Studie nennt Gründe für Dauer von Erwerbsunterbrechungen

Ob und wie schnell Frauen nach einer Erwerbsunterbrechung in ihren Job zurückkehren, hängt stark von ihrem zuletzt ausgeübten Beruf ab. Das ergab die im März 2009 veröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) „Der Beruf und die Dauer von Erwerbsunterbrechungen“ im Auftrag des Bundesfrauenministeriums.

Foto: Frau mit Kind auf dem Rücken vor einer Baumgruppe

Untersucht wurden Berufe, in denen 90 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermittelten fünf Kriterien, welche für die Dauer von Erwerbsunterbrechungen ausschlaggebend sind: Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, Arbeitsverträge und Zugänglichkeit für unterschiedliche Eingangsqualifikationen.

Ungünstige Arbeitsbedingungen verzögern den Wiedereintritt. Das zeigt sich, so die Untersuchung, insbesondere bei den Berufen Gebäudereinigerinnen, Nahrungs- und Genussmittelverkäuferinnen sowie Köchinnen. „Die Tätigkeiten, die diese Frauen ausüben, sind häufig mit einer anhaltenden starken Verausgabung und körperlichen Belastungen verbunden“, heißt es. Auch seien die Tätigkeiten oft äußerst monoton und mit geringer Entlohnung, lückenhafter sozialer Absicherung und fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten verknüpft.

Besonders lange Erwerbspausen gibt es zudem in Berufen mit Arbeitszeiten von mehr als 46 Wochenstunden, weil dies der Vereinbarkeit von Familie und Beruf entgegensteht – beispielsweise bei Hilfsarbeiterinnen, Friseurinnen oder Einzelhandelskauffrauen. Das Gegenteil ist der Fall bei Berufen mit flexiblen Arbeitszeiten und in denen viel am Wochenende und an Feiertagen gearbeitet wird (zum Beispiel Nahrungs- und Genussmittelverkäuferinnen, Krankenschwestern, Restaurantfachfrauen und Stewardessen). Dieses Arbeitszeitmodell erleichtert es, die Aufgaben in der Familie mit dem Partner zu teilen. Zudem wird Wochenend- und Feiertagsarbeit meist besser bezahlt. Auch in Berufen, in denen der Anteil von befristet Beschäftigten hoch ist (wie bei Ärztinnen und Sozialarbeiterinnen), kehren Frauen schneller in das Erwerbsleben zurück.

Link:

Der Beruf und die Dauer von Erwerbsunterbrechungen
Kurzfassung der Studie

Foto: pixelio.de / Jürgen Stahl

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