Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Die Beschäftigten des LVR arbeiten in vielen verschiedenen Institutionen und Dienststellen im gesamten Rheinland. Im Rahmen ihrer Strategie zur Verbes­serung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Landschaftsverband führt die Stabstelle Gleichstellung und Gender Mainstreaming jetzt eine Inter­view-Reihe zu Elternzeit und Wiedereinstieg durch. Sie möchte daraus allgemeine Hand­lungs­empfehlungen für das Elternzeit- und Wiederein­stiegs­management und angepasste Verfahrensweisen ableiten.

Verena Mäckle

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist ein kommunaler Regionalverband mit rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der LVR erfüllt rheinlandweit Aufgaben in den Bereichen Soziales, Integration, Medizin, Bildung, Kultur und Umwelt. Er betreibt 40 Schulen, zehn Kliniken und drei Netze Heilpädagogischer Hilfen sowie 19 Museen und Kultureinrichtungen. Außerdem ist er für Leistungen der Sozialhilfe und Förderung von Beratungsstellen und Bildungsstätten zuständig. Landschafts- und Denkmalpflege fallen ebenfalls in das umfangreiche Aufgaben­gebiet. 

Umgang mit Familienzeiten und beruflichem Wiedereinstieg vereinheitlichen

Verena Mäckle leitet die Stabsstelle Gleichstellung und Gender Mainstreaming in der LVR-Zentrale in Köln. Unsere Beschäftigten arbeiten über das ganze Rheinland verteilt. Wir sind bestrebt, möglichst überall gute Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. An verschiedenen Standorten bieten wir betriebsnahe Kinderbetreuung, es gibt Ferienbetreuungsangebote für Schulkinder und der Eltern- und Seniorenservice der AWO berät unsere Beschäftigten zu Fragen der Kinderbetreuung sowie zur Unterstützung Pflegebedürftiger und vermittelt entsprechende Plätze. Unser neuestes Projekt hat das Ziel, je nach Beschäftigungsbereich geeignete Verfahren im Umgang mit Elternzeiten und mit der Rückkehr an den Arbeitsplatz zu etablieren. 

Das bedeute nicht, dass es überall identische Angebote zum Beispiel für die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit geben könne. In kleinen Einheiten, wie beispielsweise in Wohngruppen, sei die Flexibilität in dieser Beziehung deutlich geringer als in Kliniken oder in der Verwaltung. Es gehe vielmehr darum, Vorgesetzten und Beschäftigten einen idealtypischen Ablaufplan und Checklisten an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen, Familienphasen so zu gestalten, dass der Kontakt zum LVR in dieser Zeit nach Möglichkeit erhalten bleibe und eine anschließende Rückkehr an den Arbeitsplatz weitgehend reibungslos gelinge.

Befragung von Vorgesetzten und Beschäftigten mit Elternzeit

Unfallfrei durch die Rush-Hour des Lebens heißt das Projekt, das Verena Mäckle dafür ins Leben rief. Wir führen eine Interview-Reihe unter Beschäftigten in bzw. nach der Elternzeit, ihren direkten Vorgesetzten sowie den zuständigen Stellen für die Personalsachbearbeitung durch, um zu erfahren, was bislang im Einzelfall in der Phase von der Bekanntgabe einer Schwangerschaft bzw. anstehenden Vaterschaft bis zum beruflichen Wiedereinstieg gut läuft, und wo es Hürden oder Reibungspunkte gibt. Die Erkenntnisse aus dieser Untersuchung werden die Grundlage für Handlungsempfehlungen zur Gestaltung von Elternzeit und Wiedereinstieg bilden, erklärt sie. Durch die Interviews und die damit verbundene Kommunikation des Themas machen wir deutlich, dass uns wichtig ist, diesen Prozess so zu gestalten, dass sowohl Beschäftigte als auch Vorgesetzte ihn positiv erleben.

Typische Herausforderungen

Aus Gesprächen weiß Verena Mäckle bereits von einigen typischen Stolpersteinen: Wir hören häufiger, dass es Vorgesetzte und Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter versäumen, sich über ihre Vorstellungen zur Gestaltung der Elternzeitphase und zum beruflichen Wiedereinstieg auszutauschen. Sie gehen stillschweigend von einem gleichen Verständnis für die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen aus – zum Beispiel für eine Anpassung von Arbeitsumfang oder -zeiten nach der Elternzeit. Das erweist sich jedoch in vielen Fällen als Trugschluss und führt zu Konflikten. Eine Checkliste, die bestimmte Gesprächstermine und eine Auflistung der anzusprechenden Themen vorgibt, kann hilfreich sein, um das zu vermeiden. Außerdem machte die Fachfrau für Gleichstellung die Erfahrung, dass viele Vorge­setzte unsicher sind, welche rechtlichen Vorgaben sie im Zusammenhang mit Elternzeit und Wiedereinstieg beachten müssen und welche Gestaltungspielräume sie nutzen können. Auch in dieser Hinsicht soll die geplante Handreichung Unterstützung bieten.

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Bild: Verena Mäckle, Foto: Nicole Schäfer

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