Lohngerechtigkeit: "Endlich partnerschaftlich durchstarten. Lohnlücke schließen. Wettbewerbsfähigkeit stärken."

Am 11. Januar 2017 wurde der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vorgelegte Entwurf zum Gesetz zur Förderung von Transparenz von Entgeltstrukturen im Bundeskabinett beschlossen. Das Gesetz muss jetzt noch den Bundestag passieren. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus 2015 erhalten Frauen immer noch im Durchschnitt 21 Prozent weniger Gehalt bzw. Lohn als Männer. Seit zehn Jahren macht Business und Professional Women - Germany e.V. (BPW) mit dem Equal Pay Day (EPD) auf diese Lohnlücke aufmerksam. Der diesjährige EPD findet am 18. März 2017 statt.

Foto: Fahnen mit dem Equal Pay Day Logo in Berlin vor blauem Himmel

Die Lohnlücke von 21 Prozent ist ungerecht. Deshalb brauchen wir dieses Gesetz. Denn bisher gab es kein Gesetz, das das Thema ‚gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit‘ voranbringt. Das schaffen wir jetzt und ich bin sehr froh, dass wir dieses Gesetz nun auf den Weg gebracht haben. Das ist ein Durchbruch, so Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am 11. Januar 2017 anlässlich des Beschlusses des Bundeskabinetts zum Gesetzentwurf für mehr Lohngerechtigkeit.

Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit

Das „Gesetz zur Förderung von Transparenz von Entgeltstrukturen“ sieht folgende Bausteine vor:

  • Individueller Auskunftsanspruch: Angestellte in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten sollen das Recht erhalten zu erfahren, wie sie im Vergleich zu anderen im Betrieb bezahlt werden. In tarifgebundenen Unternehmen können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Auskunftsanspruch über die Betriebsräte wahrnehmen. In Unternehmen ohne Betriebsrat und ohne Tarifvertrag sollen sich die Beschäftigten direkt an den Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberin wenden können.
  • Prüfverfahren und Berichtspflicht: Für Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten ist im Gesetz vorgesehen, mindestens alle fünf Jahre ein Prüfverfahren durchzuführen. Zudem müssen lageberichtspflichtige Unternehmen (Kapitalgesellschaften) ab 500 Beschäftigten zukünftig regelmäßig über Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Entgeltgleichheit im Unternehmen berichten.

Es ist geplant, dass das Gesetz am 1. Juli 2017 in Kraft tritt.

Initiatorinnen des Equal Pay Day begrüßen das Gesetz

Der BPW lobt das „Gesetz zur Förderung von Transparenz von Entgeltstrukturen“ als geeigneten Schritt, den Gender Pay Gap von 21 Prozent zu verringern. Das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit wird das Tabu, über Geld zu sprechen, endlich aufbrechen. Kluge Unternehmen werden die Vorteile erkennen und handeln. Lohntransparenz, gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, gleiche Aufstiegschancen für Männer und Frauen werden Auswahlkriterium dafür sein, wo sich fähige Arbeitnehmende bewerben. Lohntransparenz gehört nicht in die Kategorie Frauenpolitik, sondern ist notwendig für die Wirtschaft und den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft, erklärt Uta Zech, Präsidentin des BPW Germany.

Doch es braucht mehr. Konkrete weitere Schritte stehen deshalb im Mittelpunkt des Equal Pay Day am 18. März 2017. Gefördert durch das BMFSFJ wird BPW weiter daran arbeiten, dass echte Lohngerechtigkeit möglich wird. Denn auf das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Faktoren kommt es an, wie zum Beispiel Partnerschaftlichkeit, Aufbrechen von Rollenstereotypen, Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten, Digitalisierung, Bewertung der Arbeit und Betreuungsangebote. Zur Schließung der Lohnlücke kann deshalb jede bzw. jeder auf die eine oder andere Weise beitragen – in beruflicher Funktion ebenso wie im privaten Umfeld.

Equal Pay Day – Mitdiskutieren und Mitmachen

Treten Sie zusammen mit uns für eine gleichberechtigte Zukunft ein und wirken Sie aktiv an der Gestaltung mit!, heißt es auf der EPD-Website. Die Geschäftsstelle Forum Equal Pay Day lädt herzlich dazu ein, Gedanken zum Equal Pay Day 2017 in den sozialen Medien mit den Initiatorinnen des EPD zu teilen: auf Twitter unter dem Hashtag #EPD2017 oder über die EPD-Facebook-Seite. Wer Aktionen für den 18. März 2017 planen möchte, findet Anregungen auf der EPD-Website in der Rubrik „Aktionstipps“. Die interaktive Aktionslandkarte der Website zum Equal Pay Day zeigt alle für den diesjährigen EPD geplante Veranstaltungen. Informationen zum „Equal Pay Kongress“ am 18. März 2017 in Berlin finden Interessierte hier.

Links:

www.equalpayday.de
Website

Videos zur EPD-Auftaktveranstaltung am 18. bzw. zur Fachtagung 19. Oktober 2016 in Berlin
Mediathek auf equalpayday.de

perspektive-wiedereinstieg.de:

Studie: Transparenz für mehr Entgeltgleichheit

Interview: Equal-Pay-Beraterin Beate Kneer informiert und berät zum Thema Entgeltgleichheit

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Foto: Businessfotografie Inga Haar

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