Landesinitiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“: Mehr wirtschaftlicher Erfolg durch mehr sozialversicherungspflichtige Jobs

Mit einem höheren Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung wirtschaftlichen Erfolg erzielen und zugleich die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit steigern: perspektive-wiedereinstieg.de stellt Handlungshilfen der nordrhein-westfälischen Landesinitiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ vor.

Foto: Frau arbeitet in der Gastronomie - nimmt Bestellung auf

Mit der Landesinitiative „Faire Arbeit – Fairer Wettbewerb“ setzen sich das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Unternehmen, Gewerkschaften und Einzelpersönlichkeiten gemeinsam für mehr Lohngerechtigkeit sowie für eine Reduzierung von Mini-Jobs, Leiharbeit/Werkverträgen und die Bekämpfung der Schwarzarbeit ein. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Positive Beispiele für faire Arbeit aufzeigen – prekäre Beschäftigung zurückdrängen

Im Fokus der Landesinitiative steht neben der Information von Beschäftigten und Unternehmen über bestehende Rechte und Pflichten auch die Vorstellung zahlreicher positiver Beispiele und Vorbilder von fairer Arbeit. Die meisten Betriebe in Nordrhein-Westfalen behandeln ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair und zeigen, dass durch faire Arbeit erfolgreiche Ergebnisse erzielt werden und faire Arbeit somit auch aus wirtschaftlicher Sicht eine Zukunftsperspektive hat.

Andererseits nehmen jedoch prekäre Beschäftigung, der Missbrauch flexibler Arbeitsformen und eine negative Lohnentwicklung insbesondere im Niedriglohnbereich zu. Viele Menschen arbeiteten dort in unsicheren, schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen, die dazu führten, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Schwierigkeiten haben, ihre Familie zu versorgen und für das Alter vorzusorgen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zahlen sich aus

Die vorliegenden Handlungshilfen entstanden im Zuge des Modellprojekts „Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – Auswirkungen auf die betriebliche Beschäftigungspolitik?“. Es wurden unter anderem rund 880 Betriebe der Branchen Einzelhandel, Hotel und Gaststätten sowie Gebäudereinigung befragt.

Die zur Verfügung stehenden Informationen sollen beim Umwandlungsprozess von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse helfen und richten sich an Verantwortliche in Betriebe aus dem Einzelhandel, der Gastronomie, Hotellerie sowie der Gebäudereinigung. Die Handlungshilfen zeigen an Hand konkreter Berechnungen und vieler Beispiele auf, weshalb sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse Unternehmen ein wirtschaftlicheres, flexibleres und kundenorientierteres Handeln ermöglichen als Minijobs.Argumente und Strategien aus der Praxis für Personalverantwortliche

Für Personalverantwortliche sind die Handlungshilfen gute Argumente, um Minijobberinnen und Minijobber von den Vorteilen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zu überzeugen. Ergänzend finden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Auskünfte zu möglichen Qualifizierungsmaßnahmen, die von den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gefördert werden.

Ziel der Initiative ist dabei nicht die Abschaffung von Minijobs in Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie oder in der Gebäudereinigung. Im Einzelfall können diese durchaus eine geeignete Beschäftigungsform darstellen, sie dürfen aber reguläre Beschäftigungsformen nicht verdrängen. Für die Beschäftigten sollten sie keine berufliche Sackgasse, sondern einen Einstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bieten.

Links:

Website - Landesinitiative "Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb"

Land der fairen Arbeit NRW - Handlungshilfe für den Einzelhandel

Land der fairen Arbeit NRW - Handlungshilfe für die Hotellerie und die Gastronomie

Land der fairen Arbeit NRW - Handlungshilfe für die Gebäudereinigung

perspektive-wiedereinstieg.de:

Best Practice: Wege aus der Sackgasse „Minijob“ – „REWE Haase“ in Hamm/Westfalen unterstützt seine Mitarbeiterinnen dabei, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Bundesland Spezial: Wiedereinstiegsangebote in Nordrhein-Westfalen (NRW) 

 

Foto: Pixabay.de

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