Zukunftsjob: Busfahrerin oder Busfahrer

Der Bedarf an Fachkräften in der Omnibusbranche war noch nie so groß wie heute. Bis 2015 wird rechnerisch jeder dritte Busfahrer bzw. -fahrerin in Deutschland in Rente gehen. Ein akuter Personalmangel zeichnet sich ab, berichtet Katja Neef, Referentin Aus- und Weiterbildung beim WBO Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer e.V. Das eröffnet gute Chancen für berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, die sich mit einer beschleunigten Grundqualifizierung für den Beruf fit machen können.

Foto: Autobus

Für private Busunternehmen lag bereits zum Jahreswechsel 2010/2011 der Mangel an Fahrerinnen und Fahrern im Ranking der größten Brennpunkte der Branche auf Platz 2 – dies zeigt die Konjunkturumfrage 2010 des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (bdo). Immerhin 14 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer  sahen hier ein drängendes Problem. Die Veröffentlichung des bdo macht auch deutlich, dass sich die Situation weiter verschärfen wird: Das Durchschnittsalter liegt bei 45 Jahren, zusätzlich verliert die Branche schon in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte durch das Erreichen des Rentenalters ohne ausreichenden Ersatz.

Der Fahrerinnen- und Fahrermangel sei, sagt Katja Neef, sowohl im Linienbusverkehr als auch in der Bustouristik spürbar. Gleichzeitig profitiert die Branche – auch durch den demografischen Wandel - von wachsender Nachfrage. Das Durchschnittsalter von Busreisenden liegt derzeit bei 55,7 Jahren, fast 60 Prozent von ihnen sind 60 Jahre oder älter, heißt es im Marktforschungsbericht 2011 des Internationalen Bustouristik Verbands RDA.

Frauen und Männer, die nach einer Familienphase wieder berufstätig werden wollten, seien für den Beruf der Busfahrerin oder des Busfahrers vielfach gut geeignet, meint Katja Neef, erfordere die Tätigkeit doch eine hohe Serviceorientierung und Kommunikationsfreude. Viele Menschen haben diese Fähigkeiten in ihrer Familienphase geschult, sagt sie.

Beschleunigte Qualifizierung möglich

Wer sich zur Führerin oder zum Führer eines Busses ausbilden lassen möchte, hat anstelle der klassischen dreijährigen Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bzw. zum Berufskraftfahrer im Personenverkehr auch die Möglichkeit, eine beschleunigte Grundqualifizierung zu durchlaufen. Zusätzlich ist ein Führerschein Klasse D zu erwerben. Die Qualifizierung umfasst 140 Stunden: 130 Stunden Theorie und zehn Stunden Fahrpraxis, berichtet WBO-Expertin Katja Neef. Da die Qualifizierung unabhängig vom Besitz einer Fahrerlaubnis ist, kann sie auch vorab oder parallel dazu absolviert werden. Wer heute loslegt, könnte auf diese Weise theoretisch in vier bis sechs Monaten im neuen Job starten, berichtet Katja Neef.

Was viele berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger, die gerne in Teilzeit arbeiten möchten, interessieren dürfte: Die Branchenkennerin sieht auch hierfür gute Aussichten. Im Schulverkehr gibt es gerade in den Vormittagsstunden einen erhöhten Bedarf an Arbeitskräften, der gut mit Teilzeit arbeitendem Personal abzudecken ist, sagt sie.

Vorab bei Unternehmen vor Ort nach Bedarf erkundigen

Interessierten empfiehlt sie, zunächst Kontakt mit möglichen Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgebern aufzunehmen und zu klären, ob dort Chancen für eine Anstellung bestehen. Wer die Arbeit als Busfahrerin oder Busfahrer erst einmal näher kennenlernen möchte, kann sich auch nach einem Praktikumsplatz erkundigen, sagt sie. Kontaktdaten zu in Frage kommenden Unternehmen können die jeweiligen Landesverbände der Omnibusunternehmerinnen und -unternehmer zur Verfügung stellen. Eine Übersicht über die Landesverbände gibt es auf der Website des bdo Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. Außerdem empfiehlt sich ein Besuch bei der Arbeitsagentur oder gegebenenfalls beim zuständigen Jobcenter. Hier gibt es Informationen über eine eventuell im Einzelfall mögliche Unterstützung.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf dem Internetportal BERUFE.NET weitere Informationen zum Beruf des Busfahrers bzw. der Busfahrerin.

Links:

„bdo Konjunkturumfrage“
Konjunkturumfrage auf der Website des bdo Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V.

„Ausbildung & Karriere“
Informationen auf der Website des WBO Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer e.V.

„Die Landesverbände des bdo“
Übersicht auf der Website des bdo Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V.

„Busfahrer/in“
Informationen aus BERUFENET, einer Plattform der Bundesagentur für Arbeit (Begriff "Busfahrer/in" in die Suchmaske eingeben)

Foto: pixelio.de / Volvo

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