Trendstudie „Moderne Väter“

Väter möchten heute ihre Vaterschaft aktiver und engagierter leben als vorausgegangene Vätergenerationen. Bei der Umsetzung suchen sie nach gangbaren Wegen und Vorbildern. Bei beiden Elternteilen scheinen jedoch traditionelle Rollenmuster noch stark verwurzelt zu sein. Sich dieser Mechanismen bewusst zu sein, kann helfen Veränderungen einzuleiten. Das sind Ergebnisse einer Trendstudie, die Impulse dafür geben kann, Rahmenbedingungen für „moderne Väter“ zu verbessern.

Foto: Deckblatt der Studie

Im Dezember 2012 erschien eine Studie, die die Väter gGmbH aus Hamburg bei der Berliner different labs GmbH in Auftrag gegeben hatte. Die Untersuchung porträtiert eine Väter-Generation, die sich von traditionellen Rollenbildern verabschiedet und nach neuen Formen sucht, Vaterschaft engagiert zu leben. Dazu gehört es nach Auffassung der für die Studie interviewten und online befragten Väter, sich emotional auf die Kinder einzulassen und Gefühle zu zeigen. Die Neu- und Umbewertung der Vaterrolle ändere zugleich das, was allgemein als „männlich“ verstanden werde, schreiben die Autorinnen und Autoren. Die Mehrheit der befragten Männer möchte Vertrauensperson für ihre Kinder sein, deren Entwicklung von Beginn an aktiv begleiten und auch an Wochentagen Zeit für sie haben. Gleichzeitig sehen sich die Väter nach wie vor fast uneingeschränkt in der Verantwortung, die Familie finanziell abzusichern. 92,8 Prozent von ihnen ist dieser Aspekt „sehr wichtig“. Daher suchen sie nach Möglichkeiten und Strategien, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Herausforderung: häusliche Verantwortung „gerecht“ verteilen

Der Wunsch vieler Väter nach mehr Engagement in der Familie macht dort „Verhandlungen“ nötig. Nach Ansicht der für die Studie ebenfalls befragten Expertinnen und Experten, täten sich viele Mütter jedoch schwer damit, in väterliche Kinderbetreuungskompetenzen zu vertrauen und die häusliche Verantwortung mit dem Partner zu teilen. Mit der Geburt eines Kindes fallen Paare daher sehr oft in traditionelle Rollenmuster zurück. Die klassische Aufteilung zwölf Monate für sie und zwei Monate für ihn, scheint in vielen Partnerschaften so selbstverständlich zu sein, dass sie kaum hinterfragt wird. Interessanterweise wussten fast ein Drittel der befragten Männer nicht, ob es überhaupt möglichst ist, als Mann mehr Elterngeldzeit als die zwei sogenannten Partnermonate zu beanspruchen. Die Autorinnen und Autoren der Studie fordern daher von Politik und Wirtschaft eine bessere Kommunikation der Elterngeld- und -zeitregelungen mit einer ausdrücklichen Darstellung gleichberechtigter Umsetzungsmodelle, die beiden Elternteilen die Möglichkeit eröffnen, sich in der Familie und in der Arbeitswelt zu engagieren.

Passen Aufgabenverteilung und Lebensziele zusammen? 

Die Studie deutet zudem darauf hin, dass es sich für Eltern lohnen könnte, ihre Werte und Lebensziele mit der umgesetzten Aufgabenverteilung in der Familie abzugleichen. Vielleicht ergibt sich daraus der Impuls für Veränderungen, die allen Familienmitgliedern zu Gute kommen.

Unternehmen profitierten von der sozialen Kompetenz der Väter

Väter sehen der Umfrage zufolge die Zeit mit ihren Kindern als Bereicherung von der sie persönlich profitieren. Den Zuwachs an sozialen Kompetenzen durch eine engagierte Vaterschaft wird inzwischen häufig auch am Arbeitsplatz wahrgenommen und positiv bewertet. Das motiviert Unternehmen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Vätern erleichtern, Beruf und Familie zu vereinbaren. Die öffentliche Diskussion um „mehr Frauen in Führung“ solle um die Diskussion „mehr Männer in Familie“ ergänzt werden, meint Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter gGmbH. Allegesellschaftlichen Gruppen sind dazu eingeladen, die Ergebnisse unserer Trendstudie weiterzudenken und in konkrete Ideen zu übersetzen, die Vätern helfen können, ihrer veränderten Rolle gerecht zu werden. 

Links:

„Trendstudie: ‚Moderne Väter’“, Studie zum Download

Foto: Väter gGmbH

Services

Themenlotse

Themen-Schnellzugang