Initiative „Zukunftsstarter“: Erstausbildung für Frauen und Männer im Alter von 25 bis 35 Jahren

„Werde Zukunftsstarter!“ Mit dieser Initiative richten sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Verwaltungsrat der BA an junge Erwachsene mit dem Ziel, sie für den nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses zu gewinnen. Damit setzen die Kooperationspartner das erfolgreiche Vorgängerprogramm „AusBILDUNG wird was - Spätstarter gesucht“ mit verstärktem Engagement und unter neuem Namen fort.

Foto: Logo der Initiative Zukunftsstarter

Am 1. August 2016 startete die gemeinsame Initiative „Zukunftsstarter“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Verwaltungsrates der BA. Bis Ende 2020 unterstützen die örtlichen Jobcenter bzw. Arbeitsagenturen Frauen und Männer zwischen 25 und 35 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, sich durch Aus- und Weiterbildung eine bessere Voraussetzung für ihr weiteres Erwerbsleben zu erarbeiten.

Durch die Digitalisierung werden Bildung und lebenslanges Lernen noch mehr zur Voraussetzung, um fit für den Arbeitsmarkt zu sein. Mit der Initiative ‚Zukunftsstarter‘ können wir an unsere erfolgreiche Arbeit anknüpfen und in den nächsten Jahren weitere 120.000 geringqualifizierte junge Menschen unterstützen, um eine berufliche Ausbildung erfolgreich abzuschließen, so Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, zum Start der Initiative. Peter Clever, Vorsitzender des Verwaltungsrates der BA, erläutert: Für Betriebe bietet die Zukunftsstarter-Initiative eine gute Gelegenheit, Fachkräfte zu gewinnen. Viele Arbeitgeber haben als Weg zur erfolgreichen Rekrutierung von Fachkräften für sich entdeckt: weg von der Bestenauslese, hin zur Geeignetensuche.

Positive Bilanz im Vorgängerprogramm

Dank der Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ haben 100.000 Frauen und Männer ab 25 Jahren haben in den vergangenen drei Jahren an Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung bzw. Berufsausbildung teilgenommen. Unter dem Motto „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ verfolgte die Initiative das Ziel, die Fachkräftepotenziale in der Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen mit Hilfe abschlussorientierter Qualifizierung in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Damit leistete die Initiative einen Beitrag zur Steigerung des Fachkräfteangebots und zur Förderung von dauerhafter und existenzsichernder Beschäftigung sowie zur Reduzierung von Altersarmut und zur Nutzung von freien Ausbildungskapazitäten.

Das Programm „Spätstarter gesucht“ richtete sich an gering qualifizierte Arbeitslose bzw. Arbeitsuchende sowie beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss bzw. mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren ihre erlernte Tätigkeit nicht mehr ausübten (Wiederungelernte), sowie an Berufsrückkehrende bzw. Wiedereinsteigende ins Berufsleben. Rund 80.000 junge Erwachsene nutzten die Möglichkeit, mit Hilfe von Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung mit Abschluss bzw. zur Nachholung der Abschlussprüfung oder durch zertifizierte Teilqualifikationen einen Berufsabschluss zu erlangen. Ca. 20.000 Bewerberinnen und Bewerber konnten in eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung vermittelt werden.

„Zukunftsstarter“ mit erweiterten Fördermöglichkeiten

Aufgrund der positiven Bilanz des Vorgängerprogramms setzen das BMAS, die BA und der Verwaltungsrat der BA die gemeinsame Initiative unter dem neuen Namen „Zukunftsstarter“ fort. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter können bis 2020 weitere 120.000 junge Erwachsene zwischen 25 und 35 Jahren fördern. Das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG) bietet seit dem 1. August 2016 neue Fördermöglichkeiten. Diese sollen bisherige Hemmnisse, die einer Weiterbildung im Weg standen, abbauen. So können bei Bedarf zur Vorbereitung auf eine abschlussbezogene berufliche Weiterbildung Grundkompetenzen erworben werden. Außerdem honorieren Weiterbildungsprämien für bestandene Zwischen- und Abschlussprüfungen Erfolge und sollen damit die Motivation und Entschlossenheit fördern. Auch bei der Nachfolgeinitiative stehen folgende Angebote zum Erwerb eines Berufsabschlusses im Fokus:

  • Ausbildung bzw. Umschulung in Vollzeit oder in Teilzeit, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten
  • berufsanschlussfähige Teilqualifikationen, um schrittweise zum Berufsabschluss zu gelangen
  • Vorbereitungslehrgänge für die Externenprüfung, d.h. Berufsabschluss-Prüfung ohne Nachweis einer Ausbildungszeit.

Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können „Zukunftsstarter“ werden, indem sie ihren Fachkräftebedarf mit einer Umschülerin oder einem Umschüler decken. Dazu berät der zuständige Arbeitgeber-Service in den örtlichen Arbeitsagenturen.

Natürlich erfordert es Geduld und Durchhaltevermögen von einem 32-jährigen, wenn er neben einem 16-jährigen auf der Schulbank sitzt und seinen Berufsabschluss nachholt. Aber es lohnt sich. Vor ihm liegen noch viele Berufsjahre, beschreibt Detlef Scheele, Vorstand Arbeitsmarkt der BA, anhand eines Beispiels, welche Herausforderungen und Vorteile für die jungen Erwachsenen bestehen.

Jetzt bei Arbeitsagentur oder Jobcenter informieren

Nähere Informationen zu den Fördervoraussetzungen erhalten Interessierte bei der für sie zuständigen Agentur für Arbeit oder dem zuständigen Jobcenter sowie unter der gebührenfreien Servicenummer: 0800 4 5555 00.

Die Kontaktdaten Ihrer zuständigen Arbeitsagentur bzw. Ihres zuständiges Jobcenters finden Sie hier.

Links:

„BMAS und BA unterstützen ‚Zukunftsstarter‘: Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ wird verlängert und das Engagement ausgebaut“
Presseinformation der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 01.08.2016

Wir suchen Zukunftsstarter!
Informationen auf der Website der Bundesagentur für Arbeit

Abschlussbericht Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“
Publikation der Bundesagentur für Arbeit, Juni 2016

Änderungen im Bereich der beruflichen Weiterbildung
Informationen auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit zum Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz (AWStG)

Kontaktdaten der Arbeitsagenturen und Jobcenter
Suchmöglichkeit nach Bundesländern und Postleitzahlen auf der Website der Bundesagentur für Arbeit

Praxisorientierter Leitfaden: „Chancen bieten – Teilzeitberufsausbildung ermöglichen“
Bundesagentur für Arbeit

www.perspektive-wiedereinstieg.de:

FAQ: Aufgaben von Arbeitsagentur und Jobcenter

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Foto: Bundesagentur für Arbeit

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