Kernthema Kinderbetreuung

Beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt die Betreuung der Kinder eine große Rolle. Eltern wünschen sich mehr Kitaplätze und mehr Erzieherinnen und Erzieher. Doch die Bundesländer investieren unterschiedlich – Spitzenreiter ist Berlin mit mehr als 4000 Euro pro Kind unter sechs Jahren.

Foto: Kind im Klettergerüst auf einem Spielplatz

Die Nachfrage der Eltern nach Kinderbetreuung steigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung, die Ende Juni 2010 vorgestellt wurde. Von den Zweijährigen in Westdeutschland besuchten im vergangenen Jahr 30 Prozent eine Krippe, einen Kindergarten oder eine Tagesmutter. Bei den Dreijährigen erreicht die Quote bereits 80 Prozent.

Auch in Ostdeutschland, wo traditionell besonders viele Kinder in Kindertagesstätten betreut werden, ist die Nachfrage der Eltern noch weiter gestiegen. Dort ist es mittlerweile üblich, dass Kinder nach dem ersten Geburtstag eine Kita besuchen: Fast 60 Prozent der Einjährigen gehen hier derzeit in eine Kindertagesstätte.

Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab 2013

Bislang gehen viele Landes- und Kommunalpolitiker davon aus, dass sie bis zum Jahr 2013 für etwa 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze schaffen müssen. Doch die Studie der Bertelsmann-Stiftung legt nahe, dass die Nachfrage noch viel höher ausfallen wird: "Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf nach frühkindlicher Bildung weiter steigt und nicht bei irgendeiner Prozentmarke stehen bleibt.", machte die Studienleiterin der Stiftung, Anette Stein, deutlich. Von August 2013 an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter, sobald ihr Kind ein Jahr alt ist.

Der Ländervergleich der Bertelsmann-Stiftung dokumentiert erstmals, wie unterschiedlich die Investitionen in frühkindliche Bildung ausfallen. Während der Spitzenreiter Berlin im Jahr 2007 durchschnittlich mehr als 4000 Euro für jedes Kind unter sechs Jahren ausgab, waren es in Schleswig-Holstein nur 1950 Euro. Bayern und Niedersachsen schnitten mit etwa 2000 Euro pro Kind ähnlich schlecht ab. Unter den westlichen Flächenstaaten fällt einzig Rheinland-Pfalz positiv auf: Das Land investierte im Durchschnitt mehr als 2900 Euro pro Kind unter sechs Jahren im Jahr 2007.

Link:

Bertelsmann-Stiftung

Foto: stockfreeimages.com / Artefy

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