Report: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Der Report Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der in der Schriftenreihe Familie in Baden-Württemberg erschien, fasst kurz und übersichtlich die zentralen Ergebnisse unter anderem aus bundesweiten Studien und Erhebungen zu diesem Thema zusammen. Laut Report setzen 36 Prozent alle Unternehmen Programme um, die einen beruflichen Wiedereinstieg erleichtern.

Foto: Deckblatt der Publikation

Die Erwerbstätigkeit von Müttern ist heute eher die Regel als die Ausnahme und steigt tendenziell an. Nach Ergebnissen des Mikrozensus 2010 waren rund 60 Prozent der Mütter im Bundesgebiet aktiv erwerbstätig. Im Vergleich dazu gingen 1996 noch 55 Prozent der Mütter in Deutschland einer bezahlten Tätigkeit nach, heißt es in der Ausgabe 4/2011 des Reports Familie in Baden-Württemberg, der sich mit dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschäftigt. Die FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg am Statistischen Landesamt veröffentlichte den Report im Februar 2012.

Arbeitsteilung in der Partnerschaft

Zur Aufteilung der Erwerbsarbeit in Partnerschaften schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Das häufigste Arbeitszeitmodell in Paarfamilien, in denen beide Partner aktiv erwerbstätig sind, ist nach wie vor eine Vollzeittätigkeit des Mannes kombiniert mit einer Teilzeittätigkeit der Frau (77 Prozent). Dass die Frau in Vollzeit erwerbstätig ist und der Mann in Teilzeit, kommt hingegen kaum vor (zwei Prozent). In 17 Prozent aller Paarfamilien gehen beide Partner einer Vollzeittätigkeit nach. Partnerschaftliche Teilzeitmodelle (beide Partner arbeiten in Teilzeit) sind weiterhin sehr selten (drei Prozent).

Unternehmen bauen Familienfreundlichkeit aus

Zwei Drittel der Eltern finden, dass sich Familie und Beruf schlecht vereinbaren ließen, heißt es im Report. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben erkannt, dass verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nötig sind und bearbeiten das Thema zusammen mit Politik, Gewerkschaften und Verbänden. Studien zeigen, dass Betriebe auch während der Wirtschaftskrise ihre Maßnahmen dafür weiter ausgebaut haben. Zu den Maßnahmen, die Betriebe ergreifen, um Eltern oder pflegende Angehörige für sich zu gewinnen bzw. zu halten, gehören auch Einarbeitungsprogramme für den beruflichen Wiedereinstieg. 36 Prozent der Unternehmen machen davon Gebrauch. Die am häufigsten eingesetzten Instrumente zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Unternehmen sind die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und der Arbeitsorganisation. Auch in anderen Ländern Europas ist dies zu beobachten.

Der 25-seitige Report Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der in die Kapitel „Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern“, „Familienbewusstes Handeln in der betrieblichen Praxis“ und „Familienfreundlichkeit von Unternehmen in Europa“ unterteilt ist, beinhaltet ausführliche Literaturangaben mit Links zu den Quellen und steht im Internet zum Download zur Verfügung.

Link:

Familie in Baden-Württemberg Report 4/2012. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Publikation zum Download auf der Website des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg

Foto: FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg

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