Vorteile des beruflichen Wieder­einstiegs

Chancen zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung, (mehr) finanzielle Unabhängigkeit, die wirtschaftliche Absicherung der Familie, die Vermeidung von Altersarmut durch den Erwerb von Rentenansprüchen: Für den Wiedereinstieg in den Beruf spricht Vieles.

Grafik: Darstellung der gegenwärtigen und zukünftigen Einkommensperspektive an einem fiktiven Beispiel für einen beruflichen Wiedereinstieg

Wenn sie den beruflichen Wiedereinstieg planen, liegen vor vielen Frauen und Männern noch 20 oder mehr Jahre, in denen sie erwerbstätig sein und neue berufliche Perspektiven entdecken können. „Bereit für neue Wege!“ - Vorteile des beruflichen Wiedereinstiegs im Überblick:

Vorteil: wieder eigenes Geld verdienen

Finanzielle Vorteile stehen für viele berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger - Umfragen zu Folge – aus unterschiedlichen Gründen im Vordergrund. Es ist befriedigend am Monatsende ein eigenes Einkommen erwirtschaftet zu haben. Das fördert das Selbstbewusstsein, trägt zum Familieneinkommen bei und entlastet vielfach den Partner oder die Partnerin. Wer den beruflichen Wiedereinstieg plant und weiß, welchen Beruf er oder sie anstrebt, kann auf perspektive-wiedereinstieg.de oder über den Link www.wiedereinstiegsrechner.de mit dem Wiedereinstiegsrechner das voraussichtlich zu erzielende Brutto- und Nettoeinkommen berechnen. Außerdem wird ermittelt, wie sich die Erwerbstätigkeit auf die Rentenansprüche auswirkt. Die heutige Rentnerinnengeneration muss mit Alterseinkommen leben, die um fast 60 Prozent unter denen der Männer ihrer Altersstufe liegen. Das ist ein Ergebnis der im Februar 2012 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlichten Studie zum "Gender Pension Gap", den geschlechtsspezifischen Unterschieden im Alterseinkommen. Jüngere Frauen haben daraus gelernt. In der 2011 veröffentlichten Untersuchung Zeit für Wiedereinstieg – Potenziale und Perspektiven gaben 78 Prozent der befragten Frauen etwas für die finanzielle Sicherung im Alter tun als wichtigen Grund für den beruflichen Wiedereinstieg an. Sie wissen: Eine möglichst vollzeitnahe sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine existenzsichernde Selbstständigkeit sind die beste Methode, um sich Rentenansprüche zu erwirtschaften, die Altersarmut vermeiden.

Vorteil: sich fachlich und persönlich weiterentwickeln

In der Familienphase lernen sich viele Frauen (und zunehmend Männer) von einer anderen Seite kennen, entwickeln zusätzliche Kompetenzen und entdecken neue Themenfelder für sich. Diesen Erfahrungsschatz können sie vielfach auch beruflich nutzen. Von ihrem künftigen Arbeitsplatz erwarten sie oft die Möglichkeit, sich dort fachlich und persönlich weiterentwickeln zu können. Ein wichtiges Motiv für die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit sei die Selbstverwirklichung im Beruf sagen 52 Prozent der für die Studie Perspektive Wiedereinstieg. Ziele, Motive und Erfahrungen von Frauen vor, während und nach dem beruflichen Wiedereinstieg (2010) befragten Frauen. Der Beruf sei wichtig für das Selbstwertgefühl, geben 71 Prozent der Befragten an. Mit dem Start in die Berufswelt erschließt sich ein weiterer Lebensbereich mit vielen positiven Herausforderungen.

Vorteil: Arbeitswelt mitgestalten

Jede Person, die die Herausforderung annimmt und sich erfolgreich beruflich positioniert, trägt dazu bei, dass Lebensläufe mit Familienphasen im Berufsleben selbstverständlicher werden und bei der Fürsorgearbeit gewonnene Kompetenzen in den Blick rücken. Das trägt dazu bei, dass Wiedereinstiegsfreundlichkeit in der Arbeitswelt thematisiert wird. Menschen, die den beruflichen Wiedereinstieg gemeistert haben, können andere motivieren, die diesen Schritt planen. Auf perspektive-wiedereinstieg.de berichten daher Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger - zum Teil gemeinsam mit ihren Partnern und Partnerinnen - von ihren Erfolgsgeschichten.

Vorteil: Haushaltnahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen - Zeit gewinnen

Wer beruflich wieder einsteigt, sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Stunden für die Erwerbstätigkeit mit den bestehenden Familien- und Haushaltstätigkeiten zu koordinieren. Durch eine neue Gewichtung der anfallenden Arbeiten und eine Neuverteilung der Aufgaben innerhalb der Familien lassen sich Freiräume für die Erwerbsarbeit schaffen. Eine weitere Möglichkeit nutzen berufliche Wiedereinsteigerinnen der Umfrage Zeit für Wiedereinstieg zu Folge noch wenig, nämlich Hausarbeiten an externe Dienstleister zu delegieren. Der Vergleich zwischen Frauen vor und nach dem Wiedereinstieg zeigt, dass Personen, die bereits wieder erwerbstätig sind, die Entlastung, die die Beauftragung von Dienstleistern für sie bedeutet, deutlich stärker wahrnehmen und viel eher bereit sind, ihnen Aufgaben zu übertragen.

Vorteil: Entwicklungschancen für die Partnerschaft

Fast alle beruflichen Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger sehen den Neustart im Beruf gleichzeitig als Beginn einer neuen Aufgabenverteilung in der Familie. Der berufliche Wiedereinstieg ist also ein Projekt, das die gesamte Familie - besonders den Partner bzw. die Partnerin - mit betrifft. Die Studie Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin zeigt, dass die Mehrzahl der Lebenspartner bereit ist, ihre Frauen aktiv zu unterstützen, indem sie zum Beispiel ihre Arbeitszeit phasenweise reduzieren. Die Studie macht jedoch auch deutlich, dass Frauen und Männer gefordert sind, ihre beruflichen Ziele und Wünsche (rechtzeitig) zu formulieren und zu besprechen, um sie aufeinander abstimmen und sich gegenseitig unterstützen zu können. Mit der Veränderung durch den beruflichen Wiedereinstieg geht die Chance einher, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide gemeinsam neu zu gestalten.

Links:

Gender Pension Gap – Entwicklung eines Indikators für faire Einkommensperspektiven von Frauen und Männern
Studie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Dezember 2011

Zeit für Wiedereinstieg – Potenziale und Perspektiven
Studie des Delta-Institut für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Mai 2011

Perspektive Wiedereinstieg. Ziele, Motive und Erfahrungen von Frauen vor, während und nach dem beruflichen Wiedereinstieg
Studie von Sinus Sociovision im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Oktober 2010

Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin
Studie von Hans-Georg Nelles im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Dezember 2011

Foto: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

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