Qualifizierung : Erfolgreicher Abschluss zur „Assistentin für Haushalts- und Personennahe Dienstleistungen“

13 Frauen haben den Schritt gewagt. Von Januar 2017 bis Juli 2017 haben sie an der Qualifizierung zur „Assistentin für Haushalts- und Personennahe Dienstleistungen“ im Rahmen des Modellprojektes „Perspektive Wiedereinstieg Göttingen“ an der VHS Göttingen Osterode gGmbH, teilgenommen. Rund 80% haben den beruflichen Wiedereinstieg gemeistert. Alle Frauen haben sich während der Fortbildung eine persönliche Perspektive erarbeitet.

Foto: Dozentinnen und Teilnehmerinnen

Seit dem 01. Juli 2015 unterstützt die VHS Göttingen Osterode gGmbH (VHS) mit dem Projekt „Perspektive Wiedereinstieg Göttingen“ Frauen nach einer familienbedingten Erwerbsunterbrechung dabei, den Wiedereinstieg in den Beruf erfolgreich zu gestalten. Das Angebot der Beratungsstelle richtet sich an Wiedereinsteigerinnen und Frauen in geringfügiger Beschäftigung und umfasst Coaching, Seminare sowie arbeitsmarktorientierte Qualifizierungen. Dabei arbeitet die VHS eng mit Partnerinnen und Partnern wie der Koordinierungsstelle „Frauenförderung in der privaten Wirtschaft“, der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter zusammen.

Heterogene Gruppe

Die Teilnehmerinnen, die an der VHS-Qualifizierung zur „Assistentin für Haushalts- und Personennahe Dienstleistungen“ teilnahmen, bildeten eine sehr heterogene Gruppe. Die jüngste Teilnehmerin war 34 Jahre alt, die Älteste 59. Ihre beruflichen Hintergründe reichten von der IT-Spezialistin, über Schneiderin, Schuhmacherin, Kosmetikerin bis hin zur Pferdetherapeutin. Zusätzlich kamen die Teilnehmerinnen aus verschiedenen Herkunftsländern. Ihre Deutschkenntnisse reichten vom Sprachniveau A2 (erweiterte Grundkenntnisse) bis hin zur Muttersprachlerin. Das war eine Herausforderung, die wir gemeinsam toll gemeistert haben. Am Ende der Ausbildung konnten wir sagen, es war ein toller Erfolg!, so die Projektleiterin Goschka Grynia-Gallwitz.

Berufliche Perspektiven erarbeitet – Prüfungen bestanden

Zehn Teilnehmerinnen haben die schriftlichen und praktischen Prüfungen bestanden. Sechs von ihnen haben die Prüfung zur „Fachkraft für haushaltsnahe Dienstleistungen“ erfolgreich abgelegt; vier sind jetzt anerkannte „Betreuerinnen für Menschen mit Demenzerkrankung“ nach § 53c SGB XI. Zwei Teilnehmerinnen haben sich zusätzlich für die externe Prüfung zur Hauswirtschafterin vor der Landwirtschaftskammer angemeldet. Sie haben gute Chancen den Berufsabschluss zu schaffen. Acht der Frauen haben inzwischen eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen, sie arbeiten jetzt für Dienstleistungsagenturen bzw. Einrichtungen, die Haushalts- und Personennahe Dienstleistungen anbieten. Eine Teilnehmerin ist aktuell im Bewerbungsverfahren.

Wie ist das gelungen?

Die Qualifizierung arbeitet nach dem Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft. Alle Teilnehmerinnen absolvierten die vier Basismodule Raum- und Wäschepflege, Ernährung und Verpflegung sowie Begleitung bei eingeschränkter Alltagskompetenz. Nach den 200 Fach-Unterrichtsstunden fanden vor dem „Berufsverband Hauswirtschaft“ die Prüfungen statt. Die Teilnehmerinnen erwarben zwei aussagekräftige Zertifikate: Das Zertifikat „Assistentin für haushalts- und personennahe Dienstleistungen“ und das Zertifikat „EcoCleaner“.In allen Modulen wurde besonderer Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit gelegt. Die Einführung von Mülltrennung in privaten Haushalten und Verwendung von ökologisch abbaubaren Reinigungsmitteln war genauso Thema wie das Kochen mit Produkten aus der Region. Nach den vier Basismodulen konnten sich die Frauen zwischen den Aufbaumodulen fünf und sechs des Curriculums der DGH „Marketing von Haushaltsnahen Dienstleistungen“ und „Planung von hauswirtschaftlicher Versorgung“ oder für die Qualifizierung zur „Betreuungskraft von Menschen mit Demenzerkrankung“ entscheiden.

Neben den fachlichen Inhalten war die intensive sozialpädagogische Begleitung entscheidend für das überdurchschnittliche Abschneiden der Teilnehmerinnen, die mit „vielfältigen Vermittlungshemmnissen“ in die Qualifizierung gekommen waren. Die ersten zwei Wochen der Qualifizierung waren dem Vertrauensaufbau, gegenseitigen Kennenlernen und persönlichen Profiling und der Zielsetzung gewidmet. Welche – auch informellen – Kompetenzen bringt jede mit, was sind ihre Stärken, was kann und will sie dazu lernen und wie können Kursleitung und Dozentinnen dabei unterstützen. Jeden Freitag, parallel zum Fachunterricht und Praktikum, wurden Themen zu Arbeitsmarktkompetenzen in den Bereichen EDV, berufsbezogenem Deutsch, Bewerbungstraining, Kommunikation und Zeitmanagement angeboten. Die Praktika fanden in ausgewählten Einrichtungen und Dienstleistungsbetrieben statt, die ihre Angestellten sozialversicherungspflichtig beschäftigen und Perspektiven für die Teilnehmerinnen bieten.

Weiterer Gewinn der Qualifizierung

Die Absolventinnen unterstützen über die Dienstleistungsagenturen teilweise auch Haushalte von gutqualifizierten Wiedereinsteigerinnen und ermöglichen so deren vollzeitnahe Beschäftigung", freut sich Goschka Grynia-Gallwitz.

Der nächste Kurs wird am 15. Januar 2018 beginnen. Interessierte können sich bei Goschka Grynia-Gallwitz, Tel. 0551 4952-59, g.grynia-gallwitz(at)vhs-goettingen.de, melden.

Das ESF-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

 

 

Links:

VHS Göttingen Osterode gGmbH

ESF-Standort - "Perspektive Wiedereinstieg Göttingen"

perspektive-wiedereinstieg.de:

(Weiter-)Bildung lohnt sich

Studie: Haushalts­nahe Dienstleistungen – ein Markt mit Möglichkeiten

Rubrik Qualifizierung

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Foto: VHS Göttingen Osterode gGmbH

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