an, Kinderlosigkeit oder den Aufschub des Kinderwunsches zugunsten der wissenschaftlichen Karriere in Kauf genommen zu haben. Auch bei den Professorinnen sprechen die Zahlen für sich: 88 Prozent haben laut Umfrage zumindest zeitweise auf die Realisierung ihres Kinderwunsches verzichtet.

Auch wenn sich der Frauenanteil an deutschen Lehrstühlen seit 1999 fast verdoppelt hat – auf 18 Prozent im Jahr 2010 – es besteht weiterhin Handlungsbedarf. Denn den Kinderwunsch der Karriere zu opfern – das ist nicht im Interesse der meisten Frauen, die Anwärterinnen auf eine akademische Laufbahn sind.

Die Wiedereinstiegsstipendien sind ein Zeichen in die richtige Richtung: Denn sie ermöglichen nicht nur einzelnen, hochqualifizierten Frauen mit Kind ihre Karriere auch als Mutter weiter zu verfolgen, sondern sie stehen auch ganz allgemein für die Wertschätzung von Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen – dafür, dass sie an deutschen Hochschulen nicht nur willkommen sind, sondern auch gebraucht werden.

Links:

Baden-Württemberg: Brigitte Schlieben-Lange-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kind

Rheinland-Pfalz: Wiedereinstiegsstipendien für Wissenschaftlerinnen in der Forschung

Sachsen: Wiedereinstiegsstipendien, Informationen aus der FÖMISAX-Fördermitteldatenbank Sachsen
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Wiedereinstiegsstipendium der Universität Leipzig

Foto: stockfreeimages.com / Sergio P.

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