"Ein Job wie für mich gemacht", sagt Corinna Wagner

Ohne die Bereitschaft dazuzulernen, hätte Corinna Wagner wohl nicht ihren Traumberuf gefunden. Sie musste sich mit 46 Jahren als allein erziehende Mutter um einen Job kümmern – keine leichte Aufgabe, aber sie hat es geschafft.

Foto: Frau arbeitet am Computer

Fernweh, Schreiben und logisches Denken liegen meiner Familie im Blut und jetzt kann ich das alles verbinden! Corinna Wagner ist seit kurzem Content Managerin in der Touristikbranche und sichtlich zufrieden. Das war nicht immer so. Ohne die Bereitschaft, ständig dazuzulernen, hätte ich es nicht geschafft, meint die 47-Jährige, die nach Lehre und Studium lange bei einem Reiseveranstalter gearbeitet hat. Mein Chef war technischen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen, er hat den Grundstein gelegt für meine heutige Vielseitigkeit.

Als zwei Kinder kommen, verzichtet sie gern aufs Reisen und gestaltet während der Elternzeit stundenweise die Reisekataloge – zuhause. Es war einer der ersten Telearbeitsplätze überhaupt. Mittlerweile allein erziehend, organisiert sie für beide Kinder einen Krippen- und später einen Ganztagsplatz im Kindergarten und steigt nach der Elternzeit mit 25 Stunden wöchentlich wieder in den Beruf ein. Alles läuft gut, bis ihre Firma vor sechs Jahren den Standort wechselt. Ich wollte arbeiten, doch es gab keinen Job. Die Agentur für Arbeit finanzierte mir als Wiedereinsteigerin eine Fortbildung für E-Commerce, Webdesign und Programmierung. Seitdem ist das Internet meine Welt. Sie wird Content-Managerin bei einem Internetportal, dessen Inhalte sie 30 Stunden pro Woche pflegt, ein Traumjob.

Doch die schnelllebige IT-Branche lässt auch dieses Projekt scheitern. Nach zwei Jahren erneut arbeitslos, hält sie sich und die Kinder mit Arbeitslosenhilfe/ALG II und gelegentlichen Aufträgen über Wasser. Bewerbungen kamen postwendend zurück, es hieß, ich sei zu alt. Als Alleinerziehende kam eine Existenzgründung nicht in Frage. Aber mit 46 konnte ich doch nicht aufgeben! Die ARGE (heute Jobcenter) finanziert schließlich eine weitere IT-Fortbildung in ihrem Spezialgebiet und kurz darauf stößt sie im Online-Stellenmarkt der Bundesagentur für Arbeit auf die Anzeige ihres jetzigen Arbeitgebers. Gesucht wurde eine Reiseverkehrskauffrau mit Erfahrung in Content Management Systemen – der Job war wie für mich gemacht!

Und sie bekommt ihn auch. Als Familienmanagerin lernt man, Prioritäten zu setzen. Ich glaube, ich konnte mit einer gewissen Coolness überzeugen, erworben im Umgang mit zwei lebhaften Kids. Wermutstropfen ist die 40-Stunden-Woche, die den Kindern zu schaffen macht. Wenn sie aus Hort und Gymnasium kommen, ist niemand da. "Ich bin um halb sieben zuhause und dann sind erst mal die Kids dran – eine Verschnaufpause für mich ist nicht drin." Doch das nimmt Corinna Wagner in Kauf. Das erste Gehalt ist da und die Familie atmet auf. Ganz besonders freut sich der neunjährige Vincent, der ersehnte Computer ist für ihn in greifbare Nähe gerückt.

Dieser Text stammt aus der Broschüre Frau und Beruf der Agentur für Arbeit.

Foto: pixelio.de / Cornelia Menichelli

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