Beschäftigung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer

Es gibt unterschiedliche Formen der Erwerbstätigkeit. Eine davon ist die Beschäftigung als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer. Diese Erwerbsform ist in Deutschland am verbreitetsten. Perspektive-wiedereinstieg.de erläutert, was sie charakterisiert.

Foto: Frau mit Arbeitsvertrag

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen einem Arbeitgeber oder einer Arbeitgeberin ihre Arbeitsleitungen gegen ein Entgelt zur Verfügung. Sie werden daher auch als abhängig Beschäftigte, abhängig Erwerbstätige oder Nichtselbstständige bezeichnet. Sie üben ihre Tätigkeit auf Basis eines privatrechtlichen Vertrags (Arbeitsvertrag) aus. Der Vertrag kann unbefristet oder für einen bestimmten Zeitraum geschlossen werden. Die vereinbarten Leistungen müssen Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer persönlich erbringen.

Abhängig Beschäftigte sind in den Betrieb, für den sie tätig sind, eingegliedert und haben den Anweisungen der Arbeitsgeberin oder des Arbeitgebers Folge zu leisten. Ein unternehmerisches Risiko tragen sie nicht.

Die so Beschäftigten beziehen ein vertraglich geregeltes Monatseinkommen und haben einen Anspruch auf Fortzahlung von Arbeitsentgelt an Feiertagen oder im Krankheitsfall. Seit dem 1. Januar 2015 regelt für ganz Deutschland das Mindestlohngesetz (MiLoG) eine vom Gesetzgeber festgelegte Lohnuntergrenze von 8,50 Euro brutto je Zeitstunde. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahren. Für einige Branchen sieht das Mindestlohngesetz bis maximal zum 31. Dezember 2017 Übergangsregelungen vor. Informationen zum gesetzlichen Mindestlohn und zu den Übergangsregelungen in einzelnen Branchen bietet das Internetportal www.der-mindestlohn-wirkt.de.

Abhängig Beschäftigte besitzen einen gesetzlich geregelten Mindesturlaubsanspruch gemäß dem „Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer“ (Bundesurlaubsgesetz). Auch viele andere Aspekte des Arbeitsverhältnisses sind gesetzlich festgelegt: zum Beispiel maximal zulässige Arbeitszeiten, Mutterschutz sowie Kündigungsschutz. Vielfach kommen zudem von Gewerkschaften ausgehandelte Tarifverträge und/oder mit Betriebsräten geschlossene Betriebsvereinbarungen zur Anwendung, die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in einer Branche oder einem Unternehmen grundsätzlich regeln.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in der Regel sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Abhängig von der Höhe des Entgelts entrichten Arbeitgeberinnen und Arbeitsgeber sowie Beschäftigte gesetzlich geregelte Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und zur Arbeitslosenversicherung. Ausnahmen von der Sozialversicherungspflicht gibt es, wenn das Einkommen bestimmte Grenzen übersteigt. Auch für geringfügig Beschäftigte und Studierende gelten besondere Regelungen.

Mit Hilfe des Wiedereinstiegsrechners des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend lässt sich ermitteln, welcher Bruttolohn in der angestrebten Branche und Position ungefähr zu erzielen ist. Außerdem zeigt der Rechner den Nettolohn und die auf dieser Basis zu erwartenden Rentenansprüche an.

Links:

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Definition auf der Website des Statistischen Bundesamtes

Mindestlohn
Internetportal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Lohnsteuerdurchführungsverordnung: § 1 Arbeitnehmer, Arbeitgeber

Wiedereinstiegsrechner
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

arbeitsrechte.de
Website des Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

perspektive-wiedereinstieg.de:

FAQ: Rechte und Pflichten für Beschäftigte

Checkliste: Arbeitsplatzprofil

Geringfügige Beschäftigung: 450-Euro-Minijob und kurzfristiger Minijob

Info-Blatt: "Arbeitsrecht im Minijob"

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