„Option Hochschule“: „Groß“ denken, berufliche Karriere langfristig planen

Das Projekt „Option Hochschule“ in den niederrheinischen Kreisen Kleve und Wesel ebnet Menschen nach Familienphasen Wege ins Studium. Wir wollen Mut machen, eigene Potenziale auszuschöpfen und sich mit einem Studium langfristige Karrieremöglichkeiten zu erarbeiten, sagt Gabriele Coché-Schüer vom Netzwerk W.

Foto: Logos der Projektträger

Viele Frauen und Männer verfügen über eine berufliche Ausbildung und Berufserfahrung oder haben ein Studium begonnen bzw. abgeschlossen. Doch wie gefragt ist ihr Wissen noch, wenn sie nach einer Familienphase eine Arbeitsstelle suchen? Wie kann es ihnen gelingen, an frühere Karrierepläne anzuknüpfen? Ein aktueller Studienabschluss würde ihnen Türen in den Arbeitsmarkt öffnen und ihnen eine langfristig tragfähige berufliche Karriere ermöglichen, sagt Gabriele Coché-Schüer vom Netzwerk W in den Kreisen Kleve und Wesel. In der Praxis schreckten die Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger jedoch häufig zurück: Studieren? Das kommt doch in meinem Alter nicht mehr in Frage. Das traue ich mir auch gar nicht zu", heißt es dann oft. "Die Barrieren für ein Studium in bzw. nach einer Familienphase sind hoch. Sie befinden sich jedoch vor allem in den Köpfen. Vielfach wird die Möglichkeit eines Studiums noch nicht einmal angedacht, erklärt die Expertin.

Zugang zum Studium eröffnen

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Katharina Küpper-Schreiberrief Gabriele Coché-Schüer daher das Projekt „Option Hochschule“ ins Leben: "Wir arbeiten an der Schnittstelle zwischen Hochschulen, Arbeitsmarktberaterinnen und -beratern sowie Unternehmen aus der Region, um beruflichen Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern den Weg ins Studium zu eröffnen bzw. zu erleichtern."

Ideal: hohe Flexibilität beim Studieren

Die zentrale Herausforderung liegt darin, Frauen und Männer mit den Unis in Kontakt zu bringen. Dann stellen die Studieninteressierten nämlich fest, dass die Hochschulen oft ideale Bedingungen bieten, um Studium und familiäre Belange bzw. eventuell einen Job gut zu vereinbaren. Die Flexibilität ist extrem hoch. Vorlesungen und Seminare können nach Belieben zusammengestellt werden – zum Beispiel so, dass die Studienwoche aus drei Tagen besteht. Teilweise sind auch Blockseminare an Wochenenden im Angebot. Kinderbetreuungsangebote bestehen an vielen Hochschulen ebenfalls.

Kooperation mit Hochschulen

Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Netzwerk W repräsentiert rund 50 lokale und regionale Netzwerke von gleichstellungs-, arbeitsmarkt- und bildungspolitischen Akteurinnen und Akteuren, die den Prozess des Wiedereinstiegs begleiten. Das Projekt „Option Hochschule“ kooperiert mit der neuen Hochschule Rhein-Waal mit Standorten in Kleve und Kamp-Lintfort sowie der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach und Krefeld. "Wir trafen dort mit unserem Anliegen auf offene Ohren. Die Hochschulen nehmen wahr, dass in Zeiten des lebenslangen Lernens ältere Studierende – unter anderem Menschen in und nach Familienphasen - eine immer wichtigere Zielgruppe für sie werden", sagt Gabriele Coché-Schüer. Um diese Personengruppen für ein Studium zu begeistern, käme es vor allem auf eine gute Ansprache an. Sie müssten sich an den Hochschulen als wichtige Studierendengruppe wahr- und ernstgenommen fühlen.

Broschüre für Beraterinnen, Berater und Studieninteressierte

Im Rahmen des Projekts entstand ein Leitfaden, der für Studieninteressierte viele interessante Informationen bereitstellt und Beraterinnen und Berater dabei unterstützt, Hochschulstudien bedarfsgerecht zu empfehlen und Zugangswege aufzuzeigen Die Broschüre steht im Internet zum Download zur Verfügung .

Zugang auch ohne Abitur

Oft ist zum Beispiel nicht bekannt, dass der Weg ins Studium nicht notwendigerweise über das Abitur führt. Für manche Studiengänge werden eine einschlägige Ausbildung, Berufserfahrung und teilweise auch Familienzeiten anerkannt", erläutert Gabriele Coché-Schüer. Auch das Argument "ein Studium kann ich mir finanziell nicht leisten" ließe sich häufig entkräften. "Es gibt viele Fördermöglichkeiten. Erfahrungsgemäß lässt sich die Zeit des Studiums finanziell damit in der Regel überbrücken.

Vor Studienbeginn: Berufschancen klären

Berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger wählten ihr Studienfach sehr zielgerichtet, beobachtete die Expertin. Sie erkundigen sich vorher, welche Qualifikationen von den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern in ihrer Region nachgefragt werden." Ein solches Vorgehen sei sehr zu empfehlen.

Ziel im Projekt: Kooperationen ausbauen

Ende 2013 konnte das Projekt „Option Hochschule“ seinen Radius bereits erweitern, indem es vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein in seinem gesamten Einzugsgebiet angeboten wird. Der nächste Arbeitsschritt im Projekt „Option Hochschule“, sagt Gabriele Coché-Schüer sei die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu intensivieren und bei ihnen für die Gruppe der lebenserfahrenen Studienabsolventinnen und -absolventen zu werben.

Links:

„Option Hochschule. Wiedereinsteigen mit einem Studium!“
Broschüre zum Download

„Option Hochschule – Netzwerk W-Projekte öffnen Türen für neue Kooperationen und (Wieder)Einstiegswege“
Informationen auf der Website des Netzwerk W

„Option studieren“
Informationen auf der Website des Netzwerks „Zukunft im Beruf“

Netzwerk W
Informationen auf der Website www.netzwerkW-expertinnen.de 

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