Projekt Familienernährerinnen soll berufliche Rahmenbe­din­gun­gen für Frauen verbessern

Die zweiten Phase des Projekts Familienernährerinnen des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) startete im Mai 2012 mit einer Fachtagung. Themen waren die besondere Situation von Familienernährerinnen und mögliche Maßnahmen, um die beruflichen Rahmenbedingungen für Frauen – zum Beispiel beim Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit – zu verbessern.

Foto: Logo mit Schriftzug "Wer ernährt die Familie?"

Was nun? Wenn Frauen die Familien ernähren, diese Frage beantworten das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) anlässlich einer Fachtagung am 22. Mai 2012 in Düsseldorf. Sie rücken damit eine wachsende Gruppe von Frauen in den Mittelpunkt, die viel zu selten im Fokus der Öffentlichkeit steht: Frauen, die mit ihrem Verdienst die Familie alleine ernähren müssen. Ob phasenweise oder dauerhaft, unfreiwillig oder geplant - immer häufiger tragen Frauen die finanzielle Verantwortung für die Familie. 

Frauen leisten existenziellen Beitrag zum Familieneinkommen

Familienernährerinnen machen deutlich, dass sich der Blick auf die Erwerbstätigkeit von Frauen ändern muss, sagte Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Frauen sind schon lange keine bloßen Zuverdienerinnen mehr, sondern leisten einen existenziellen Beitrag zum Familieneinkommen. Unsere Aufgabe ist es, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, um die Situation von Familienernährerinnen zu verbessern.

Es ist kein Geheimnis, dass Frauen unter anderen Voraussetzungen eine Familie ernähren als Männer: Sie verdienen immer noch 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, haben schlechtere Aufstiegschancen und arbeiten häufig in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung. Traditionelle Geschlechterrollenbilder und familienunfreundliche Beschäftigungsbedingungen machen ihnen das Leben darüber hinaus schwer, sagte Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, anlässlich der Fachtagung. 

Konkrete Handlungsvorschläge sollen Umsetzung am Arbeitsmarkt und in den Betrieben befördern

Im Rahmen des vom DGB initiierten und vom Bundesfamilienministerium finanzierten Projektes Familienernährerinnen haben die Projektpartner in einer ersten Projektphase von 2010 bis 2012 über die Situation von Familienernährerinnen informiert und mit den relevanten gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren einen gemeinsamen politischen Fahrplan (Roadmap) erarbeitet, der konkrete Maßnahmen und politische Handlungsoptionen zur nachhaltigen Verbesserung der Situation von Familienernährerinnen aufzeigt.

Voraussetzungen für eigene Existenzsicherung schaffen

Damit sich an der Situation der Frauen etwas ändert, müssen demnach die Voraussetzungen für eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen geschaffen und die Vereinbarkeit von Beruf und Fürsorge verbessert werden. Auch müssen die Möglichkeiten für Frauen und Männer, vielfältige Rollenbilder leben zu können, verbessert werden.

Konkret wollen die Projektpartner beispielsweise gegen die Ausweitung des Niedriglohnbereiches vorgehen, den beruflichen Wiedereinstig für Frauen nach familienbedingten Erwerbsunter­brechungen unterstützen und gewerkschaftliche Akteure und Akteurinnen für die spezifische Vereinbarkeitssituation von Familienernährerinnen und ihren Partnern sensibilisieren.

In der nun startenden zweiten Projektphase von 2012 bis 2014 soll die Umsetzung der Roadmap am Arbeitsmarkt und in den Betrieben befördert werden. Dazu werden unter anderem Qualifizierungs- und Abendveranstaltungen mit gewerkschaftlichen und politischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durchgeführt. Ergänzend findet eine intensive Öffentlichkeitsarbeit statt, die durch die Gewinnung von neuen Partnerinnen und Partnern unterstützt werden soll.

Weitere Informationen gibt es auf der Projektwebsite unter: www.familienernaehrerin.de

Links:

„Frauen als Familienernährerinnen gewinnen zunehmend an Bedeutung“
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vom 22.05.2012

„Wer ernährt die Familie?“
Projektwebsite des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

„Gleichberechtigt geht`s leichter! Faire Chancen für Familienernährerinnen“
Faltblatt zum Projekt www.familienernaehrerin.de des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB)

Foto: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

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