Arbeitskräfteangebot sinkt bis 2050 um 12 Millionen – gute Chancen für Wiedereinsteigerinnen

Aufgrund der demografischen Entwicklung geht langfristig die Zahl der erwerbsfähigen Menschen zurück, zugleich altert die Bevölkerung spürbar. Bis 2050 könnte die Zahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt potenziell zur Verfügung stehen, im Vergleich zu 2008 um fast zwölf Millionen sinken. Das prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer neuen Studie von 2011.

Foto: Frau in Großraumbüro

Allein bis 2025 wird das potenzielle Arbeitskräfteangebot laut IAB um fast 3,5 auf 41,3 Millionen sinken – sofern es gelingt, mehr Ältere, Frauen, Ausländerinnen und Ausländer am Erwerbsleben zu beteiligen. Ansonsten liege der Rückgang sogar bei 6,7 Millionen Personen. Selbst unter optimistischen Annahmen sei dieser Trend nicht aufzuhalten.  

Für seine Erhebung hat das IAB mehrere Bevölkerungsvarianten mit jeweils unterschiedlichen Wanderungsannahmen sowie zwei Varianten der Erwerbsbeteiligung kombiniert. Allen Szenarien liegen dieselben demografischen Grundtrends zugrunde: eine konstante durchschnittliche Geburtenziffer von 1,4 Kindern pro Frau sowie eine steigende Lebenserwartung.

Eine höhere Erwerbsbeteiligung und eine aus heutiger Sicht realistisch angenommene Zuwanderung können die demografischen Effekte nicht mehr kompensieren, heißt es in der Studie. Dabei falle besonders ins Gewicht, dass die geburtenstärksten Jahrgänge – deren Erwerbsquote im untersuchten Zeitraum aufgrund der Anhebung des Rentenalters teilweise erheblich zulegen dürfte – nach 2030 aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Trotz eines prognostizierten Anstiegs der Frauenerwerbsquoten bleiben diese laut IAB niedriger als die Quoten der Männer. Entsprechend bleibe auch der Frauenanteil am Erwerbspersonenpotenzial mit rund 46 Prozent nahezu konstant.

Möglicherweise könne man durch längere Jahresarbeitszeiten den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials ausgleichen, heißt es in der Studie. Ob und zu welchem Preis sich dies durchsetzen lasse, sei aber offen. Es bedarf eines ganzen Bündels von Maßnahmen, um den massiven Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials zu dämpfen, so die Autorinnen und Autoren. Klar sei: Wirtschaft und Gesellschaft müssten sich längerfristig auf eine deutlich kleinere Bevölkerung und ein viel geringeres Arbeitskräftepotenzial einstellen.

Allerdings führe der Rückgang des Arbeitskräfteangebots nicht zwangsläufig zu einem Fachkräftemangel. Zum einen werden sich langfristig die Kapital- und Gütermärkte und auch die Löhne auf den Rückgang des Arbeitskräfteangebots einstellen. Zum anderen könnten Bildungsanstrengungen längerfristig dazu beitragen, die Konsequenzen des sinkenden Erwerbspersonenpotenzials für Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu mildern.

Zudem seien die Anerkennung Älterer in der Gesellschaft, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Integration von Migrantinnen und Migranten hohe Ziele, deren Stellenwert nun aus der Arbeitsmarktperspektive heraus noch zunehme.

Link:

Bericht über das Arbeitskräfteangebot bis 2050
IAB-Kurzbericht 16/2011 „Projektion des Arbeitskräfteangebots bis 2010. Rückgang und Alterung sind nicht mehr aufzuhalten“, als pdf zum Download

Foto: Morguefile

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