ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf“ – Mütter mit Migrations­hintergrund steigen ein

Frauen mit Zuwanderungsgeschichte bringen oft durch ihre Mehrsprachigkeit, ihre sozialen Kompetenzen und ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen viele Fähigkeiten mit, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Mit dem Programm Stark im Beruf möchte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Müttern mit Migrationshintergrund den beruflichen Ein- oder Wiedereinstieg erleichtern und den Zugang zu vorhandenen Angeboten zur Arbeitsmarktintegration verbessern. Kooperationspartner des Programms ist die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Foto: Logo des ESF-Programms "Stark im Beruf"

Mütter sind Alleskönnerinnen, die sich um die Alltagsorganisation kümmern, die ihren Kindern mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie auf ihrem Lebens- und Bildungsweg unterstützen. Damit übernehmen sie in Familien mit Zuwanderungsgeschichte eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen gesellschaftlichen Integration ihrer Familien. Zudem bringen Mütter mit Migrationshintergrund neben beruflichen Qualifikationen zusätzlich wertvolle sprachliche und interkulturelle Fähigkeiten mit, die in ihrem familiären Umfeld wie auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Sie sind wichtige Fachkräfte, deren Potenzial bisher noch nicht ausreichend genutzt wird, schreibt Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in der Publikation „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ zum gleichnamigen ESF-Bundesprogramm.

Von einer Million Müttern mit Zuwanderungsgeschichte, die nicht erwerbstätig sind, haben rund 370.000 Migrantinnen den konkreten Wunsch, in naher Zukunft berufstätig zu sein. Doch welche Schritte sind zu gehen, um den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt zu meistern? Wie kann ich meinen ausländischen Abschluss anerkennen lassen? Was ist mein Abschluss „wert“? Ist es sinnvoll, ein Praktikum zu absolvieren? Brauche ich für die gewünschte Tätigkeit eine Vertiefung meiner deutschen Sprachkenntnisse? Wo kann ich Kontakte für den (Wieder-)Einstieg in den Beruf knüpfen? Für diese und weitere Fragen stehen Beraterinnen und Berater an den bundesweit rund 90 Projektstandorten im Rahmen des Programms Stark im Beruf des BMFSFJ zur Verfügung und begleiten Mütter mit Migrationsgeschichte beim beruflichen Ein- oder Wiedereinstieg. Das Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und läuft vorerst bis Ende des Jahres 2018.

Einstieg ins Erwerbsleben bringt viele Vorteile

Mit den positiven Erlebnissen und Erfahrungen im Arbeitsleben wächst das Selbstbewusstsein der Frauen. Der Austausch im Beruf ermöglicht es ihnen, ihr soziales Netzwerk zu erweitern. Auf diese Weise spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Integration der gesamten Familie in die Gesellschaft. Denn eines wird oft vergessen: Die Mütter leisten in ihren Familien zumeist den Löwenanteil der Familienarbeit. Sie unterstützen und begleiten die Bildungskarrieren ihrer Kinder, gehen zu Elternabenden und knüpfen Kontakte. Daher sind sie für den Bildungserfolg und Kompetenzerwerb ihrer Kinder ein entscheidender Faktor.

Der Einstieg in die Arbeitswelt eröffnet den Teilnehmerinnen neue persönliche Perspektiven und trägt zu einer stabilen finanziellen Situation ihrer Familien bei. So belegen Studien einen Zusammenhang zwischen der Berufstätigkeit der Mutter und der Abhängigkeit der Familie von Transferleistungen. 30 Prozent der nicht erwerbstätigen Mütter ausländischer Herkunft leben in Haushalten, die ganz oder teilweise auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Von den Familien mit berufstätigen Müttern sind dagegen 93 Prozent unabhängig von staatlicher Unterstützung.

Auch Unternehmen profitieren: Mütter mit Migrationshintergrund sind eine wichtige Zielgruppe, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Frauen mit Zuwanderungsgeschichte verfügen über Fremdsprachenkenntnisse und kennen sich oft sowohl in Deutschland als auch in ihren Herkunftsländern aus. Erfahrungsgemäß haben viele Mütter ein großes Organisationstalent, sind teamfähig und zeigen Einfühlungsvermögen.

Kooperationspartner – Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist ein fester Kooperationspartner an jedem Projektstandort. Ca. 60 Prozent der Teilnehmerinnen werden über die örtlichen Jobcenter an die Projektträger vermittelt. Im Februar 2016 haben das BMFSFJ und die BA die Intensivierung ihrer strategischen Partnerschaft mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zum ESF-Bundesprogramm Stark im Beruf besiegelt. Bei der Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Zuwanderungsgeschichte wollen beide Partner noch stärker zusammenwirken.

Botschafterinnen und Botschafter

Das ESF-Bundesprogramm Stark im Beruf hat prominente Unterstützerinnen und Unterstützer, die als Programmbotschafterinnen und -botschafter für die Initiative werben. Sie kennen aus eigener Erfahrung die Vorteile einer familienfreundlichen, interkulturellen Arbeitskultur und möchten Mütter ermutigen, den Weg (zurück) in den Beruf zu gehen. In einer Bildergalerie können Interessierte die persönlichen Statements der Prominenten lesen.

Projekte vor Ort

Die Projektträger setzen Schwerpunkte wie zum Beispiel Beratung zu Fragen rund um den Arbeitsmarkt, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur beruflichen Orientierung, mit denen sie die Teilnehmerinnen bestmöglich unterstützen möchten. Migrantinnen können zum Beispiel individuelle Beratungsangebote, begleitende Gespräche bei Unternehmen oder persönliche Coachings in Anspruch nehmen. Die Projektstandorte sind über die Standortkarte zu finden. Vertiefende Informationen zu den einzelnen Projekten bieten die Projektprofile.

Links:

www.starkimberuf.de
Website des ESF-Bundesprogramms Stark im Beruf

Video: „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“
Film zum ESF-Bundesprogramm Stark im Beruf

Familien mit Migrationshintergrund - Analysen zur Lebenssituation, Erwerbsbeteiligung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Publikation des BMFSFJ, Juni 2015

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Foto: BMFSFJ

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