Broschüre: „Familienbewusste Personalpolitik für Väter – so funktioniert’s“

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist längst zu einem Thema geworden, das beide Elternteile gleichermaßen betrifft und beschäftigt. Viele Unternehmen überprüfen daher, ob sie mit ihrer Kultur und Kommunikation auch Väter motivieren, familienfreundliche Angebote in Anspruch zu nehmen. Wie sie das Thema angehen und was sie dabei beachten können, erläutert eine im Oktober 2014 erschienene Publikation des Bundesfamilienministeriums.

Cover der Broschüre "Familienbewusste Personalpolitik für Väter - so funktioniert's"

Rund 60 Prozent der Väter und Mütter sind grundsätzlich bereit, sich Erwerbs- und Familienarbeit gleichmäßig zu teilen. Doch laut der Broschüre „Familienbe­wusste Personalpolitik für Väter – so funktioniert’s“ setzen nur 14 Prozent der Eltern diese Pläne in die Tat um. Vor allem die Väter befürchten vielfach, ihre Karriere aufs Spiel zu setzen, wenn sie beruflich kürzer treten, und nehmen von Plänen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, Abstand. Glücklich sind die meisten Männer damit nicht: Die Mehrheit hat das Gefühl, nicht genug für ihr Kind bzw. ihre Kinder da zu sein. Dies wiederum bietet den Unternehmen die Möglichkeit, sich im Wettbewerb um die klügsten Köpfe einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen, denn Firmen, in denen sich Familie und Beruf ganz selbst­ver­ständlich vereinbaren lassen, können somit zu bevorzugten Arbeit­gebern werden. Immerhin sagen 90 Prozent aller Eltern zwischen 25 und 39 Jahren, dass ihnen bei der Wahl eines Arbeitgebers oder einer Arbeitgeberin die Familien­freund­lichkeit mindestens ebenso wichtig ist wie die Höhe des Ge­halts.

Viele Unternehmen verfügen bereits über familienfreundliche Angebote, die sich für Mütter und Väter gleichermaßen eignen, heißt es in der Broschüre. Vielfach gibt es zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle oder Home-Office-Lösungen. Manche Betriebe unterbreiten sogar Kinderbetreuungsangebote. Um stärker als bisher Väter mit solchen Maßnahmen zu erreichen, gibt die Publi­kation unter anderem die folgenden Hinweise: 

Auf die Sprache achten

Bei der Kommunikation familienbewusster Maßnahmen ist zu vermeiden, dass die Vaterschaft als Belastung für das Unternehmen erscheint. Schließlich profitieren die Betriebe von den sozialen Kompetenzen, die Väter durch die Kindererziehung erwerben.

Passende Bildmotive wählen

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein Frauenthema: Daher sollten sowohl Väter als auch Mütter in den entsprechenden Publikationen abgebildet sein.

Online-Medien nutzen

Erfahrungsgemäß bevorzugen viele Männer das Inter- bzw. Intranet als Informationsmedium. Wer das bei der Kommunikation familienfreundlicher Angebote berücksichtigt, erreicht sie besser.

Fakten anführen

Zahlen, Daten und Fakten, so ein weiterer Erfahrungswert, stehen bei vielen Männern hoch im Kurs. Tatsachen, die für die Nutzung familienfreundlicher Angebote sprechen, überzeugen sie daher besonders. 

Väter bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien einbinden

Ebenfalls zielführend ist es, Männer bzw. Väter in die Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie für familienfreundliche Maßnahmen einzubinden.

Als Unternehmensleitung das Thema kommunizieren

Damit Väter darauf vertrauen können durch die Nutzung familienfreundlicher Angebote keine beruflichen Nachteile zu haben, sollte sich die Unternehmens­führung das Thema zu eigen machen und fortlaufend in die Kommunikation einbinden.

Als Führungskraft Vorbild sein

Kaum etwas überzeugt so sehr wie ein gutes Vorbild. Wenn Vorgesetzte familienfreundliche Maßnahmen nutzen, ebnen sie vielfach den Weg für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Ansprechperson für Väter benennen

Unternehmen berichten, dass sich viele Väter unsicher sind, an wen sie sich mit ihren Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wenden können. In manchen Betrieben und Institutionen hat sich daher die Ernennung eines Väterbeauftragten bewährt.

Väternetzwerke fördern

Vielen Vätern hilft der Erfahrungsaustausch mit anderen Männern, die sich in der gleichen Situation befinden, um ihre Rolle als Vater zu definieren und ein Arrangement zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auszugestalten. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können entsprechende Strukturen bzw. Angebote schaffen, indem sie betriebliche oder überbetriebliche Netzwerke initiieren. 

Vater-Kind-Angebote machen

Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit für Väter sind Vater-Kind-Kurse und -Aktionen, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der örtlichen Familienbildung anbieten können.

Link:

„Familienbewusste Personalpolitik für Väter – so funktioniert’s. Wie Unternehmen Väter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen können“

Abbildung: BMFSFJ

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