Teilnahme erwünscht: Zeitverwendungserhebung 2022

Unter dem Motto „Wo ist die Zeit geblieben“ findet von Januar bis Dezember 2022 in Deutschland eine Zeitverwendungserhebung (ZVE) statt. 10.000 Haushalte sollen befragt werden, wie die Arbeitslast von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern aufgeteilt ist bzw. für welche sonstigen Aktivitäten die Zeit im Alltag verwendet wird. Die erhobenen Daten sollen Erkenntnisse liefern, um insbesondere gesellschaftspolitische Maßnahmen zum Beispiel zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben vorzubereiten und zu bewerten. Interessierte können sich ab Mitte August 2021 bewerben, um an der Erhebung teilzunehmen. Als Dankeschön für die vollständige Teilnahme erhalten die Haushalte eine kleine Geldprämie.

Bild: Eine Uhr und ein Handy und der Text "Wo bleibt die Zeit?"

Der Tag hat gerade begonnen und schon ist er auch wieder vorbei: Doch wo ist die Zeit geblieben? Waren Sie den Tag über hauptsächlich beruflich eingebunden, haben Sie Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreut, sich ehrenamtlich engagiert, weitergebildet oder sind Sie Ihrem Hobby nachgegangen? Wieviel Zeit mussten Sie für den Einkauf oder für Wegezeiten aufwenden? Um mehr über die Zeitverwendung von Haushalten bzw. deren Mitgliedern zu erfahren, werden 10.000 Haushalte gesucht, die freiwillig an der ZVE 2022 teilnehmen. Teilnehmende beantworten dafür einige Fragen zum Haushalt (Haushaltsfragebogen) und zu den einzelnen Haushaltsmitgliedern (Personenfragebogen). Die einzelnen Personen des Haushalts erfassen zudem an drei vorgegebenen Tagen (zwei Werktage, ein Wochenendtag) alle Aktivitäten ihres Tagesablaufs über 24 Stunden hinweg in einem Tagebuch. Für die vollständige Teilnahme erhält jeder Haushalt eine Prämie von 15 Euro sowie zusätzlich 20 Euro je teilnehmender Person ab 10 Jahren.

Aus den Daten aller Teilnehmenden soll abgeleitet werden, wie Personen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Haushaltskonstellationen ihre Zeit auf verschiedene Lebensbereiche aufteilen. Besonderes Interesse gilt in diesem Zusammenhang, wieviel unbezahlte Sorgearbeit, wie zum Beispiel Kinderbetreuung, Hausarbeit und freiwilliges Engagement, geleistet wird, wie viel Zeit zusammen oder getrennt lebende Eltern mit der Betreuung ihrer Kinder verbringen, wie sich das soziale Leben von Alleinlebenden gestaltet und womit Kinder und Jugendliche ihre Zeit verbringen.

Wir müssen Familien und ihren Alltag kennen und verstehen, um mit politischen Maßnahmen ihren Erwartungen gerecht zu werden. Dafür brauchen wir zuverlässige amtliche Daten über den familiären Alltag: Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie dazu bei, dass sich Ihre alltägliche Situation in den Daten widerspiegelt, so Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium.

Anmeldung zur ZVE 2022

Erstmals wird bei der amtlichen Haushaltsbefragung eine App eingesetzt. Des Weiteren ist die Teilnahme über eine Web-App möglich. Diese kann über einen gängigen Internetbrowser genutzt werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, mittels Papierfragebogen teilzunehmen. Interessierte Haushalte können sich voraussichtlich ab Mitte August 2021 für die ZVE 2022 unter www.zve2022.de anmelden.

Antworten auf häufig gestellte Fragen und zum Datenschutz sind auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes unter dem folgenden Link zusammengestellt.

Hintergrund

Am 1. Juli 2021 trat das Gesetz über die statistische Erhebung der Zeitverwendung (Zeitverwendungserhebungsgesetz, ZVEG) in Kraft. Die neue gesetzliche Grundlage sichert die regelmäßige Durchführung dieser freiwilligen Erhebung. Die ZVE 2022 findet erstmals nicht mehr als Erhebung für besondere Zwecke (§ 7 Bundesstatistikgesetz), sondern unter einem eigenen Gesetz statt.

Bereits seit den 1990er Jahren erhebt das Statistische Bundesamt gemeinsam mit den Statistischen Ämtern der Länder etwa alle zehn Jahre Daten zur Zeitverwendung der in Deutschland lebenden Menschen, zuletzt 2012/13. Auch in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) werden ZVE durchgeführt, so dass bei den Auswertungen auch EU-Vergleiche möglich sind. 

Links:

BMFSFJ: Gesetz über die statistische Erhebung der Zeitverwendung

Statistisches Bundesamt: ZVE 2022 

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Rubrik Gleichstellung

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Foto: © Statistisches Bundesamt

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