Entlastung im Alltag: Haushaltshilfen in deutschen Haushalten immer wichtiger

Die einen arbeiten als Reinigungshilfe für ein Seniorenpaar, die anderen betreuen Kinder in einer jungen Familie: Haushaltshilfen sind in einer wachsenden Zahl deutscher Haushalte unverzichtbar und vom Luxus zur Normalität geworden. 62 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass es heute alltäglicher sei als noch vor 20 Jahren, eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, ergab eine repräsentative Umfrage, die die Forsa Politik- und Sozialforschung im Auftrag der Minijob-Zentrale in Bochum erstellt hat.

Foto: Putzeiner mit Putzmitteln und -lappen

Von den Befragten, die eine Haushaltshilfe beschäftigten, sagten 94 Prozent, dass sie sich dadurch entlastet fühlen. Die Beweggründe, Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind dabei ganz unterschiedlich: 36 Prozent gaben an, dass sie mehr Zeit für Familie, Partner oder sich selbst haben möchten. 37 Prozent fehlte die Zeit für Hausarbeit. 31 Prozent konnten den Haushalt aus gesundheitlichen Gründen nicht selber bewältigen. Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab es bei der Aussage „Ich beschäftige eine Haushaltshilfe, weil die Arbeit vorher an mir allein hängen blieb“: Hier stimmten nur 4 Prozent der Männer, aber 14 Prozent der Frauen zu.

Eine Frage des Alters und des Einkommens: Hilfe als Luxus oder Normalität?

Gewachsen ist laut der Umfrage die persönliche Bereitschaft, sich Hilfe für den Haushalt zu suchen. Aktuell beschäftigen zwar nur 12 Prozent der Deutschen eine Hilfe. 53 Prozent der Befragten, die aktuell noch keine Haushaltshilfe beschäftigen, können sich aber vorstellen, eine Hilfe zu engagieren. Nur 9 Prozent würden auf keinen Fall eine Haushaltshilfe beschäftigen.

Zurückführen lässt sich diese Entwicklung nach Ansicht der Minijob-Zentrale einerseits auf den ökonomischen Aufschwung und andererseits auf den demografischen Wandel. Durch die positive wirtschaftliche Entwicklung steigt die Zahl der Beschäftigten. Die Erwerbstätigenquote von Frauen ist mit 75,2 Prozent (Stand 2017) so hoch wie nie zuvor. Zudem arbeiten immer mehr Menschen länger, als in ihren Verträgen vorgesehen. Entsprechend hoch ist bei vielen der Zeitmangel – Haushaltshilfen können hier für Freiräume sorgen.

Der demografische Wandel lässt die Nachfrage nach Haushaltshilfen ebenfalls steigen. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung aktuell bereits bei 22 Prozent. Vielen älteren Menschen ermöglichen Haushaltshilfen, lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Ob eine Haushaltshilfe als Luxus oder Normalität angesehen wird, hängt entsprechend auch vom Alter ab. Während 69 Prozent der Befragten unter 30 Jahren die Beschäftigung einer Hilfe als Luxus ansehen, sind es bei den über 60-Jährigen nur 34 Prozent.

Noch immer ein Problem: Schwarzarbeit im Haushalt

Trotz der wachsenden Nachfrage und des steigenden Ansehens verbinden viele Menschen Haushaltshilfen noch immer mit Schwarzarbeit: So gehen 73 Prozent der insgesamt 1510 Befragten davon aus, dass die Mehrzahl der Hilfen in deutschen Privathaushalten nicht angemeldet ist. Ebenfalls 73 Prozent glauben, dass Haushaltshilfen meist schlecht bezahlt werden.

Tatsächlich steigt die Zahl der angemeldeten Minijobber und -jobberinnen in Haushalten. Im September 2018 lag sie bei rund 304 000 – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 1,4 Prozent. Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberinnen sind mit der Anmeldung nicht nur rechtlich und versicherungstechnisch auf der sicheren Seite, sondern können auch von Steuervorteilen profitieren, so die Minijob-Zentrale. Die Anmeldung kann einfach und schnell per Online-Formular erledigt werden.

Links:

Die Rolle von Haushaltshilfen im Wandel - Unterstützung im Haushalt: früher Luxus, heute immer alltäglicher – Trendreport

Minijob-Zentrale

Minijob-Zentrale Haushaltshilfe anmelden

Internetportal www.hilfe-im-haushalt.de

perspektive-wiedereinstieg.de

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Broschüre: Haushalte als Arbeitgeber – Informationen und Anregungen für die Praxis

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