Netzwerk W in Nordrhein-Westfalen: Förderphase 2015 gestartet

Netzwerkpartnerinnen und -partner, die ihre Dienstleistungen für berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger aufeinander abstimmen, Anfragende zu passenden Angeboten lotsen, Beratungs- und Unterstützungsstrukturen transparent machen und Lobby-Arbeit für diese Zielgruppe leisten: Dafür stehen die Netzwerke W (für Wiedereinstieg) in Nordrhein-Westfalen. Das Land initiierte das Programm und unterstützt den stetigen landesweiten Ausbau der Zusammenschlüsse seit acht Jahren. 42 Netzwerke sind in der Förderphase 2015 dabei.

Netzwerk W in Nordrhein-Westfalen: Förderphase 2015 gestartet

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen setzt die Landesinitiative Netzwerk Wiedereinstieg fort und fördert 2015 in 42 der 53 Landkreise und kreisfreien Städte des Bundeslandes Netzwerke zum beruflichen Wiedereinstieg. In einem lokalen Netzwerk W arbeiten die kommunale Gleichstellungsstelle, die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagenturen und der Jobcenter, Vertreterinnen und Vertreter von Weiterbildungs- und Beratungseinrichtungen sowie - je nach Schwerpunktsetzung – weitere Partnerinnen und Partner zusammen. Unterstützt werden die Aktivitäten zur Wiedereinstiegsförderung von den Kompetenzzentren Frau und Beruf.

Angebote bekannt machen - Zugänge eröffnen

Ziel der Netzwerkaktivitäten ist es unter anderem, die vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebote bekannt zu machen, die beruflichen Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern lokal zur Verfügung stehen. Die Netzwerk-Beteiligten nutzen verschiedenste Kommunikationswege, zum Beispiel Broschüren, Apps, Radiospots, Infotage und Fachbörsen oder auch das Portal Forum W, um über Projekte, Beratungsmöglichkeiten und Ansprechstellen zu informieren. Die Netzwerkpartnerinnen und -partner verstehen sich als Lotsinnen und Lotsen, die Wiedereinstiegsinteressierte je nach Bedarf zielgerichtet auf passende Angebote hinweisen können. Die Zusammenarbeit trägt dazu bei, Vorhaben besser aufeinander abzustimmen, eventuelle Lücken in den Dienstleistungsketten zu identifizieren und nach Möglichkeit zu schließen. Die Netzwerke W sorgen dafür, dass die Belange beruflicher Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger in den Kommunen berücksichtigt werden, benennt Cornelia Schlebusch vom Projektträger ETN im Forschungszentrum Jülich eine weitere Funktion der Verbünde. Sie ist Netzwerkkoordinatorin auf Landesebene, unterstützt die Initiativen vor Ort und organisiert den Erfahrungsaustausch unter den Netzwerken.

Unterschiedliche Wiedereinstiegs-Zielgruppen ansprechen

Vor acht  Jahren starteten 15 Netzwerk-W-Standorte mit Pilotvorhaben. Inzwischen gibt es diese Strukturen quasi landesweit, berichtet Cornelia Schlebusch. Bis heute entwickeln die Netzwerke immer wieder neue Ideen und Strategien, um berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger zu unterstützen. Sie bündeln das Fachwissen und vernetzen Expertinnen und Experten. Aktuell widmen sie sich zum Beispiel unterschiedlichen Wiedereinstiegs-Zielgruppen, wie Alleinerziehenden, Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderung oder Hochqualifizierten. Sie ermitteln den Informations- und Beratungsbedarf der jeweiligen Gruppe und probieren aus, welche Informationswege und Unterstützungsangebote sich bewähren. Diese Erkenntnisse tragen wir dann in die Fläche.

Ideen, die überzeugen

Aus vielen früheren Netzwerk-W-Aktivitäten seien inzwischen umfangreichere Initiativen geworden, erzählt die Koordinatorin weiter und nennt Beispiele: www.migra-info.de, ein Portal für wiedereinstiegsinteressierte Migrantinnen, ließ sich mit Landeszuschüssen ausbauen und verstetigen. Das Modellvorhaben Neue Wege NRW, das eine Zusammenarbeit mit Familienzentren erprobte, mündete jetzt in ein Folgeprojekt mit weiteren Standorten. Auch das Thema Wiedereinstieg und Pflege haben die Netzwerk W-Expertinnen und -experten beispielhaft bearbeitet und mit dem Portal www.arbeiten-pflegen-leben.de neue Informationsmöglichkeiten geschaffen. Die Website der Landesinitiative Netzwerk W beschreibt - thematisch geordnet - eine Vielzahl solcher guter Beispiele und nachahmenswerter Ideen, eine Reihe von Produkten und Materialien stehen zum Herunterladen bereit. Nachahmen ist ausdrücklich erwünscht.

Website für den Informationstransfer

Die Website der Landesinitiative sei eine zentrale Plattform für den Informations- und Erfahrungsaustausch unter den Wiedereinstiegsexpertinnen und -experten, betont Cornelia Schlebusch. Interessierte, die sich über die Aktivitäten informieren möchten, finden unter Lokale Netzwerke Wiedereinstieg zu jedem Standort Kontaktdaten sowie Publikationen und Dokumente zum Download. 52 Netzwerke W sind auf der Website gelistet - zehn mehr als in der aktuellen Förderphase vom Land unterstützt werden. Nicht alle Netzwerke haben sich mit neuen Ideen um eine Förderung beworben, erläutert Cornelia Schlebusch die Abweichung. Trotzdem sind sie weiter aktiv und ansprechbar.

Netzwerke pflegen und ausbauen

Um sein Funktionieren zu gewährleisten, benötige ein Netzwerk eine gewisse Pflege: Die lokalen Verbünde machen die Erfahrung, dass Netzwerkwissen sonst mit der Zeit verlorengeht, zum Beispiel weil sich in den Institutionen, Organisationen und Unternehmen Zuständigkeiten verändern. Die Verbindungen 'versanden' in solchen Fällen zunehmend und über kurz oder lang haben die Partnerinnen und Partner Schwierigkeiten, ihre Lotsinnen- und Lotsenfunktion auszufüllen.

Die Akteurinnen und Akteure vieler Netzwerke haben sich für die neue Förderperiode daher auch die Arbeit am Netzwerk auf die Fahnen geschrieben: Sie möchten zum Beispiel ihr Kooperations- und Netzwerkwissen erweitern, die gegenseitige Unterstützung über Netzwerkgrenzen hinweg ausbauen, weitere Netzwerkmitglieder gewinnen oder neue Kooperationsmöglichkeiten erschließen. Potentielle neue Partnerinnen und Partner könnten den Netzwerken jederzeit - auch während einer laufenden Förderperiode - beitreten, betont Cornelia Schlebusch.

Links:

Landesinitiative Netzwerk W – das Portal für die Expertinnen und Experten

Netzwerk W - ausgewählte Träger und Standorte der Förderphase 2015

Forum W – das Portal für die Zielgruppe der Wiedereinsteigerinnen

www.migra-info.de, Wege in den Beruf. Informationen für Migrantinnen

perspektive.wiedereinstieg.de:

Modellprojekt: „Neue Wege NRW– Beruflicher (Wieder-)Einstieg mit System“

Gutes Beispiel: Familienkalender 2016 des Netzwerks W im Ennepe-Ruhr-Kreis

„Option Hochschule“: „Groß“ denken, berufliche Karriere langfristig planen

Kampagne Arbeiten - Pflegen - Leben im Ennepe-Ruhr-Kreis

Ihnen hat dieser Beitrag gefallen? – Abonnieren Sie hier den RSS-Feed und erhalten Sie eine Nachricht, wenn ein neuer Artikel auf perspektive-wiedereinstieg.de erscheint.

Foto: Netzwerk W

Services

Themenlotse

Themen-Schnellzugang