Frauen-Karriere-Index: Gleichstellung transparent fördern

In vielen Branchen gibt es bereits heute einen Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Diesem Engpass können Unternehmen durch eine gezielte Steigerung des Frauenanteils in Top-Positionen entgegenwirken. Mit dem Frauen-Karriere-Index (FKi) steht ihnen ein Management-Instrument zur Verfügung, mit dem sich die Karriereförderung von Frauen klar messen und nachhaltig verbessern lässt. Aktuell nutzen über 200 Unternehmen in Deutschland den Frauen-Karriere-Index. Staatssekretärin Juliane Seifert, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), zeichnete die Top-Unternehmen, die sich gezielt für faire Karrierechancen von Frauen einsetzen, im Rahmen des Weltfrauentages am 8. März 2020 aus. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte in diesem Jahr Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Sie ehrte die Unternehmen in einer Videoansprache.

Foto: Frau in schwarzer Kleidung schaut auf ein Diagramm mit Sprechblase My Place

2020 stehen, wie bereits im Vorjahr, die beiden Technologieunternehmen Hewlett Packard Enterprises und Accenture an der Spitze. Als „Newcomer des Jahres“ ehrte Juliane Seifert, Staatssekretärin im BMFSFJ, Anfang März die Porsche AG. "Der Frauen-Karriere-Index misst und macht transparent, wie sich die Karrieren von Frauen auf verschiedenen Führungsebenen in Unternehmen entwickeln“, erklärt Juliane Seifert. „Er analysiert, welche Maßnahmen erfolgreich sind und unterstützt den Aufbau von Strukturen, die zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt beitragen".

Stärken und Schwächen erkennen – realistische Maßnahmen benennen

Der FKI wurde mit Förderung des BMFSFJ 2012 ins Leben gerufen. Seit dem Start untersucht das Team des FKi jährlich, wie sich in den teilnehmenden Unternehmen, Organisationen und Institutionen die Karrieren von Frauen auf verschiedenen Führungsebenen entwickeln. Die Ergebnisse liefern konkrete Hinweise, wo Stärken und Schwächen liegen und wie sich wirksame Maßnahmen ergreifen lassen, um Aufstiegschancen von Frauen langfristig zu verbessern. Die Teilnahme am FKi ist unabhängig von der Unternehmensgröße und Branche. Sie ist sowohl öffentlich als auch anonymisiert möglich. Mit dem FKi bekommen die Teilnehmenden ein erprobtes und anerkanntes Reporting-Tool an die Hand, mit dem die Rahmenbedingungen für den dauerhaften Aufstieg von mehr Frauen in die oberen Führungsebenen verbessert werden sollen.

Zahlen und Daten machen Frauenförderung transparent

Ausgangspunkt ist die Beschreibung des Ist-Zustands. Auf dieser Basis können realistische Zielgrößen für die gesetzlichen Vorgaben und Erhebungen identifiziert und dokumentiert werden. Unternehmen können überprüfen, wo sie im Rahmen der eigenen Möglichkeiten stehen und wie sich ihre Aktivitäten im Lauf der Zeit auswirken. Durch die Unterstützung bei der Entwicklung wirkungsvoller Strategien werden Fehlinvestitionen vermieden. Ergänzend bietet das FKi einen branchenübergreifenden Austausch zwischen den beteiligten Unternehmen.

Der FKi beruht auf Daten und Zahlen und bringt so die benötigte Sachlichkeit in den Gleichstellungsprozess. Das schafft Transparenz bei Beförderungsprozessen und steigert das Vertrauen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen.

Von der Teilnahme am Frauen-Karriere-Index profitieren Unternehmen somit in vielfacher Hinsicht. Über das belegbare Engagement können sich Unternehmen als moderne Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber am Markt positionieren und von Wettbewerbern differenzieren. Sie bieten qualifizierten Fachkräften nachvollziehbare Entwicklungsperspektiven und binden sie damit langfristig. Durch die effiziente Förderung der Gleichstellung entstehen zudem mehr gemischte Teams, was nachweislich zu einer besseren Arbeitsleistung führt. 

Links:

FKI – Der Frauen-Karriere-Index

Videobotschaft der Bundesministerin Franziska Giffey anlässlich der FKi-Ergebnisbekanntgabe

Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Gleichbehandlungs-Check und Entgeltgleichheits-Check

perspektive-wiedereinstieg.de

Rechtskonform handeln - Vielfältigkeit fördern: Einstellungsverfahren diskriminierungsfrei gestalten

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Foto: © Gerd Altmann auf Pixabay

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