Gemeinsam kriegen wir das hin!, sagt Stefahn Hahndorf

Stefan Hahndorf betreibt die Webseite vaterfreuden.de. Er berät dort Väter in allen Lebenslagen – ob mit Partnerin oder alleinerziehend, ob frisch gebackener oder erfahrener Vater. Bei perspektive-wiedereinstieg.de berichtet er von den Reaktionen der Männer auf den beruflichen Wiedereinstieg ihrer Partnerinnen und wie sie diese dabei unterstützen können.

Foto: Stefan Hahndorf

perspektive-wiedereinstieg.de: Wie reagieren Ihrer Erfahrung nach Männer, wenn sie von ihrer Partnerin hören: Ich will wieder in den Beruf einsteigen?

Stefan Hahndorf: Das ist ganz unterschiedlich. Es kommt darauf an, ob die Männer eher am traditionellen Familienbild festhalten oder  ob sie davon überzeugt sind, dass es das Richtige für die Partnerin oder das Kind ist. Ich sehe insgesamt einen deutlichen gesellschaftlichen Trend zu einem Ja zur Berufstätigkeit der Partnerin. Das hängt zum einen mit der besseren Ausbildung der Frauen zusammen, dass sie zunehmend qualifizierte Jobs haben, die sie gerne auch behalten wollen. Zum anderen aber ist es oft eine finanzielle Frage, dass nämlich beide arbeiten müssen, weil sonst das Familienbudget nicht stimmt.

perspektive-wiedereinstieg.de: Wie können Väter ihre Frauen beim Schritt in die Berufstätigkeit unterstützen?

Stefan Hahndorf: Zunächst mit Zuspruch! Indem sie die Entscheidung der Frau bekräftigen: „Ja, das schaffen wir, das kriegen wir hin! Indem sie einen Teil der Familienorganisation übernehmen, die Kinder vom Kindergarten abholen oder auch nachts mal aufstehen, wenn das Kind weint. Sie können stärker im Haushalt helfen oder wenigstens vorschlagen: Jetzt leisten wir uns eine Reinigungskraft.

perspektive-wiedereinstieg.de: Welche Erfahrungen machen Väter häufig, wenn die Frauen wieder anfangen zu arbeiten?

Stefan Hahndorf: Zunächst ist das viel Stress für alle, das ist ganz klar. Die ersten Monate sind nicht einfach. Das Familienleben verändert sich, es ist nicht mehr alles darauf ausgerichtet, dass der Vater abends von der Arbeit nach Hause kommt. Langfristig aber scheint es für die meisten Familien besser zu sein, wenn die Frauen arbeiten gehen, weil dann deren Zufriedenheit steigt. Das hat wiederum positive Auswirkungen auf die restliche Familie.

perspektive-wiedereinstieg.de: Wie groß ist eigentlich der Wunsch der Väter, mit den Frauen die Rollen zu tauschen – auch mal für eine etwas längere Zeit?

Stefan Hahndorf: Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Väter sich das vorstellen können. Die Frage ist nur, wie das dann umgesetzt wird, ob Männer dann wirklich alle Arbeiten übernehmen, die die Partnerin vorher bewältigt hat. Und natürlich spielen weiterhin bestimmte Vorstellungen vom eigenen Status und dem Ego eine Rolle. In unserer Gesellschaft gehört es eben noch meist dazu, dass der Mann etwas darstellt, einen guten Job hat. Männer definieren sich häufig noch über den beruflichen Status und den Verdienst und für die meisten Frauen spielt das bei Männern auch eine wichtige Rolle.

perspektive-wiedereinstieg.de: Aber Sie meinen, das wandelt sich allmählich?

Stefan Hahndorf: Auf jeden Fall. Die Rollenbilder haben sich in den letzten Jahrzehnten schneller verändert als in den Jahrhunderten davor. Da ist es für Männer nicht einfach, den Überblick zu behalten und sich zu orientieren. Das ist ja auch der Grund, weshalb ich diese Webseite gestartet habe.

Link:

www.vaterfreuden.de
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Foto: Stefan Hahndorf

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