Gutachten: Große Bedeutung der Erwerbstätigkeit von Frauen für den Innovationsstandort Deutschland

Um die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands zu erhalten, müsse es unter anderem gelingen, Frauen in einer Familienphase zu vermitteln, dass sie in der Arbeitswelt gebraucht würden, schreiben die Sachverständigen der Expertinnen- und Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in ihrem Jahresgutachten 2012. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte ein gemeinsames Thema für Mütter und Väter sein.

Foto: Deckblatt des Gutachtens

Die Expertinnen- und Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), der derzeit sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angehören, besteht seit 2008. Sie hat die Aufgabe, die Bundesregierung zu beraten, in einem jährlichen Gutachten den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland zu beurteilen und Vorschläge für seine Weiterentwicklung zu machen. Ziel ist ein deutsches Innovationssystem, das ständig neues Wissen generiert, neue Impulse flexibel aufnimmt und in Innovationen im Markt umsetzt. 

Frauen: Kompetenzen ins Arbeitsleben einbringen

Im "Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands" von 2012 spielt auch die Erwerbstätigkeit von Frauen eine Rolle. Rund sechs Millionen zum Teil gut qualifizierte Frauen im erwerbsfähigen Alter seien hierzulande nicht berufstätig. Von den Frauen, die einer Erwerbstätigkeit nachgingen, arbeiteten 45 Prozent in Teilzeit - durchschnittlich mit 18 Wochenstunden. Frauen deutlich besser als bisher in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sei von strategischer Bedeutung für den Innovationsstandort Deutschland, sagt die Expertinnen- und Expertenkommission.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: eine gemeinsame Aufgabe

Damit eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen nicht mit einer sinkenden Kinderzahl einher ginge, dürfe die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur als Frauensache angesehen werden. Frauen muss nachdrücklich vermittelt werden, dass sie auch mit Kindern in der Arbeitswelt gebraucht werden. Männern muss ebenso nachdrücklich vermittelt werden, dass sie in der Welt der Kindererziehung und Familienarbeit gefordert und willkommen sind, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrem Gutachten und fordern die Abschaffung von öffentlichen Leistungen, die es Frauen nahelegen, nicht oder nur geringfügig erwerbstätig zu sein.

Fachkräfte gewinnen und qualifizieren

Gut ausgebildete und passend qualifizierte Fachkräfte sichern die langfristige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, heißt es im Gutachten. Die daraus resultierenden Herausforderungen müssten zügig und mit Nachdruck angegangen werden. Ansatzpunkte lieferten die Aus- und Weiterbildungspolitik zur Anpassung der Qualifikationsstruktur der Arbeitskräfte, betriebliche Maßnahmen zur Erhaltung wertvoller Qualifikationen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, eine bessere Ausschöpfung „stiller Reserven“ und der dort schlummernden Qualifikationspotenziale und eine Migrationspolitik zur Einbeziehung internationaler Qualifikationsreserven.

Fazit

Das Gutachten macht deutlich, dass berufliche Wiedereinsteigerinnen gefragt sind, ihre vielfältigen Fähigkeiten umfänglich einzubringen und mit diesen Impulsen das gesellschaftliche und familiäre Leben zu bereichern.

Links:

"Jahresgutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2012"
Gutachten in Kurz- und Langfassung (auch in englischer Sprache) zum Download auf der Website der Expertenkommission Forschung und Innovation

Expertenkommission Forschung und Innovation
Website

Foto: Expertinnen- und Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)

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