Partnerschaftlich durch das Jahr 2017

Partnerschaftliche Aushandlungen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für den beruflichen Wiedereinstiegsprozess. Wir freuen uns, dass das Thema partnerschaftliche Aufgabenteilung der Erwerbs- und Familienarbeit gesellschaftlich sowie individuell immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wie sicherlich viele von Ihnen wissen, braucht es eine gewisse Zeit, diesen Rollenwandel zu etablieren. Lassen Sie sich von den Zitaten unserer Expertinnen und Experten aus der Rubrik „Statement des Monats“ motivieren, damit das Durchhalten Freude macht. Viel Spaß und Erfolg für Ihren beruflichen Wiedereinstieg!

Foto: Schriftzug "happy New Year"mit der Zahl 2017

Jürgen Kura

Foto: Jürgen Kura

Nach meiner 'Trainingszeit' als Sohn einer Mutter, Bruder zweier Schwestern, Ehepartner einer starken Frau und Vater einer tollen Tocher, kann ich fühlen, tanzen, spielen und spülen, putzen und kochen. Nicht zu vergessen auch noch den Garten machen, kaputte Sachen reparieren und mit Kreativität Geld verdienen. All das ist keine 'Mehrfachbelastung' sondern 'Mehrfachglück'. Die Männerrolle von heute wird in dieser Gesellschaft vielfältiger definiert als früher und ist damit keineswegs 'unmännlicher' als zu anderen Zeiten. Die oft beschworene 'Krise der Kerle' ist gar keine, sie ist eine große Chance. Eine Chance für Männer, verdrängte Anteile (neu) auszuleben und sich als Mann zu emanzipieren. Und sie ist eine Chance für Frauen, entlastet und gestärkt die (Berufs-)Welt zu erobern: Macht es, Mädels!

Jürgen Kura arbeitet als freiberuflicher Fotograf, Journalist und Filmemacher. Er ist Vorsitzender des Vereins Väter in Köln e.V. und Beisitzer in der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW.

René Maubach

Foto: René Maubach

Arbeit 4.0 ist aktuell in aller Munde. Manchmal klingen auch Ängste an, dass dadurch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen verloren gehen könnte. Gewiss werden einzelne Berufe verschwinden, aber es werden auch Neue entstehen. Zudem ist erkennbar, dass Tätigkeiten vermehrt orts- und zeitunabhängig ausgeübt werden könnten. Auf diese Weise hätte die Digitalisierung auch einen positiven Effekt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hiervon werden auch berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger profitieren.

René Maubach, Fachkraft im Fachbereich „Integration und Beratung – marktnahe Profile“ in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit

Dr. Sandra Struthmann

Foto: Dr. Sandra Struthmann

"'Mein wichtigstes Werk ist mein Leben.' Für die Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir war dieser Satz Vision und Motivation. Er war ihr Lebensentwurf. Sie hat sich mit Mut, Leidenschaft und Engagement auf das Leben eingelassen. Entgegen vieler Hindernisse.

An den eigenen Zielen festzuhalten und sich nach einer beruflichen Pause wieder unbeirrt ans Werk zu machen – dazu ermutigen wir berufliche Wiedereinsteigerinnen. Das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ ist ein Teil dieses Werkes, das nicht nur beim Kapitel „beruflicher Wiedereinstieg“ unterstützt, sondern oft genug auch Impulse liefert, um sich an das nächste Kapitel zu machen…"

Dr. Sandra Struthmann, Projektleitung von Perspektive Wiedereinstieg Augsburg am Berufsbildungszentrum Augsburg der Lehmbaugruppe gGmbH (BBZ)

Thomas Fischer

Foto: Thomas Fischer

 

Nutzen Sie personen- und haushaltsnahe Dienstleistungen und gewinnen Sie so Zeit für Ihren Wiedereinstieg, aber auch Zeit mit Ihrer Familie und für sich selbst. Nutzen Sie diese Dienstleistungen, um die Vereinbarkeit von beruflichem Wiedereinstieg und Familie bzw. Pflege zu ermöglichen. Wir leben in einer alternden Gesellschaft und einer Zeit, in der die Erwerbstätigkeit von Frauen selbstverständlich eine immer größere Rolle spielt. Deshalb müssen wir einer geschlechtergerechten Balance von Haushalt, Kinderbetreuung bzw. Pflege und Erwerbsarbeit großen Raum einräumen. Ein Ausbau professioneller personen- und haushaltsnaher Dienstleistungen spielt dabei die wesentliche Rolle.

Thomas Fischer ist Leiter des Referats Faire Einkommensperspektiven im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Dr. phil. Bärbel Miemietz

Foto: Dr. Bärbel Miemietz

 

Ich möchte Frauen Mut machen: Kehren Sie nicht nur rasch nach einer Familien- oder Pflegephase in den Beruf zurück, machen Sie auch auf keinen Fall mehr als die Hälfte der Hausarbeit! Eine partnerschaftliche Aufgabenteilung von Beruf und Familie führt für alle Beteiligten zu mehr Lebenszufriedenheit – und eines Tages für Sie zu einer besseren Rente.

Dr. phil. Bärbel Miemietz, Gleichstellungsbeauftragte, Medizinische Hochschule Hannover

Iris Kronenbitter

Foto: Iris Kronenbitter

 

"'Wenn es einen Glauben  gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.' Dieses Erfolgsrezept stammt aus der Feder von Marie von Ebner-Eschenbach und weist auf's Trefflichste den Weg. Viele Wiedereinsteigerinnen starten durch und machen sich beruflich selbständig, um sich einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz zu schaffen, der ihren Kompetenzen und Qualifikationen entspricht, um eigene Ideen umzusetzen und unabhängig zu sein, um selbst entscheiden zu können und die Gestaltungshoheit über das eigene Tun zu haben und nicht zuletzt, um flexiblere Arbeitszeiten zu haben. Täglich machen wir die Erfahrung: Frauen können so viel mehr, als sie sich zutrauen! Deshalb: Vertrauen Sie auf sich, glauben Sie an Ihre Kraft und legen Sie los!

Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) unter deren Dach 500 Beratungseinrichtungen, 1.300 Expertinnen/Experten sowie 350 Netzwerke für Gründerinnen und Unternehmerinnen zusammen geführt sind

Ursula Schubert-Sarellas

Foto: Ursula Schubert-Sarellas

 

Noch nie gab es eine so große Zahl von gut ausgebildeten jungen Frauen. Sie können wunderbare Schul- und Studienkarrieren vorweisen. Haben sie jedoch eine Familienphase daran angeschlossen, bekommen diese Karrieren immer noch zu häufig einen Knick - verdienst- wie positionsmäßig. Frauen und vereinzelt auch Männer begeben sich in die „Stille Reserve“. Seit 2015 bemühen sich BCA und Wiedereinstiegsberaterinnen in 19 Agenturen in NRW um diese Reserve, die absolut nicht still ist, wenn wir sie erreichen. Mit Hilfe des Lotsenportals www.perspektive-wiedereinstieg.de und Kleingruppencoaching informieren und begleiten wir Frauen im Wiedereinstiegsprozess. Das Besondere: hinter diesem neuen Beratungsangebot steht das vielfältige Leistungsspektrum der Bundesagentur für Arbeit. Wir finden mit Ihnen Ihre Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Der Zug in Richtung Zukunft fährt an – steigen Sie ein – wir freuen uns auf Sie.

Ursula Schubert-Sarellas, Beauftragte für Chancengleichheit, Agentur für Arbeit Bonn

Dagmar Engels

Foto: Dagmar Engels

 

So sinnvoll und schön die Arbeit zu Hause mit den Kindern ist, so schön ist es dann auch wieder, zurück in den Beruf zu gehen. Nach vorne gucken, an sich denken, wo stehe ich, wo will ich hin. Was habe ich in meiner Familienphase gelernt, kann ich das Erworbene in meine Berufstätigkeit einbringen. Es ist ein wichtiger Schritt zurück in das Berufsleben. Unabhängigkeit, auch vom Partner, spielt eine immer größere Rolle. Anerkennung für geleistete Arbeit - monetär und auch nicht monetär - erhalten Menschen meist nur für  bezahlte Arbeit.

Dagmar Engels, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Nachbarschatz e.V.

Prof. Dr. Carsten Wippermann

Foto: Prof. Dr. Carsten Wippermann

 

Der Wiedereinstieg betrifft die ganze Familie und verlangt die tatkräftige Unterstützung des Partners. Ich würde Frauen im Wiedereinstieg ermutigen, sich frühzeitig zeitliche und praktische Unterstützung zu holen durch den Partner und auch durch haushaltsnahe Dienstleistungen. Sie haben noch mehr als 10, 15 oder 20 mögliche Erwerbsjahre vor sich, die wichtig sind für Ihre finanzielle Eigenständigkeit und Alterssicherung – auch bei Brüchen im Leben. Die Hürden und Belastungen des Wiedereinstiegs sind oft sehr hoch, doch es lohnt sich in einer mittel- und langfristigen Perspektive.

Prof. Dr. Carsten Wippermann, Professor für Soziologie an der Katholischen Stiftungshochschule München, Gründer und Leiter des DELTA-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung, Mitglied der Sachverständigenkommission zur Erstellung des Zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung.

Waltraud Kratzenberg-Franke

Foto: Waltraud Kratzenberg-Franke Projektleiterin Forum Equal Pay Day

 

Frauen tragen immer noch den größten Teil von familienbedingten Pflegezeiten, die zu Auszeiten im Beruf werden. Unbezahlte Familienarbeit muss von beiden Geschlechtern getragen werden. Es ist Zeit für einen Kulturwandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, dass eingespielte Rollenzuordnungen verschwinden - wir alle sind aufgerufen, die Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Karriere und Familie neu zu gestalten. Erst wenn Mütter in Führung, Väter in Teilzeit, Frauen in MINT-Berufen, Männer in Kitas Normalität sind, haben wir unser Ziel einer fairen, gleichberechtigten Arbeitswelt für alle erreicht.

Waltraud Kratzenberg-Franke, Projektleiterin Forum Equal Pay Day

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe

Foto: Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe

 

Berufliche Wiedereinsteigerinnen verdienen die volle Unterstützung ihres gesamten sozialen Umfeldes. Sie verfügen über eine hohe Motivation und vielfältige Berufs- und Familienerfahrungen, die in Zeiten des Fachkräftemangels als wichtige Ressource, ja als Schatz betrachtet werden müssen, den es zu heben gilt. Wiedereinsteigerinnen sollten deshalb ihre Vorstellungen zu einem gelingenden Wiedereinstieg selbstbewusst artikulieren - Partner und Kindern gegenüber ebenso wie Unternehmen, Arbeitsagenturen und kommunalen Einrichtungen. Sie brauchen flexible Arbeitszeiten und maßgeschneiderte Entlastungs- und Unterstützungsangebote, zum Beispiel durch haushaltsnahe Dienstleistungen, um diesen Übergang erfolgreich zu meistern!

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft und Leiterin des Kompetenzzentrums Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen an der Justus-Liebig-Universität

Volker Baisch

Foto: Volker Baisch

 

Die Rollenverteilung in den Familien ändert sich langsam. Aufgaben und Zuständigkeiten werden besonders von jungen Paaren neu verteilt. Für viele Frauen ist das zunehmende familiale Engagement von Vätern neu. Oft scheuen sie sich noch Verantwortung abzugeben. Frauen und Männer, die sich trauen, diesen partnerschaftlichen Prozess neu zu gestalten, bieten sich gegenseitig die Chance, sich in Beruf und Familie zu verwirklichen und sind glücklicher

Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter gGmbH

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