Bundesagentur für Arbeit: Frauen bieten ein wichtiges Fach­kräfte­potenzial

Nach Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) werden im Jahr 2025 6,5 Millionen Arbeitskräfte in Deutschland fehlen. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte im Januar 2011 das Strategiepapier "Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland". Darin werden Frauen, die wegen der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen dem Arbeitsmarkt aktuell nicht zur Verfügung stehen oder nur in Teilzeit erwerbstätig sind, als das größte Fachkräftepotenzial erkannt- wenn sie beim Wiedereinstieg unterstützt werden. Daher ist ein zentraler Ansatzpunkt zur Gewinnung dieses Potenzials eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Foto: Deckblatt der Publikation

Laut Analysen des IAB wird das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland ohne Zuwanderung und bei konstanter Erwerbsquote von heute knapp 45 Millionen Personen bis zum Jahr 2050 auf knapp 27 Millionen Personen sinken. Der Rückgang beginnt allmählich und beschleunigt sich ab dem Jahr 2020. Im Jahr 2025 werden 6,5 Millionen Fachkräfte in Deutschland fehlen.

In dem Strategiepapier "Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland" hat die Bundesagentur für Arbeit nach einer umfassenden Analyse eine Vielzahl von Maßnahmen betrachtet und ihr Potenzial zur mittelfristigen Steigerung des Fachkräfteangebots bewertet. Die Schätzungen sollen einen ersten Überblick darüber geben, wo der deutsche Arbeitsmarkt noch ungenutzte Reserven besitzt – und wie groß diese Reserven sind.

Potenziale von Frauen für den Arbeitsmarkt nutzen

Eines der zehn vorgestellten Handlungsfelder lautet: Erwerbspartizipation und Arbeitszeitvolumen von Frauen steigern. Im internationalen Vergleich bestehen in Deutschland noch Potenziale bei der Erwerbsbeteiligung der Frauen insgesamt, aber auch dem Arbeitszeitvolumen von teilzeitbeschäftigten Frauen. In Summe birgt die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, die Senkung des Anteils der Frauen, die Teilzeit statt Vollzeit arbeiten, und die Anhebung der Arbeitszeit weiterhin teilzeitbeschäftigter Frauen ein Gesamtvolumen von 0,7 bis 2,1 Millionen Vollzeiterwerbstätigen. Damit liegt in diesem Handlungsfeld das größte Potenzial zur Überwindung des drohenden Fachkräftemangels.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Sowohl Unternehmen als auch die Politik reagieren bereits auf den steigenden Fachkräftemangel, indem sie bessere Strukturen besonders für erwerbstätige Eltern schaffen. Dazu gehören Maßnahmen auf Unternehmensebene, wie etwa der Ausbau von Betriebskindergärten, die Beteiligung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern an Kinderbetreuungskosten oder die Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle (z.B. Arbeitsreduzierung zu Ferienzeiten) und alternativer Formen der Zusammenarbeit (z.B. Telearbeit, Eltern-Kind-Büros). Der Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren und die Flexibilisierung und Verlängerung der Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen durch die Akteurinnen und Akteure in Bund und Kommune sind weitere zielführende Maßnahmen. Eine bessere Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen, z.B. mit Hilfe von Netzwerken und neuen Wohnformen, ist ein anderer wichtiger Baustein, um die Erwerbstätigkeit von Frauen zu fördern. Es gilt, Frauen in ähnlichen Situationen durch Netzwerke und Beratung zusammenzubringen und über bestehende Angebote und Lösungsmöglichkeiten zu informieren.

Neben den wichtigen Akteurinnen und Akteuren Unternehmen, Bund und Kommunen wirkt auch die Bundesagentur für Arbeit in diesem Handlungsfeld mit: Sie unterstützt die Erwerbsbeteiligung von Frauen, indem sie den Zugang zu Weiterbildungen erleichtert (beispielsweise durch Übernahme der Kinderbetreuungskosten und E-Learning-Angebote) und ist zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Trägerin des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg".

Links:

"Perspektive 2025: Fachkräfte für Deutschland"
Publikation der Bundesagentur für Arbeit, PDF (4,18 MB)

Rubrik "Aktionsprogramm Perspektive Wiedereinstieg"

Foto: Bundesagentur für Arbeit (BA)

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