Petra Semmert vom „PWE“-Standort Nürnberg mit Bayerischen Verdienstorden gewürdigt

Petra Semmert ist Geschäftsführerin der EducationManagementConsortium GmbH in Nürnberg und setzt dort u. a. das Projekt „flow! – Perspektive Wiedereinstieg Mittelfranken“ um. Doch damit nicht genug, Frau Semmert bringt sich auf vielfältige Art und Weise für ihre Mitmenschen ein. Für ihr beispielhaftes soziales Engagement wurde sie 2018 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Foto: Petra Semmert und Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident

perspektive-wiedereinstieg.de: Für welches Projekt sind Sie mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt worden?

Petra Semmert: Gewürdigt wurde ich für mein soziales Engagement in verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel gründete ich 1997 die ,,Frauen Computer Schule" und startete 2003 mit der Bundesagentur für Arbeit die ,,Mädchen-Computertage" als bayerisches Pilotprojekt. Mit diesem Projekt wollte ich Frauen und Mädchen Unterstützung bieten, um ihnen den Weg ins IT-Zeitalter zu erleichtern. Als Geschäftsführerin eines Bildungsunternehmens liegt mir das Thema Aus- und Weiterbildung von Frauen und ihre damit verbundenen Karrierechancen ganz besonders am Herzen. 2001 wurde ich in das Expertinnenforum des Internetbeirates der Bayerischen Staatskanzlei berufen. Ein weiteres Projekt, für das ich mich bis heute stark engagiere, ist der ,,Sternchenmarkt für Engelchen". Den dazugehörigen „Sternchenmarkt e. V.“ habe ich vor zwölf Jahren mitgegründet.

perspektive-wiedereinstieg.de: Was hat Sie motiviert, den „Sternchenmarkt“ ins Leben zu rufen?

Petra Semmert: Es gab eine Situation, die mich zu diesem Projekt bewegt hat. Eines Morgens traf ich eine junge Mutter weinend auf der Treppe unserer Schule an. Als ich sie fragte, was denn los sei, antwortete sie mir, sie könne sich keinen Weihnachtsbaum und auch kein Geschenk für ihr Kind leisten. Es bedrücke sie sehr, als Mutter ihrem Kind nichts an den Feiertagen bieten zu können. Ich spürte das gefühlsmäßige Ausmaß ihrer Aussage. Aus dieser Begegnung entstand die Idee für den „Sternchenmarkt“.

perspektive-wiedereinstieg.de: Was macht den Sternchenmarkt Ihrer Meinung nach so attraktiv?

Petra Semmert: Ich glaube, dass der „Sternchenmarkt“ für Kinder und Eltern etwas Besonderes ist, weil er mit viel Engagement und Liebe gestaltet wird und eine prima Alternative zu unserem Nürnberger Christkindlmarkt ist. Nicht jede Familie kann sich den Besuch eines kommerziellen Weihnachtsmarktes leisten. Wir alle wissen, was ein solcher Besuch kostet. Und einen Weihnachtsmarkt zu besuchen, ohne sich etwas leisten zu können, bringt Kindern und Eltern nicht wirklich Spaß. Der „Sternchenmarkt“ richtet sich somit speziell an sozial schwache Nürnberger Kinder und ihre Familien. Ihnen mit dem Besuch des Weihnachtsmarktes eine Freude zu bereiten und die Kinderaugen zum Leuchten zu bringen, ist unser Ziel. Jedes Jahr werden ca. 5500 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren mit ihren Familien vom Sozialamt der Stadt Nürnberg persönlich eingeladen. Die einzige Voraussetzung für die Einladung ist, dass die Kinder einen Nürnberg-Pass haben. Mit der Einladung erhalten die Kinder einen großen und vier kleine Sterne, die Währung für unseren Weihnachtsmarkt. Für den großen Stern bekommen die Kinder ein großes Geschenk und die kleinen Sterne, können sie nach Herzenslust auf dem Weihnachtsmarkt für Leckereien einlösen. Und natürlich ist auch für die Eltern gesorgt, Getränke und Essen stehen für sie zur Verfügung.

perspektive-wiedereinstieg.de: Wer hilft Ihnen so ein großes Projekt umzusetzen?

Petra Semmert: Um dieses Projekt dauerhaft zu etablieren, wurde vor zwölf Jahren der Verein ,,Sternchenmarkt e. V." gegründet. Unterstützt werden wir von weiteren Partnerinnen und Partnern, anders lässt sich ein so großes Projekt einfach nicht umsetzen. Das Sozialamt der Stadt Nürnberg habe ich bereits erwähnt, aber auch die Nürnberger Nachrichten unterstützen uns sehr. Als Vorsitzende des Vereins ist es jedes Jahr aufs Neue meine Aufgabe, Sponsoren zu finden, die Geld- bzw. Sachspenden für unser Fest zur Verfügung stellen. Durch die Berichterstattung ist es möglich, große Wirtschaftsunternehmen, andere Sponsoren und die ca. 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die wir jedes Jahr benötigen, zu gewinnen. Für mich bedeutet es: ich muss die stabile Säule im Geschehen sein, damit rechtzeitig alles eingetütet ist. Und das gilt nicht nur für die Gesamtorganisation, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch für die Geschenke, die für 5500 Kinder weihnachtlich geschmückt werden müssen. Sie können sich sicher vorstellen, wie viele Hände hierfür nötig sind. Auch unsere „PWE“-Teilnehmerinnen gehören zu den freiwillig Engagierten, die nach Feierabend beim Päckchen packen helfen.

perspektive-wiedereinstieg.de: Wird der „Sternchenmarkt“ auch in diesem Jahr stattfinden?

Petra Semmert: Ja, unbedingt! Dieser Markt muss für die Kinder und ihre Familien weiterlaufen. Die Einladungen sind schon verschickt.

perspektive-wiedereinstieg.de: Gibt es so ein tolles Projekt auch in anderen Städten?

Petra Semmert: Nein, bisher habe ich nicht gehört, dass so ein XXL-Projekt anderswo umgesetzt wird. Ich halte allerdings Vorträge in Städten und Gemeinden und stelle den „Sternchenmarkt‘“ vor. Ein Problem, warum das Projekt keine Nachahmer findet, ist: es werden über das Jahr große Lageräume gebraucht. Einerseits, um die Geschenke zwischenzulagern, andererseits, um die Buden von einem Festakt zum nächsten einzulagern. Vor diesem Aufwand schrecken viele zurück. Aber wer immer Lust hat, sich an ein solches Projekt heranzuwagen, ich gebe das Konzept gerne weiter. Und ein Rat an alle, die so große Events nicht umsetzen können oder wollen, verschiedene kleine Projekte zusammengerechnet ergeben auch etwas Großes!

Frau Semmert, herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für den diesjährigen Sternchenmarkt!

Links:

flow! – Perspektive Wiedereinstieg Mittelfranken

Sternchenmarkt e. V.

Sternchenmarkt e. V. – Presse und Video

perspektive-wiedereinstieg.de

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Foto: © Bayerische Staatskanzlei

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