Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)

Das mit dem Total E-Quality Prädikat für seine Gleichstellungsarbeit ausgezeichnete Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) möchte die Chancen für berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger im Wissenschaftsbereich verbessern und gleichzeitig gesuchte Fachkräfte gewinnen. Dafür ermöglichte Institutsdirektor Professor Ugur Yaramanci eine spezielle Stelle, die einen Wiedereinstieg ermöglicht.

Foto: Frau mit Mikrofon in einer Personengruppe

Das in Hannover ansässige Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, Mitglied in der renommierten Leibniz-Gemeinschaft, und beschäftigt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut betreibt zukunftsgerichtete Forschung auf dem Gebiet der physikalischen Geowissenschaften. Das Arbeitsfeld wächst und wir suchen qualifizierte Kräfte, berichtet LIAG-Direktor Professor Ugur Yaramanci. Um Beschäftigte zu halten und zu gewinnen, engagiert sich das Institut für die Gleichstellung von Männern und Frauen und für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 2011 erhielt es dafür das sogenannte Total E-Quality Prädikat. Professor Ugur Yaramanci wies finanzielle Mittel aus dem Haushalt des Instituts ausdrücklich für den Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus. Zugleich wurde eine Stelle für den wissenschaftlichen Nachwuchs für Wiedereinsteigerinnen bzw. Wiedereinsteiger reserviert. Denn auf regulären Stellen gelingt es ihm selten, Menschen zu beschäftigen, die nach einer Familienphase wieder Anschluss an ihr wissenschaftliches Berufsfeld suchen. In unseren mit öffentlichen Geldern finanzierten Forschungsvorhaben müssen wir sicherstellen, dass die Leistung der kleinen Teams von Anfang an hoch ist. Da gibt es wenig Spielraum für längere Einarbeitungsphasen, sagt er.

Mit eigener Forschungsidee bewerben

Wir schrieben daher eine Stelle für berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger aus. Bewerben konnten sich Menschen nach einer mindestens sechsmonatigen Familienzeit. Die zunächst auf drei Jahre befristete Stelle gibt ihnen die Möglichkeit zu promovieren oder sich auf eine Führungsaufgabe vorzubereiten, erklärt Ugur Yaramanci. Den zu bearbeitenden fachlichen Inhalt lässt die Stelle fast völlig offen. Bewerben sollten sich Interessierte mit einer eigenen Forschungsidee, die thematisch in das Spektrum des Instituts passt.

Eine solche Art der Ausschreibung ist in Deutschland bislang unüblich. Ugur Yaramanci orientierte sich an Beispielen in der Schweiz, wo Institute mit dem Angebot, eigene Forschungskonzepte umzusetzen, Spitzenkräfte gewinnen. Stellenangebote für wissenschaftliche Arbeit in Deutschland beziehen sich dagegen bislang immer auf konkrete, feststehende Projekte. Es war daher auch administrativ nicht leicht ein Vorgehen für diese neue Art der Stellenausschreibung zu erarbeiten, berichten Ugur Yaramanci und die Gleichstellungsbeauftragte Maret Bening.

Wiedereinsteigerin startet in Teilzeit

Insgesamt acht Bewerbungen gingen schließlich für die ausgeschriebene Stelle am LIAG ein. Die meisten erwiesen sich als fachlich zu weit vom Forschungsspektrum des Instituts entfernt, so dass nur zwei in die engere Wahl kamen. Eine junge Frau bekam die Stelle. Sie überzeugte inhaltlich mit einer sehr guten Forschungsidee, berichtet der Direktor, der bedauert, dass die neue Mitarbeiterin nur in Teilzeit zur Verfügung steht. Wir schreiben daher noch einmal eine 50 Prozent Stelle zum beruflichen Wiedereinstieg aus und hoffen, auch dafür eine hervorragende Kraft zu finden.

Im Rahmen unserer Gleichstellungsarbeit versuchen wir, im stark männlich geprägten naturwissenschaftlichen Bereich ein größeres Gleichgewicht der Geschlechter zu erreichen. Aus meiner Erfahrung als Hochschullehrer an der Technischen Universität in Berlin weiß ich, dass der Frauenanteil in den Geowissenschaften seit rund 20 Jahren fast konstant bei 30 bis 40 Prozent liegt. Wir freuen uns daher, dass wir mit dieser neu ausgeschriebenen Stelle einen Weg gefunden haben, berufliche Wiedereinsteigerinnen nach einer Familienphase besser wieder in das Arbeitsfeld zu integrieren, sagt Ugur Yaramanci.

Links:

Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)
Homepage

Hannoveraner Forschungsinstitut mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet
Pressemitteilung vom 29.09.2011 des LIAG

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Foto: Leibniz-Institut für angewandte Geophysik LIAG

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