Arbeitsmarktchancen von Müttern: Gleitzeit erleichtert den Wiedereinstieg

Bieten Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberinnen Gleitzeitmodelle an, kehren Frauen nach der Elternzeit eher in den Job zurück. Denn flexible Arbeitszeiten bieten Müttern Spielräume am Anfang und am Ende des Arbeitstages und erleichtern ihnen so die Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Verpflichtungen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Foto: Eine Hand, auf die eine Uhren-Zifferblatt gezeichnet ist

Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen nach der Elternzeit schneller wieder beruflich Fuß fassen, steigt bei flexiblen Arbeitszeitmodellen um etwa 60 Prozent. Auch von Arbeitszeiten am Wochenende profitieren Mütter beim Wiedereinstieg, heißt es in der von Dr. Yvonne Lott erstellten Untersuchung. Letzteres sieht die Arbeitszeitexpertin der Hans-Böckler-Stiftung allerdings zwiespältig: Denn in diesem speziellen Fall, seien Frauen mit Kindern  darauf angewiesen, die Arbeitswoche auszudehnen, um den beruflichen Wiedereinstieg zu schaffen.

Nachtarbeit und Vollzeitjobs als Job-Hürden

Nach wie vor seien Mütter auf dem Arbeitsmarkt klar erkennbar benachteiligt. Nach der Geburt eines Kindes gehen 96 Prozent der Arbeitnehmerinnen in Elternzeit, meist für die Dauer von 12 Monaten. Bei den Männern nehmen nur rund 33 Prozent Elternzeit und dann in der Regel nur zwei Monate. Kehren Frauen nach der Elternzeit in den Beruf zurück, werden überwiegend Teilzeitjobs angenommen. Besonders schwierig wird der berufliche Wiedereinstieg laut der Studie für Frauen, wenn der Partner regelmäßig nachts bzw. am Wochenende arbeiten muss oder die Möglichkeit fehlt, die eigene Arbeitszeit zu reduzieren.

Für gleiche Chancen: Mehr Flexibilität und partnerschaftliche Arbeitsteilung

Als Konsequenzen aus der Studie empfiehlt die Autorin, Nachtarbeit für Mütter so weit wie möglich gesetzlich zu begrenzen und sie noch stärker als bisher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Maßnahmen könnten zum Beispiel mehr Gleitzeit, der Ausbau der Betreuung in Kitas und Schulen sowie gesetzliche Regelungen zu einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung sein.

Die Daten für die Untersuchung lieferte das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) aus den Jahren 2003 bis 2013, eine im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin erstellte repräsentative Haushaltsbefragung, die jährlich wiederholt wird.

Für die Stichprobe dieser Studie wurden Frauen befragt, die  in heterosexuellen Beziehungen leben, sich nach der Geburt ihres Kindes in Elternzeit befanden und vor der Elternzeit angestellt waren. Von den 841 befragten Müttern nahmen 261 nach der Elternzeit wieder eine Erwerbstätigkeit auf. 116 haben ihre Arbeitsstundenanzahl nach der Elternzeit beibehalten, 135 Frauen reduzierten ihre Arbeitszeit. 10 Mütter erhöhten ihre Arbeitsstunden nach der Elternzeit. Diejenigen, die nicht auf den Arbeitsmarkt zurückgekehrt sind, waren Hausfrauen, arbeitslos oder befanden sich in einer Fortbildung.  Selbstständige Frauen waren von der Analyse ausgeschlossen, da sie ihre Arbeitszeit selbst bestimmen können.

Dr. phil. Yvonne Lott leitet das Referat Genderforschung am WSI der Hans-Böckler-Stiftung.

Links:

Studie: German mother’s labor market re-entry after parental leave: do parents‘ flexible working time arrangements help?
Working Paper der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung, Juni 2018.

perspektive-wiedereinstieg.de

FAQ: Flexible Arbeitszeitmodelle

Mit Stellenanzeigen auch die Zielgruppe der beruflichen Wieder­einsteigerinnen und Wiedereinsteiger erreichen

Erfolgsgeschichte: Beruflich und persönlich angekommen!

Ihnen hat dieser Beitrag gefallen? – Abonnieren Sie den RSS-Feed und erhalten Sie eine Nachricht, wenn ein neuer Artikel auf perspektve-wiedereinstieg.de erscheint.

Geben Sie sich oder anderen einen Motivationsschub für den beruflichen Wiedereinstieg! Versenden Sie hier Ihre persönliche perspektive-wiedereinstieg.de-E-Card.

 

Foto: © Pixabay.com

Services

Themenlotse

Themen-Schnellzugang