Motiviert durch das Jahr - Statements des Monats 2016 bis 2018

Eigenes Geld verdienen, sich eventuell selbstständig machen, neue berufliche Perspektiven ausloten, gewonnene Lebenserfahrung einsetzen, Hürden aus dem Weg räumen – möchten Sie beruflich wieder aktiv werden? Für den Fall, dass Ihnen noch ein „Spritzer“ Motivation fehlt, um Ihre Potenziale zu erschließen, oder Sie noch wertvolle Anregungen und Tipps mit auf den Weg nehmen möchten, haben wir für Sie Zitate von Expertinnen und Experten aus der Rubrik „Statement des Monats“ zusammengestellt. Viel Spaß und Erfolg für Ihren beruflichen Wiedereinstieg!

Foto: Feuerwerk in Blautönen

Statements des Monats 2018

Martina Lenz

Foto:Martina Lenz

Es kann Dir jemand die Tür öffnen,
aber hindurchgehen musst Du selbst.

Konfuzius

Die vielen Jahresrückblicke sind schonfast wieder aus unserem Gedächtnis verschwunden – und das ist auch gut so, denn schließlich können wir uns so auf die spannenden Möglichkeiten des neuen Jahres konzentrieren. Ich wünsche Ihnen, dass sich Ihnen viele Türen öffnen und Sie die Chance ergreifen und hindurch gehen! Türöffner können die PWE-Beratungsstellen und/oder meine Kolleginnen und Kollegen Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in den Arbeitsagenturen vor Ort sein. Die Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Beratungsstellesuche, Termine und Veranstaltungen können Sie über die Suchfunktion des Veranstaltungskalenders filtern. Viel Erfolg für Ihren persönlichen Wiedereinstieg!

Martina Lenz
Fachbereich Arbeitsmarkt und Netzwerke, Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Hessen

Foto: © RD Hessen

Anke Paul

Foto: Anke Paul

Sie sind nicht allein!

Beim Wiedereinstieg in den Beruf entstehen viele Fragen und vielleicht auch das ein oder andere Problem. Das müssen Sie nicht allein bewältigen. Bei den Agenturen für Arbeit finden Sie viel Unterstützung. Beauftragte für Chancengleichheit haben ein breites Angebot an Veranstaltungen.  Am Telefonaktionstag können Sie ganz unbürokratisch in das Angebot der Arbeitsverwaltung hinein schnuppern. Die Kolleginnen sitzen für Sie einen ganzen Tag am Telefon und freuen sich, wenn sie Ihnen zu allen Fragen rund um den Wiedereinstieg mit Rat zur Seite stehen können.

Anke Paul, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit in Hessen

Robert Franken

Foto: Robert Franken

Ich wünsche Ihnen zunächst einmal Arbeitgeber_innen, die Ihr Potenzial zu schätzen wissen. Denn es ist Selbstbewusstsein angesagt. Egal, was man Ihnen vielleicht einzureden versucht: Seien Sie sich sich Ihrer Stärken und Ihrer Fähigkeiten bewusst. Auch und gerade in einer beruflichen Auszeit haben Sie Erfahrungen gemacht, die für jeden Arbeitgeber sehr wertvoll sind. Als Geschäftsführer zweier Internet-Unternehmen habe ich in der Vergangenheit z.B. nur die besten Erfahrungen mit Müttern in Teilzeit gemacht, denn diese waren stets die motiviertesten und die am besten organisierten Kolleg_innen. Viel Erfolg für Sie!

Robert Franken, Berater Digital & Diversity

Foto: © Sung-Hee Seewald Fotografie

Goschka Grynia-Gallwitz

Foto: Goschka Grynia-Gallwitz

Machen Sie mehr aus Ihrem Minijob! Bauen Sie sich eine Berufsperspektive in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung auf und sichern damit Ihren Lebensunterhalt! Auch wenn es in manchen Fällen kurzfristig finanziell attraktiv zu sein scheint – der Minijob ist eine schlecht bezahlte Sackgasse, die in die Altersarmut führt. Je eher Sie herausfinden, umso besser! Seien Sie mutig, holen Sie sich die Anerkennung Ihrer Leistung, eine andere Position im Betrieb, bei den Kolleginnen und Kollegen, verdienen Sie mehr Geld und genießen Sie Ihre finanzielle Unabhängigkeit. Sorgen Sie schon jetzt für Ihre Rente. Es ist wichtig, sich nach der Familienphase auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und offensiv den Arbeitsmarkt zu erobern. Die Beratungsstelle Perspektive Wiedereinstieg Göttingen unterstützt Sie gern!

Goschka Grynia-Gallwitz, Projektleiterin und Coach, Perspektive Wiedereinstieg Göttingen an der VHS Göttingen Osterode gGmbH

Foto: © Ralph Hormes

Silvia Niersbach

Foto: Silvia Niersbach

 

In den Haushalten der vorindustriellen Zeit übernahmen sowohl Frauen als auch Männer in allen Bereichen der Selbstversorgungswirtschaft wichtige Aufgaben – Männer wie Frauen erfüllten Arbeiten in der Landwirtschaft, dem Handwerk und der Hauswirtschaft. Erst die Industrialisierung trennte das Wohnen und die Arbeit räumlich und ordnete sie den Geschlechtern zu. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Rollenzuschreibungen und Erwartungen an die Geschlechter keineswegs biologisch vorbestimmt und unveränderlich sind – sie sind wandelbar und können weiterentwickelt werden. Im Hinblick auf die finanzielle Absicherung von Frauen heute und im Alter ist es wichtig, dass wir uns an neue gesellschaftliche Narrative gewöhnen und sie praktizieren: Es geht fair zu, wenn Mütter und Väter sich gleichberechtigt die Haus- und Sorgearbeit einerseits und Erwerbstätigkeit andererseits teilen. Haushaltsnahe Dienstleistungen können hierbei eine unterstützende und damit wichtige Rolle spielen.

Silvia Niersbach, M. Sc., Kompetenzzentrum PQHD - Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen
Foto: © Rossi von stolenmoments.de/kontakt/

Joachim Lask

Foto: Joachim Lask

Selbständige und Eltern wollen die Zukunft gestalten. Für den Selbständigen bedeutet dies: Der Start eines Unternehmens oder eines Produktes ist eine Wette mit dem Markt: Wir hoffen, dass der Kunde zugreift. Das ist mutig, das kostet Kraft, Geld, Geduld und manchmal auch Tränen. Es ist ein sehr ehrlicher Augenblick und hat etwas Geheimnisvolles und Magisches in sich. Mütter und Väter trainieren in ihrem Kompetenzcenter Familie genau diese vielleicht wichtigste Fähigkeit von Unternehmern: Selbsterkenntnis! Kinder und Kunden sind radikal-ehrlich in Ihrem Feedback! Selbsterkenntnis ist dann möglich – eine Bedingung von etwas Besserem. So wünsche ich einen guten Start zum Wiedereinstieg oder sogar Neuanfang und weiteres gutes Lernen im besten Kompetenzcenter – die Familie.

Joachim E. Lask, Personal- und Organisationsentwickler im WorkFamily-Institut

Foto: © Elisabeth Gärtner

Marithres van Bürk-Opahle

Foto: Marithres van Bürk-Opahle

MAXI statt mini! – für die berufliche Zukunft!

Manchmal gibt es Zeiten, da passen kleine Jobs ins Leben – zur Familiensituation, zur Weiterbildung. Aber Minijobs werden schnell zur Falle: Wer nur einen Minijob hat, bleibt meist dort kleben. Daher brauchen wir neue Rahmenbedingungen für kleine Jobs und kein BRUTTO = NETTO. Die Befreiung von Steuern und Sozialabgaben verhindert das Wachsen in Teilzeit- und Vollzeit. Wir brauchen neue Steuermodelle anstelle des Ehegattensplittings und der Steuerklasse 5, damit es Spaß macht und sich lohnt, nach der Familienphase für den eigenen Lebensunterhalt und die eigene Rente zu arbeiten.

Marithres van Bürk-Opahle ist Geschäftsführerin von Frau & Beruf im Kreis Warendorf und gemeinsam mit dem Verein Frauen & Beruf Münster Koordinatorin der Kampagne www.maxistattmini.de

Foto: © Ulrike Dammann

Ulrike Schasse

Foto: © Thomas Mandl

 

Digi...was?“ wird wohl kaum noch jemand fragen. Aber was bedeutet Digitalisierung für mich persönlich, für meinen beruflichen Wiedereinstieg oder in einer Pflegesituation? Das ESF-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ nimmt diese Fragen in den Blick und bietet Orientierung sowie Online-Weiterbildung.

Ulrike Schasse, Stiftung SPI/Programm-Koordinatorin ESF-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“. Die Stiftung SPI berät und unterstützt mit dem Geschäftsbereich Strategien sozialer Integration Bundes- und Landesministerien bei der Entwicklung und Umsetzung von Förderprogrammen auf Grundlage ihrer Stiftungszwecke: Bekämpfung sozialer Ausgrenzung, Unterstützung beim Erwerb von Zukunftskompetenzen und Stärkung von Eigenverantwortung und sozialem Engagement.
Foto: © Thomas Mandl

Elisabeth Herold

Foto: © Elisabeth Herold

 

Wiedereinstieg braucht Zeit. Zeit zur Orientierung und Information. Zeit, um Perspektiven zu erarbeiten und sich auszuprobieren. Zeit, damit der Wiedereinstieg gelingt. Und diese Zeit geben wir Ihnen - in Ihrer Agentur für Arbeit Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und spezialisierte Wiedereinstiegsberaterinnen und -berater unterstützen Sie mit Informationsveranstaltungen und Workshopreihen, individueller Beratung und Förderung und weiteren Angeboten, die Sie auf den ersten Blick vielleicht nicht bei der Arbeitsagentur vermuten. Ich möchte Sie ermuntern, diese Angebote zu nutzen. Sprechen Sie uns an!

Elisabeth Herold, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Kiel.

Silvia Gerisch

Foto: Silvia Gerisch

'Leben ist das, was passiert, während Du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden.' – John Lennon
Dieses Zitat ist so zutreffend auf unsere Arbeit, die wir im Rahmen des Projektes „Perspektive Wiedereinstieg - Vogtland“ durchführen und beschreibt die vielfältigen Eindrücke, die wir bislang erleben durften. Wir waren und sind gemeinsam mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern euphorisch, irritiert, begeistert, niedergeschlagen, glücklich, traurig. Vor allem aber stolz. Stolz auf die vielen verschiedenen positiven Wiedereinstiegsgeschichten. Nutzen auch Sie diese wunderbare Möglichkeit!

Silvia Gerisch - Projektkoordinatorin „Perspektive Wiedereinstieg Vogtland“, Witt Schulungszentrum GmbH

Christiane Naß

Foto: Christiane Naß

Trauen Sie sich! Greifen Sie an! - So versuche ich die Frauen, die sich an mich wenden, zu bestärken, ihre berufllche Zukunft in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Die meisten 'meiner' ratsuchenden Frauen sind gut qualifiziert und haben vor der Familienphase gute Arbeit geleistet. Eigentlich braucht frau da nur ein bisschen Mut und eine Strategie, damit der berufliche Wiedereinstieg gelingt. Eine gute Beratung und ggf. eine Qualifizierung können dabei unterstützen. Frau muss es nur wissen und die Angebote nutzen.

Christiane Naß, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit Wesel

Statements des Monats 2017

Jürgen Kura

Foto: Jürgen Kura

Nach meiner 'Trainingszeit' als Sohn einer Mutter, Bruder zweier Schwestern, Ehepartner einer starken Frau und Vater einer tollen Tocher, kann ich fühlen, tanzen, spielen und spülen, putzen und kochen. Nicht zu vergessen auch noch den Garten machen, kaputte Sachen reparieren und mit Kreativität Geld verdienen. All das ist keine 'Mehrfachbelastung' sondern 'Mehrfachglück'. Die Männerrolle von heute wird in dieser Gesellschaft vielfältiger definiert als früher und ist damit keineswegs 'unmännlicher' als zu anderen Zeiten. Die oft beschworene 'Krise der Kerle' ist gar keine, sie ist eine große Chance. Eine Chance für Männer, verdrängte Anteile (neu) auszuleben und sich als Mann zu emanzipieren. Und sie ist eine Chance für Frauen, entlastet und gestärkt die (Berufs-)Welt zu erobern: Macht es, Mädels!

Jürgen Kura arbeitet als freiberuflicher Fotograf, Journalist und Filmemacher. Er ist Vorsitzender des Vereins Väter in Köln e.V. und Beisitzer in der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit in NRW.

René Maubach

Foto: René Maubach

Arbeit 4.0 ist aktuell in aller Munde. Manchmal klingen auch Ängste an, dass dadurch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen verloren gehen könnte. Gewiss werden einzelne Berufe verschwinden, aber es werden auch Neue entstehen. Zudem ist erkennbar, dass Tätigkeiten vermehrt orts- und zeitunabhängig ausgeübt werden könnten. Auf diese Weise hätte die Digitalisierung auch einen positiven Effekt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hiervon werden auch berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger profitieren.

René Maubach, Fachkraft im Fachbereich „Integration und Beratung – marktnahe Profile“ in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit

Dr. Sandra Struthmann

Foto: Dr. Sandra Struthmann

Mein wichtigstes Werk ist mein Leben.' Für die Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir war dieser Satz Vision und Motivation. Er war ihr Lebensentwurf. Sie hat sich mit Mut, Leidenschaft und Engagement auf das Leben eingelassen. Entgegen vieler Hindernisse.

An den eigenen Zielen festzuhalten und sich nach einer beruflichen Pause wieder unbeirrt ans Werk zu machen – dazu ermutigen wir berufliche Wiedereinsteigerinnen. Das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ ist ein Teil dieses Werkes, das nicht nur beim Kapitel „beruflicher Wiedereinstieg“ unterstützt, sondern oft genug auch Impulse liefert, um sich an das nächste Kapitel zu machen…

Dr. Sandra Struthmann, Projektleitung von Perspektive Wiedereinstieg Augsburg am Berufsbildungszentrum Augsburg der Lehmbaugruppe gGmbH (BBZ)

Thomas Fischer

Foto: Thomas Fischer

 

Nutzen Sie personen- und haushaltsnahe Dienstleistungen und gewinnen Sie so Zeit für Ihren Wiedereinstieg, aber auch Zeit mit Ihrer Familie und für sich selbst. Nutzen Sie diese Dienstleistungen, um die Vereinbarkeit von beruflichem Wiedereinstieg und Familie bzw. Pflege zu ermöglichen. Wir leben in einer alternden Gesellschaft und einer Zeit, in der die Erwerbstätigkeit von Frauen selbstverständlich eine immer größere Rolle spielt. Deshalb müssen wir einer geschlechtergerechten Balance von Haushalt, Kinderbetreuung bzw. Pflege und Erwerbsarbeit großen Raum einräumen. Ein Ausbau professioneller personen- und haushaltsnaher Dienstleistungen spielt dabei die wesentliche Rolle.

Thomas Fischer ist Leiter des Referats "Faire Einkommensperspektiven" im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Dr. phil. Bärbel Miemietz

Foto: Dr. Bärbel Miemietz

 

Ich möchte Frauen Mut machen: Kehren Sie nicht nur rasch nach einer Familien- oder Pflegephase in den Beruf zurück, machen Sie auch auf keinen Fall mehr als die Hälfte der Hausarbeit! Eine partnerschaftliche Aufgabenteilung von Beruf und Familie führt für alle Beteiligten zu mehr Lebenszufriedenheit – und eines Tages für Sie zu einer besseren Rente.

Dr. phil. Bärbel Miemietz, Gleichstellungsbeauftragte, Medizinische Hochschule Hannover

Iris Kronenbitter

Foto: Iris Kronenbitter

 

Wenn es einen Glauben  gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.' Dieses Erfolgsrezept stammt aus der Feder von Marie von Ebner-Eschenbach und weist auf's Trefflichste den Weg. Viele Wiedereinsteigerinnen starten durch und machen sich beruflich selbständig, um sich einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz zu schaffen, der ihren Kompetenzen und Qualifikationen entspricht, um eigene Ideen umzusetzen und unabhängig zu sein, um selbst entscheiden zu können und die Gestaltungshoheit über das eigene Tun zu haben und nicht zuletzt, um flexiblere Arbeitszeiten zu haben. Täglich machen wir die Erfahrung: Frauen können so viel mehr, als sie sich zutrauen! Deshalb: Vertrauen Sie auf sich, glauben Sie an Ihre Kraft und legen Sie los!

Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) unter deren Dach 500 Beratungseinrichtungen, 1.300 Expertinnen/Experten sowie 350 Netzwerke für Gründerinnen und Unternehmerinnen zusammen geführt sind

Ursula Schubert-Sarellas

Foto: Ursula Schubert-Sarellas

 

Noch nie gab es eine so große Zahl von gut ausgebildeten jungen Frauen. Sie können wunderbare Schul- und Studienkarrieren vorweisen. Haben sie jedoch eine Familienphase daran angeschlossen, bekommen diese Karrieren immer noch zu häufig einen Knick - verdienst- wie positionsmäßig. Frauen und vereinzelt auch Männer begeben sich in die „Stille Reserve“. Seit 2015 bemühen sich BCA und Wiedereinstiegsberaterinnen in 19 Agenturen in NRW um diese Reserve, die absolut nicht still ist, wenn wir sie erreichen. Mit Hilfe des Lotsenportals www.perspektive-wiedereinstieg.de und Kleingruppencoaching informieren und begleiten wir Frauen im Wiedereinstiegsprozess. Das Besondere: hinter diesem neuen Beratungsangebot steht das vielfältige Leistungsspektrum der Bundesagentur für Arbeit. Wir finden mit Ihnen Ihre Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Der Zug in Richtung Zukunft fährt an – steigen Sie ein – wir freuen uns auf Sie.

Ursula Schubert-Sarellas, Beauftragte für Chancengleichheit, Agentur für Arbeit Bonn

Dagmar Engels

Foto: Dagmar Engels

 

So sinnvoll und schön die Arbeit zu Hause mit den Kindern ist, so schön ist es dann auch wieder, zurück in den Beruf zu gehen. Nach vorne gucken, an sich denken, wo stehe ich, wo will ich hin. Was habe ich in meiner Familienphase gelernt, kann ich das Erworbene in meine Berufstätigkeit einbringen. Es ist ein wichtiger Schritt zurück in das Berufsleben. Unabhängigkeit, auch vom Partner, spielt eine immer größere Rolle. Anerkennung für geleistete Arbeit - monetär und auch nicht monetär - erhalten Menschen meist nur für  bezahlte Arbeit.

Dagmar Engels, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Nachbarschatz e.V.

Prof. Dr. Carsten Wippermann

Foto: Prof. Dr. Carsten Wippermann

 

Der Wiedereinstieg betrifft die ganze Familie und verlangt die tatkräftige Unterstützung des Partners. Ich würde Frauen im Wiedereinstieg ermutigen, sich frühzeitig zeitliche und praktische Unterstützung zu holen durch den Partner und auch durch haushaltsnahe Dienstleistungen. Sie haben noch mehr als 10, 15 oder 20 mögliche Erwerbsjahre vor sich, die wichtig sind für Ihre finanzielle Eigenständigkeit und Alterssicherung – auch bei Brüchen im Leben. Die Hürden und Belastungen des Wiedereinstiegs sind oft sehr hoch, doch es lohnt sich in einer mittel- und langfristigen Perspektive.

Prof. Dr. Carsten Wippermann, Professor für Soziologie an der Katholischen Stiftungshochschule München, Gründer und Leiter des DELTA-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung, Mitglied der Sachverständigenkommission zur Erstellung des Zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung.

Waltraud Kratzenberg-Franke

Foto: Waltraud Kratzenberg-Franke Projektleiterin Forum Equal Pay Day

 

Frauen tragen immer noch den größten Teil von familienbedingten Pflegezeiten, die zu Auszeiten im Beruf werden. Unbezahlte Familienarbeit muss von beiden Geschlechtern getragen werden. Es ist Zeit für einen Kulturwandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, dass eingespielte Rollenzuordnungen verschwinden - wir alle sind aufgerufen, die Rahmenbedingungen für Vereinbarkeit von Karriere und Familie neu zu gestalten. Erst wenn Mütter in Führung, Väter in Teilzeit, Frauen in MINT-Berufen, Männer in Kitas Normalität sind, haben wir unser Ziel einer fairen, gleichberechtigten Arbeitswelt für alle erreicht.

Waltraud Kratzenberg-Franke, Projektleiterin Forum Equal Pay Day

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe

Foto: Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe

 

Berufliche Wiedereinsteigerinnen verdienen die volle Unterstützung ihres gesamten sozialen Umfeldes. Sie verfügen über eine hohe Motivation und vielfältige Berufs- und Familienerfahrungen, die in Zeiten des Fachkräftemangels als wichtige Ressource, ja als Schatz betrachtet werden müssen, den es zu heben gilt. Wiedereinsteigerinnen sollten deshalb ihre Vorstellungen zu einem gelingenden Wiedereinstieg selbstbewusst artikulieren - Partner und Kindern gegenüber ebenso wie Unternehmen, Arbeitsagenturen und kommunalen Einrichtungen. Sie brauchen flexible Arbeitszeiten und maßgeschneiderte Entlastungs- und Unterstützungsangebote, zum Beispiel durch haushaltsnahe Dienstleistungen, um diesen Übergang erfolgreich zu meistern!

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft und Leiterin des Kompetenzzentrums "Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen" an der Justus-Liebig-Universität

Volker Baisch

Foto: Volker Baisch

 

Die Rollenverteilung in den Familien ändert sich langsam. Aufgaben und Zuständigkeiten werden besonders von jungen Paaren neu verteilt. Für viele Frauen ist das zunehmende familiale Engagement von Vätern neu. Oft scheuen sie sich noch Verantwortung abzugeben. Frauen und Männer, die sich trauen, diesen partnerschaftlichen Prozess neu zu gestalten, bieten sich gegenseitig die Chance, sich in Beruf und Familie zu verwirklichen und sind glücklicher

Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter gGmbH

Statements des Monats 2016

Alexandra Stieper

Foto: Alexandra Stieper

Netzwerke begegnen uns in allen nur denkbaren Lebenssituationen. Berufliche Netzwerke sind jedoch unter Umständen nach einer längeren Erwerbspause nicht mehr vorhanden und ein Neustart auf dem Arbeitsmarkt scheint unmöglich. Ich möchte allen am Wiedereinstieg interessierten Menschen Mut machen, sich zu öffnen und das Netzwerken wieder aufzugreifen. Denn Netzwerken ist eine wunderbare Gelegenheit, um sich selbst (neu) kennen und seine persönlichen sowie beruflichen Bedürfnisse neu einordnen zu lernen und Inspirationen zu bekommen. Aber auch um andere zu inspirieren. Sie können nur davon profitieren. Versuchen Sie es noch heute und werden Sie Mitglied unserer XING-Gruppe ‚Perspektive Wiedereinstieg: Klick Dich rein - für neue Wege‘.

Alexandra Stieper, Leiterin der Service- und Vernetzungsstelle für das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“

Eva Peters

Foto: Eva Peters

Wer hat je von einer Frau gehört, die kocht?“ Dieser empörte Ausruf stammt aus dem Mund des griechischen Schriftstellers Äthenäus und ist 1800 Jahre alt! Hausarbeit – und natürlich auch die Sorge um das leibliche Wohl der Lieben – ist offensichtlich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte „schleichend“ in Frauenhand übergegangen. Zwar ist es einem Mann seit 1977 nicht mehr erlaubt, den Anstellungsvertrag seiner Ehefrau ohne Rücksprache zu kündigen, wenn er Haushalt und Kindeswohl in Gefahr sieht, doch sind die Lasten nach wie vor ungleich verteilt. „Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung in gegenseitigem Einvernehmen“ – so heißt es heute im aktuellen Gesetzestext des BGB. Haben Sie Mut, meine Damen. Handeln Sie eine gerechte Verteilung aus! Und wenn Sie sich nicht einigen können: Vielleicht ist die Nutzung haushaltsnaher Dienstleistungen ein Königsweg.

Eva Peters, Referentin und stellvertretende Fachbereichsleiterin im Fachbereich „Integration und Beratung – marktnahe Profile“ in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit

Marion Kielniak

Foto: Marion Kielniak

Es fühlt sich immer wieder toll an, mitzuerleben, wie schnell Frauen ihr Selbstbewusstsein wieder finden, ihre Kompetenzen definieren und dann ihren Weg gehen. Eigenes Geld verdienen, unabhängig sein und sich beruflich verwirklichen, ist größte Motivation. Ich freue mich jeden Tag auf’s Neue, die verschiedenen Wege begleiten zu dürfen. „Perspektive Wiedereinstieg“ bietet fantastische Möglichkeiten ganz individuell mit den Frauen „IHREN WEG“ zu gehen.

Marion Kielniak, Projektkoordinatorin und Coach am Perspektive-Wiedereinstieg-Modellstandort Schwerin des Projektträgers IMBSE GmbH - Institut für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung GmbH

Heidi Holzhauser

Foto: Heidi Holzhauser,  Leiterin des Stabes BCA  Kompetenzzentrum Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

Als Leiterin des Kompetenzzentrums Chancengleichheit am Arbeitsmarkt setze ich mich mit unterschiedlichsten Maßnahmen und Strategien dafür ein, dass Frauen wie auch Männer in jeder Phase ihres Erwerbslebens ihre Potenziale und Kompetenzen optimal ausschöpfen, um ein existenzsicherndes, leistungsgerechtes Einkommen erzielen zu können. Vor allem Frauen nach einer Familienphase sollen ein selbstbestimmtes Leben frei von existenziellen Ängsten und Sorgen führen und damit auch ihren Kindern von Geburt an eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und gesellschaftlichem Leben ermöglichen können.

Heidi Holzhauser, Leiterin des Stabes Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) - Kompetenzzentrum Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

Carmen Kraushaar und HeideMarie Klein

Foto: Carmen Kraushaar und HeideMarie Klein

Wir wollen besonders Frauen ermutigen, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. Unsere Vision ist: Die gewonnene Lebenserfahrung für die berufliche Selbständigkeit als Unternehmerin zu nutzen.

Carmen Kraushaar und HeideMarie Klein, bpw-akademie GbR, Projektleiterinnen der Summer School 2015, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg"

Sabine Christen

Foto: Sabine Christen

Wiedereinstieg in den Beruf ist nicht nur für Mütter und Väter ein Thema. Immer mehr Menschen sind in Pflegeaufgaben eingebunden, mit steigender Tendenz. Das Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" versucht, Pflegenden Wege zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege aufzuzeigen und berät Unternehmen dazu, wie sie Beschäftigte mit Pflegeaufgaben gewinnbringend unterstützen können.

Sabine Christen ist im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig für das "Aktionsprogramm Perspektive Wiedereinstieg".

Hans-Georg-Nelles

Foto: Hans-Georg Nelles

Eine faire Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit entspricht dem Wunsch der meisten Frauen und Männer und erhöht nicht nur die Partnerschaftsqualität. Damit sie gelingt, ist es wichtig, die Bedingungen und das „Wer macht was in welchem Umfang?“ rechtzeitig vor dem Wiedereinstieg gemeinsam auszuhandeln.

Hans-Georg Nelles, VÄTER & Karriere, Sozialwissenschaftler und Organisationsberater, Verfasser der Studie „Väter und der Wiedereinstieg der Partnerin“ im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Sandra Zellhöfer

Foto: Sandra Zellhöfer

Bleiben Sie selbstbewusst, falls jemand Ihre Kompetenzen nach einer Auszeit in Frage stellen sollte. Aus eigener Erfahrung und aus meinem Job als Recruiterin weiß ich: Es gibt keine Wissenslücke, die sich nicht mit der richtigen Motivation zügig schließen ließe. Erfahrungswerte hingegen, erlangt man nicht so schnell - und diese sind ebenso gefragt.

Sandra Zellhöfer, Personal-Recruiterin.

Eva Pohl

Eva Pohl

Sie möchten nach einer Zeit mit und für die Familie zurück ins Arbeitsleben – da heißt es am besten: einfach anfangen! Haben Sie den Mut zum Starten und stellen Sie fest, dass Sie im Beruf viele Ihrer erworbenen Fähigkeiten nutzen und weiterentwickeln können. So werden Sie neben der sicher ganz wichtigen finanziellen Absicherung auch die Freude am Beruf (wieder-)erleben!

Eva Pohl, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Köln

Sybille Ahlborn

Foto: Sybille Ahlborn

Entweder werden wir einen Weg finden oder wir machen einen!
Hannibal

Sybille Ahlborn, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Hamburg

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