Personalarbeit 4.0: Informelle Kompetenzen stärker einbeziehen

Sind Zeugnisse und Bildungsabschlüsse allein heute noch eine zeitgemäße Basis, um über die Qualifikation einer Bewerberin oder eines Bewerbers zu entscheiden? Speziell im vom Fachkräftemangel stark betroffenen Sozial- und Gesundheitswesen wird es für Personalverantwortliche immer schwieriger, bei der Suche nach Mitarbeitenden mit diesen herkömmlichen Bildungs- und Qualifikationsbegriffen zu arbeiten. Die sogenannte Kompetenzorientierung soll es ihnen erleichtern, Qualifikationen über formale Abschlüsse hinaus besser einordnen zu können. Das Handbuch „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“ zeigt, was dabei beachtet werden muss und wie sich daraus zeitgemäße Strategien für das Gewinnen und Halten von Mitarbeitenden entwickeln lassen.

Foto: Netzwerken, Freude, Profile verschiedener Menschen

Fachkräfte aus dem In- und Ausland, Quereinsteigende, ungelernte Hilfskräfte, also Menschen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen: Personalverantwortliche aus dem Sozial- und Gesundheitswesen stehen vor der besonderen Herausforderung bei ihnen eingehende Bewerbungen einzuordnen, sie vergleichbar zu machen und zu bewerten. Das informelle Lernen und die sich daraus ergebenden Kompetenzen und deren Anerkennung haben seit längerer Zeit sehr an Bedeutung gewonnen. Wie diese als zusätzliches Kriterium neben Bildungsabschlüssen miteinbezogen werden können, gibt der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) vor. Bereits 2013 eingeführt, handelt es sich beim DQR um ein Instrument, mit dem eine bessere Orientierung im deutschen Bildungssystem möglich ist und das zugleich eine Vergleichbarkeit der Qualifikationen europaweit erleichtert.

Der DQR verschiebt den Fokus von formalen Bildungsabschlüssen hin zu weiteren Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber. Im Sozial- und Gesundheitswesen werden die sich daraus ergebenden Chancen in der Personalarbeit aber bislang noch zu wenig wahrgenommen, heißt es bei der Diakonie Deutschland, welche die Entstehung des Handbuches „Personalarbeit 4.0 – Arbeit kompetenzorientiert gestalten“ mit Best Practice-Beispielen unterstützt hat.

Personalarbeit neu definieren

Für Personalverantwortliche bedeutet diese Neuausrichtung hin zur Kompetenzorientierung unter anderem, dass Stellenbeschreibungen und
–ausschreibungen neu formuliert und Personaleinstellungsprozesse überarbeitet werden müssen. Auch die Einführung einer kompetenzorientierten Personalentwicklung im Hinblick auf das lebenslange Lernen ist ein wichtiger Schritt in diesem Prozess.

Handbuch und Erklär-Video

Das Handbuch zeigt auf, was Kompetenzorientierung im Personalwesen bedeutet und wie sie sich in Organisationen umsetzen lässt. Verschiedene Praxis-Beispiele aus diakonischen Einrichtungen sowie Fachbeiträge zeigen, wie und warum sich das Überdenken herkömmlicher Bildungs- und Qualifikationsbegriffe auszahlt. Einen Einstieg ins Thema finden Interessierte im Erklär-Video auf der Interseite der Diakonie Deutschland oder im Inhaltsverzeichnis des Handbuches „Personalarbeit 4.0 - Arbeit kompetenzorientiert gestalten“.

Links:

Waxmann Verlag GmbH

Diakonie Deutschland

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Rubrik Analyse der Kompetenzen

Rubrik Qualifizierung

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