Die meisten ausländischen Berufsabschlüsse werden anerkannt

Wer einen Berufsabschluss im Ausland erworben hat, kann dessen mögliche Anerkennung in Deutschland überprüfen lassen. Im April 2012 legte das Anerkennungsgesetz des Bundes ("Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") unter anderem einen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses fest und verbesserte Verfahren sowie Kriterien dafür. Die Statistik belegt die positive Wirkung des Gesetzes.

Foto: Bewerbungsmappe und Tageszeitungen

Das Statistische Bundesamt hat im Oktober 2013 erstmalig eine Statistik zum Anerkennungsgesetz des Bundes vorgelegt. Danach wurden von den im Zeitraum April 2012 bis Dezember 2012 bundesweit gemeldeten rund 11.000 Verfahren zum Stichtag 31. Dezember 2012 bereits nahezu Dreiviertel (rund 8.000) entschieden. Der ganz überwiegende Teil (82 Prozent) davon wurde mit einer vollen Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen beendet. Diese Abschlüsse sind den deutschen Referenzberufen vollständig gleichwertig. Die Ablehnungsquote lag insgesamt bei nur 6,5 Prozent.

Viele Anerkennungsverfahren in medizinischen Gesundheitsberufen

Besonders groß war das Interesse an einer Anerkennung im Bereich der sogenannten reglementierten Berufe, bei denen die Anerkennung Voraussetzung für die Berufsausübung ist. Darauf beziehen sich rund 80 Prozent der gestellten Anträge. Der Schwerpunkt lag dabei auf den medizinischen Gesundheitsberufen, insbesondere bei Ärztinnen bzw. Ärzten, Krankenpflegern und Krankenschwestern. Aus dieser Berufsgruppe stammten allein 6.837 der 7.458 positiv beschiedenen Anträge, darunter 5.121 von Ärztinnen und Ärzten. In diesen Berufen sind in Deutschland bereits erhebliche Engpässe zu verzeichnen.

Auch Teilanerkennung möglich

Rund 20 Prozent der Anträge betreffen die nicht-reglementieren Ausbildungsberufe im dualen System wie zum Beispiel Kaufmann bzw. -frau oder Berufe aus dem Bereich Mechanik oder Elektronik. Die Anerkennung ist hier zwar nicht Voraussetzung für die Berufsausübung, sie vergrößert jedoch die Chancen auf eine adäquate Beschäftigung und einen beruflichen Aufstieg. Neben der großen Anzahl an vollen Gleichwertigkeitsbescheiden wurden den Antragstellenden auch Teile der Qualifikation als gleichwertig anerkannt. Auch durch diese Teilanerkennung wird der Arbeitsmarktzugang verbessert.

Große Nachfrage nach Beratung

Das große Interesse an den Anerkennungsverfahren zeigen die aktuellen Zahlen aus den Informations- und Beratungsangeboten der Bundesregierung: Über 660.000 Besucher nutzten bis Ende September 2013 das Anerkennungsportal www.anerkennung-in-deutschland.de. Die Anlaufstellen haben über 15.000 Interessierte persönlich beraten, die Anerkennungs-Hotline wurde von über 14.000 Personen um Rat gebeten.

Laut Statistischem Bundesamt ist davon auszugehen, dass die erste Bundesstatistik nicht das gesamte Anerkennungsgeschehen abbildet, da vermutlich nicht alle Anerkennungs­stellen vollständig und termingerecht ihre Daten gemeldet haben.

Hinweis: Die Meldungen der Anerkennungsstellen (Landesbehörden und Kammern) beziehen sich auf die bundesrechtlich geregelten Referenzberufe und damit nur auf einen Teil des Berufsspektrums.

Links:

„Anerkennung in Deutschland“
Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

„Die meisten ausländischen Abschlüsse werden anerkannt“
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 15.10.2013

„Fast 7 500 ausländische Berufsqualifikationen im Jahr 2012 anerkannt“
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 15.10.2013

„Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen“
Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

„Statistik zum Bundesgesetz. Erste amtliche Statistik zum Anerkennungsgesetz belegt: Auslandsabschlüsse sind überwiegend gleichwertig“
Informationen auf der Website „Anerkennung in Deutschland“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Foto: fotolia.com / Eisenhans

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