Fortschrittsreport Altersgerechte Arbeitswelt: Ältere Beschäftigte steigern Produktivität

Durch eine sich wandelnde Altersstruktur wird die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands zunehmend von Arbeitskräften geprägt, die 45 Jahre und älter sind. Der im Januar 2012 erschienene Fortschrittsreport Altersgerechte Arbeitswelt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt, dass Menschen dieser Altersgruppe sehr leistungsfähig sind und viel Wissen und Erfahrung einbringen. Daher können Frauen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben mit ihren - auch während der Familienphase erworbenen Erfahrungen - mit Recht selbstbewusst auf dem Arbeitsmarkt auftreten.

Foto: Deckblatt der Publikation

Der vorliegende erste Teil des Fortschrittsreports Altersgerechte Arbeitswelt mit dem Schwerpunktthema Entwicklung des Arbeitsmarkts für Ältere macht deutlich: Unternehmen profitieren von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Studien zufolge steigt die Produktivität um durchschnittlich 0,5 Prozent, wenn der Anteil der 45- bis 49-Jährigen an den Beschäftigten um ein Prozent zunimmt.

Geistige Fähigkeiten der Generation 50plus sind hoch

Die geistigen Fähigkeiten, heißt es im Fortschrittsreport, wandeln sich mit dem Alter. Vor allem Faktenwissen und Erfahrung zählten zu den Pluspunkten älterer Beschäftigter. Jüngere könnten dagegen schneller und flexibler auf neue Informationen reagieren. Interessant ist auch, dass Menschen mit zunehmendem Alter zusätzliche Hirnregionen zur Verarbeitung von Eindrücken nutzen, und damit ihre Leistungsfähigkeit erhalten. Eine anregungsreiche Arbeit trägt dazu bei.

Demographischer Wandel: Ältere Beschäftigte im Trend

Der Blick auf die Generation 50plus hat sich verändert, die Stärken der Älteren treten in den Vordergrund, die Anstrengungen der Betriebe, alters- und alternsgerechte Arbeit zu gestalten, nehmen zu, schreiben die Autorinnen und Autoren des Reports. Motor dieser Entwicklung ist der demographische Wandel, der dazu führen wird, dass die Zahl der Personen im Erwerbsalter - bei steigendem Altersdurchschnitt - immer mehr abnimmt. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands hängt damit stark von der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Menschen dieser Altersgruppe ab. Und auch die Ergebnisse, der im Report zitierten Studie zu den Arbeitsmarktchancen erwerbsloser Älterer, macht Mut: Es zeigte sich nämlich, dass mittelfristig Jüngere und Ältere vergleichbare Chancen haben, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Immer mehr Frauen der Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren sind erwerbstätig

2010 waren 58 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig, 20 Prozent mehr als im Jahr 2000. Besonders deutlich wuchs der Anteil erwerbstätiger Frauen. Die Autorinnen und Autoren des Berichts führen das auf geänderte Rollenbilder und den im Vergleich zur vorangegangenen Generation höheren Qualifikationen vieler Frauen zurück. Die Qualifikation sei maßgeblich für die Beschäftigungschancen am Arbeitsmarkt.

Bessere Chancen für den Wiedereinstieg

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes macht deutlich, dass Frauen, die heute nach längeren Familienphasen erneut in den Beruf einsteigen möchten, gute Chancen haben, da sie für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen zunehmend wichtig werden. Wer heute mit 40 oder 45 Jahren wieder erwerbstätig wird, kann damit rechnen, dass sich die Arbeitswelt aufgrund eines steigenden Durchschnittsalters der Belegschaften auf die Bedürfnisse der eigenen Altersgruppe einstellen wird.

Link:

Fortschrittsreport 'Altersgerechte Arbeitswelt', Ausgabe 1: Entwicklung des Arbeitsmarkts für Ältere, Publikation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), Januar 2012

Foto: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Services

Themenlotse

Themen-Schnellzugang