Altenpflegefachkraft: ein Beruf mit Zukunft

Ausgebildete Altenpflegefachkräfte werden bundesweit gesucht - und die Branche wächst weiter. Wer nach einer Familienphase eine neue berufliche Herausforderung sucht, gerne auf ältere Menschen eingeht, Beziehungen aufbaut und sich für gesundheitliche Themen interessiert, für die bzw. den könnte eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft die richtige Wahl ein.

Foto: Ursula Kriesten

Auf zehn offene Stellen in der Altenpflege kommen aktuell je nach Bundesland nur zwischen drei und sieben arbeitslose Fachkräfte. Ambulante Pflegedienste sowie Pflegeheime sind bundesweit wie kaum eine andere Branche vom Fachkräftemangel betroffen. Und allen Prognosen zufolge werden der Altersdurchschnitt der deutschen Bevölkerung sowie die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigen. Ursula Kriesten ist Leiterin der Akademie Gesundheitswirtschaft und Senioren (AGewiS) im nordrhein-westfälischen Gummersbach, die Pflegefachkräfte ausbildet. Sie erklärt: Wir haben die Zahl der Plätze an unserer Altenpflegeschule deutlich erhöht. Auch die Pflegeeinrichtungen und -dienste bieten verstärkt Ausbildungsplätze an. Doch wir können den Bedarf an Fachkräften nach wie vor bei weitem nicht decken. Die gute Nachricht: Es gibt viele Interessierte unterschiedlicher Altersgruppen, die sich als Altenpflegefachkraft qualifizieren möchten. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist derzeit hoch.

Altenpflege bedeutet Beziehungsarbeit

Wer sich für die sehr breite und fundierte Ausbildung in der Altenpflege entscheidet, schätzt es häufig, ältere Menschen individuell bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen zu können. In der Altenpflege spielt neben medizinischen Aspekten die Beziehungsarbeit eine tragende Rolle, berichtet Ursula Kriesten.

Viele Einsatzmöglichkeiten in einer dynamischen Wachstumsbranche

Für examinierte Pflegefachkräfte – also solche mit abgeschlossener Berufsausbildung - bieten sich viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten bei ambulanten Diensten sowie ganz unterschiedlichen stationären Einrichtungen. Der Markt ist in den letzten vier bis fünf Jahren um 38 Prozent gewachsen. Es entstehen immer neue Dienstleistungsformen im Altenpflegebereich. Unsere Absolventinnen und Absolventen können sich daher nicht nur eine Anstellung suchen, sondern sich mit ihren Ideen auch gut selbstständig machen. Die Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten sind ebenfalls sehr gut, so dass zum Beispiel ein späterer Wechsel von der Pflegepraxis ins -management möglich ist. Ein weiterer Pluspunkt, den vor allem Menschen mit Familienaufgaben schätzen: Es gibt sehr viele Teilzeitstellen in der Altenpflege und immer mehr Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber achten inzwischen darauf, Beschäftigten gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu bieten.

Diese Arbeit muss man lieben!

Auch wenn die Chancen am Arbeitsmarkt gut sind: Nicht für jede oder jeden ist der Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers die richtige Wahl. Suchen sie sich zuerst einen Praktikumsplatz, machen sie Hospitationen oder ein freiwilliges Soziales Jahr in der Altenpflege. So können sie am besten herauszufinden, ob die Tätigkeit zu ihnen passt, rät Ursula Kriesten. Denn diese Arbeit muss man lieben. 

Im Ausbildungsbetrieb und in der Schule bewerben

Wer eine Altenpflegeausbildung beginnen möchte, benötigt grundsätzlich einen Realschlussabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss. Der Zugang ist aber z.B. auch mit einem Hauptschulabschluss oder einem als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss möglich, sofern eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine abgeschlossene mindestens einjährige Pflegehelferinnen- bzw. -helferausbildung vorliegt. Für die duale Ausbildung sind sowohl ein Platz in einem Betrieb als auch an einer Altenpflegeschule nötig. Es ist sinnvoll, sich gleichzeitig an beiden Stellen zu bewerben, sagt die Expertin. Wie im Praxisbetrieb durchlaufen die Bewerberinnen und Bewerber auch in der Schule ein Bewerbungsverfahren. Wer bei uns anfangen will, sollte sich mit dem Berufsbild des Altenpflegers bzw. der Altenpflegerin auseinandergesetzt haben, eine hohe Kommunikationsfähigkeit mitbringen, Interesse an älteren Menschen, an Beziehungsarbeit und am Lernen haben und die zeitlichen Vorgaben in der Berufsfachschule und am Arbeitsplatz erfüllen können.

www.altenpflegeausbildung.net

Auf dem Internetportal www.altenpflegeausbildung.net finden Interessierte weitere Informationen über den Zugang zum Beruf, unter welchen Voraussetzung sich die Ausbildungsdauer reduzieren lässt, über Beratungsstellen in den einzelnen Bundesländern, landesrechtliche Reglungen sowie eine Datenbank mit den Adressen von Altenpflegeschulen. Dort finden sich auch Hinweise zur gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsvergütung und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten für die Ausbildung.

Ausbildung und Familie vereinbaren

Interessierte müssen sich zumeist auf eine dreijährige Vollzeitausbildung einstellen. Ursula Kriesten beobachtet, dass auch Menschen mit Familienaufgaben das in der Regel erfolgreich bewältigen können. Die Zeiten in der Schule am Vormittag sind meist sowieso kein Problem. Damit sie im Betrieb so arbeiten können, wie es zu ihrer familiären Situation passt, ist es gut, ein individuelles Arrangement mit dem Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin zu treffen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, eine bis zu fünfjährige Teilzeitausbildung zu absolvieren.

Vielfalt ist gefragt

Menschen, die nach einer Familienphase überlegen, eine Ausbildung zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger zu beginnen, macht die Akademieleiterin Mut: In der Altenhilfe benötigen wir  Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, verschiedener Nationalitäten, Religions­zugehörigkeiten etc. Durch diese Vielfalt entsteht ein Angebot, das den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer entgegenkommt. Die Träger freuen sich, dass das Berufsbild so viele unterschiedliche Menschen anspricht. 99 Prozent der Absolventinnen und Absolventen unserer Fachschule sind anschließend in der Altenpflege tätig.

Links:

Pflegeausbildung.net
Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Wir pflegen! Ausbildung in der Altenpflege - Sicherer Job mit Sinn und Perspektive
Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Foto: privat

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