Berufschancen in der IT-Branche: Bedarf vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen

Die Branche der Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) ist vom Fachkräftemangel besonders stark betroffen. Ursache ist der wirtschaftliche Aufschwung, aber auch die demografische Entwicklung trägt dazu bei, dass sich der Fachkräftemangel in der Branche weiter verschärft. Besonders Softwarehäuser, IT-Dienstleister und Internetfirmen suchen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für jedes zweite Unternehmen ist der Mangel an hochqualifiziertem Personal laut Branchenverband Bitkom mittlerweile das größte Wachstumshemmnis.

Foto: Frauenhände auf Computertastatur

Derzeit gibt es rund 28.000 offene Stellen für IT-Fachleute in der deutschen Wirtschaft, wie aus einer Umfrage des Bitkom von November 2010 hervorgeht. Viele kleine und mittelständische Unternehmen können aufgrund fehlender Fachkräfte die offenen Stellen jedoch nicht ausreichend besetzen. Auch große Unternehmen haben Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften und versuchen durch Kooperationen mit Hochschulen und mithilfe gezielter Rekrutierungsmaßnahmen geeignete Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Für IT-Fachkräfte, sind die Jobaussichten gut, weiß Martin Schmidt, Projektkoordinator der Initiative IT 50plus des Branchenverbands Bitkom, zu berichten. Besonders können sich Fachkräfte auszeichnen, die neben fachlichen Qualifikationen auch über Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist, sogenannte Schlüsselqualifikationen, verfügen. In der Hightech-Branche ITK sind ebenso Eigenständigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefragt. Frauen, aber auch Männer, hinter denen eine familienbedingte Erwerbspause liegt, haben dabei meist ausgeprägte soziale Kompetenzen und Zeitmanagementfähigkeiten entwickelt und können dementsprechend bei Einstellungsentscheidungen besonders punkten, so Schmidt.

Um den fachlichen Anschluss während einer familienbedingten Erwerbspause nicht zu verlieren, ist es von Vorteil, sich über die technischen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, da sich gerade die ITK-Branche schnell weiterentwickelt. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Online-Studiums fortzubilden. Die Universität Duisburg-Essen etwa bietet die Fächer Wirtschaftsinformatik und Informatik als Online-Studiengänge an, die nebenberuflich absolviert werden können. Denn im IT-Bereich ist entscheidend, fachlich auf der Höhe zu sein. Während in den Neunziger Jahren Quereinsteigerinnen und -einsteiger gute Chancen hatten, nach einer Umschulung in die ITK-Branche einzusteigen, ist dies heute angesichts der ständig wachsenden Anforderungen schwieriger geworden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht genuin aus dem IT-Bereich kommen und in Kurz-Fortbildungen qualifiziert wurden, stoßen bei den rasanten Veränderungen in der Informationstechnologie und dem deutlich gestiegenen Qualifikationsniveau häufig an ihre Grenzen. Daher sind regelmäßige berufsbegleitende Weiterqualifizierungen unerlässlich. Dies gilt insbesondere für Frauen und Männer, die längere Zeit aus dem Beruf ausgestiegen sind. Aber auch der Kontakt zum ehemaligen Arbeitsumfeld sollte nicht komplett abgebrochen werden. Dafür sollte neben fachlichen Inhalten auch der Kontakt zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Erwerbspause und Unternehmen aufrecht erhalten werden, empfiehlt Martin Schmidt.

Ein Grund, weshalb viele potenzielle Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger zögern, in ihren alten Beruf zurückzukehren, ist die Herausforderung, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Ein Problem, das in der ITK-Branche weit weniger ins Gewicht fällt, als in anderen Branchen. Viele Unternehmen haben aufgrund der weltweiten Kunden- und Partnerstruktur keine starren Arbeitszeitregelungen. So ist es möglich, Kita- oder Schulzeit zu berücksichtigen, bei Bedarf auch am Abend Termine wahrzunehmen oder individuelle Arbeiten zu erledigen, so Schmidt.

Wer als Wiedereinsteigerin aus der ITK-Branche überlegt, in den alten Beruf zurückzukehren, findet also hier gute Bedingungen für den Neustart.

Foto: pixelio.de / Paul-Georg Meister

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