Monitor Familienleben 2010 – Neue Umfragewerte rund um das Thema Familienpolitik

Wie gut gelingt Eltern in der heutigen Wirtschaft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Antworten auf diese Fragen liefert der „Monitor Familienleben 2010“ – eine Studie, die im Auftrag des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Institut für Demoskopie Allensbach zum dritten Mal durchgeführt wurde.

Foto: Frau und Mann mit drei Kindern auf einem Spazierweg

Am 31. August stellte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder in Berlin die Studie vor. Der „Monitor Familienleben 2010“ beleuchtet, wie zufrieden Familien mit den Maßnahmen der Familienpolitik sind, wo ihre Bedürfnisse und ihre Erwartungen liegen und wo sie Potential für Verbesserungen der aktuellen Lage sehen.

Die Werte zeigen: 68 Prozent der Väter und 72 Prozent der Mütter sind der Ansicht, dass sich Beruf und Familie nicht gut genug vereinbaren lassen. 65 Prozent der befragten Eltern mit Kindern unter 18 Jahren sehen Verbesserungsmöglichkeiten in der Kooperation mit Betrieben. Sie empfinden es als wichtige familienpolitische Aufgabe, Betriebe dabei zu unterstützen, mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. Weiterhin spricht sich ein Großteil der Befragten für ein besseres Betreuungsangebot und flexiblere Betreuungszeiten aus.

Auch der Wunsch nach einer stärkeren Unterstützung durch den Staat lässt sich aus den Umfragewerten ablesen. 65 Prozent der befragten Mütter und Väter finden es wichtig, junge Familien mit Kindern stärker zu fördern. Ab diesem Herbst soll es erste Neuerungen geben: Das Bundesfamilienministerium startet gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Initiative „Familienbewusste Arbeitszeiten“.

Über 90 Prozent der Mütter und Väter mit Kindern unter 18 Jahren betrachten die Familie als ihren Lebensmittelpunkt. Schwieriger ist es, wenn Familie und Beruf nicht miteinander vereinbar sind. Familienministerin Kristina Schröder betont, dass der Fokus darauf gelegt werden sollte, Familien mehr Zeit zu geben:  "Wie zufrieden die Familien sind, hängt ganz besonders davon ab, ob sie genügend Zeit mit ihren Kindern und Angehörigen verbringen können. Mehr Zeit ist die Leitwährung einer modernen Gesellschaftspolitik. Mein Ziel ist deshalb, bessere Voraussetzungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Dafür brauchen wir flexiblere Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, die nach der Qualität geleisteter Arbeit und nicht nach der Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragt."  Ihr Ziel ist es, mehr vollzeitnahe Teilzeitstellen für Mütter und Väter zu schaffen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist allerdings nicht nur auf die Betreuung von eigenen Kindern beschränkt – eine weitere Hürde ergibt sich durch pflegebedürftige Angehörige. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, dass Berufstätige, die Angehörige pflegen, Anspruch auf eine sogenannte Pflegezeit bekommen sollen. In der Tat halten 87 Prozent der Befragten die Vereinbarkeit zwischen Pflege und Beruf für ein wichtiges Ziel in der Zukunft.

Links:

Monitor Familienleben 2010 - Einstellungen und Lebensverhältnisse von Familien
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Foto: pixelio.de / Alexandra H.

Services

Themenlotse

Themen-Schnellzugang