Frauen – Minijob – existenzsichernde Jobs – weibliche Altersarmut

Der ESF-Standort „Perspektive Wiedereinstieg Mainz“ unterstützt Frauen und Männer, die nach der Familienzeit in den Beruf zurückkehren wollen. Das Projekt wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert und in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt. Ein Schwerpunktthema ist die Entwicklung und regionale Verankerung von Unterstützungsangeboten für Frauen, die aus dem Minijob heraus in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wollen. Am 19. Juni 2017 lud Uta Galle-Hahn, Projektleiterin von „Perspektive Wiedereinstieg Mainz“ gemeinsam mit dem Jobcenter Mainz und der Stadt Mainz zur Fachveranstaltung „Frauen und Minijob – Mach mehr draus!“ ein.

Foto von links nach rechts siehe Textende

oIm Rahmen der Veranstaltung diskutierten Akteurinnen und Akteure aus Politik, Institutionen und Unternehmen vor zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besuchern im Mainzer Rathaus zum Thema „Frauen und Minijob“, beruflicher Wiedereinstieg und Alterssicherung für Frauen. Die Vor- und Nachteile von nicht-sozialversicherten Minijobs, deren Auswirkung auf die vor allem weibliche Altersarmut und Lösungsansätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden aus unterschiedlichen Aspekten beleuchtet. Die Frauenministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Anne Spiegel machte mit Zahlen deutlich, dass Altersarmut vor allem Frauen trifft.

Minijobs tragen in der Regel nicht zur Renten-Anwartschaft bei, deshalb seien politische Schritte in Richtung einer besseren Durchlässigkeit von Minijob zu einer sozialversicherungspflichtigen und somit existenzsichernden Anstellung nötig", sagte Dr. Angela Icken vom Bundesfamilienministerium. "Ebenso ist eine Änderung im gesellschaftlichen Selbstverständnis erforderlich. Auch für die Pflege von Verwandten sorgen heute überwiegend Frauen und stecken dafür im Beruf zurück", erklärte Angela Icken.

Alle Teilnehmenden auf dem Podium waren sich einig, dass der Minijob keine Dauerlösung ist. In bestimmen Fällen, zum Beispiel für Studierende oder Rentnerinnen bzw. Rentner, die sich etwas dazu verdienen wollen, kann er durchaus sinnvoll sein, unter Umständen auch als Einstieg nach der Familien- oder Pflegezeit, wobei hier frühzeitig eine Erweiterung zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geplant werden sollte. Laut Uta Galle-Hahn ist der Klebeeffekt gefährlich hoch. Was nur als Übergang geplant war, wird oft zur Dauerlösung.

 Startschuss für einen Runden Tisch zum Thema „Minijob"

Im Rahmen der Veranstaltung erfolgte deshalb auch der offizielle Startschuss  für einen Runden Tisch, der zweimal jährlich tagen und alle maßgeblichen Akteurinnen und Akteure aus der Region zusammenbringen soll. Er wird auf das Fachpotenzial zum Thema „Minijob“ zurückgreifen, das sich in den Beiträgen und Diskussionen gezeigt hat. Wir werden keine Politik machen und auch das Rad nicht neu erfinden. Wir verstehen uns als Ideengeber, der neue Schritte vorschlägt. Und mit Blick auf die hochkarätige Besetzung des Runden Tisches hoffen wir, dass wir auch gehört werden, so Uta Galle-Hahn zum Abschluss.

Link:

Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V. (CJD)

Minijobs im gewerblichen Bereich und Minijobs in Privathaushalten
Umfassende Informationen auf der Website der Minijob-Zentrale

Midijobs - Beschäftigungen in der Gleitzone zwischen 450,01 und 850,00 Euro
Informationen auf der Website der Minijob-Zentrale

Gleitzonenrechner der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See

Information für Betriebsräte zu Handlungsmöglichkeiten beim Einsatz von Minijobbeschäftigten Berlin. 2015
Broschüre im Rahmen des Projektes „Joboption Berlin - Warum Minijob? Mach mehr draus!“

Mindestlohn
Internetportal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

perspektive-wiedereinstieg.de:

ESF-Standorte

Studie: "Frauen im Minijob"

Info-Blatt: "Arbeitsrecht im Minijob"

Kampagne: "Warum Minijob? Mach mehr draus!"

„Minijob? – Machen Sie mehr draus“: Projekt „Joboption“ wirbt bei geringfügig Beschäftigten und Unternehmen für sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse

Bericht: "Gleichstellen: Auch eine Option für Minijobberinnen"

Foto: Von links nach rechts, Moderatorin Elisabeth Kolz, E.U.L.E. Mainz, Heike Strack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Mainz, Lisa Haus, Abteilungsleiterin Unternehmensgründung und Unternehmensförderung, Innovation, IHK Rheinhessen, Kirstin Rohleder Mainzer Kompetenz Initiativen, Uta Mattern, stv. Vorsitzende des Landesfrauenrates Rheinland-Pfalz, Juliane Opalka, Geschäftsführerin Jobcenter Mainz

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Foto: © Jutta Blankenburg

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