Nicole E. (42)

Nicole E. ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die gelernte Ergotherapeutin kehrte nach der Geburt des ersten Kindes in ihren Beruf zurück. Die zweite Tochter kam 2009 zur Welt. Sie hat aufgrund ihrer Frühgeburt eine körperliche Behinderung. Dieses Mal gelang der berufliche Wiedereinstieg nicht. 2013 entschloss sich Nicole E. zur Teilnahme am ESF-Programm „Perspektive Wiedereinstieg“ beim Träger IMBSE GmbH mit dem Ergebnis: Ein Wiedereinstieg als Bürokraft ist geglückt. Doch als es in der Firma notwendig wurde, einmal wöchentlich auch in den Abendstunden tätig zu sein, stand sie vor Vereinbarkeitsproblemen. Sie wandte sich erneut an ihre „Perspektive Wiedereinstieg“-Beraterinnen.

Foto: Frau arbeitet am Laptop

Nicole E. hat sich beruflich umorientiert und ihren beruflichen Wiedereinstieg mit Hilfe der IMBSE GmbH im Rahmen des ESF-Programms „Perspektive Wiedereinstieg“ erfolgreich gemeistert. Sie arbeitet inzwischen 20 Wochenstunden als Bürokraft. Bisher hat sie alles rund um Haushalt und Familie selbst organisiert. Ihr Ehemann ist beruflich viel unterwegs. Viel Zeit benötigt vor allem die Unterstützung der jüngeren Tochter im Bereich der Körperpflege, Mobilisation und Betreuung. Die Familie bezieht Pflegegeld (Pflegestufe 1) und nahm bisher keine professionellen Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch. Doch durch die herausfordernden Familienpflichten und die jetzige Berufstätigkeit kam Nicole E. an ihre körperlichen und psychischen Grenzen, wie sie berichtet. Um allen Ansprüchen weiterhin gewachsen zu sein, suchte sie nach Unterstützung und war bereit für Veränderungen. Nicole E. nahm erneut Kontakt zum Träger IMBSE GmbH auf. „Also mein Beruf, der ist mir schon sehr wichtig, den möchte ich nicht aufgeben. Auf gar keinen Fall“, sagt sie.

Nach gelungenem beruflichen Wiedereinstieg Unterstützungsbedarf bei Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Pflege

Im ersten Beratungsgespräch stellte sich schnell heraus, dass sich Nicole E. angesichts der veränderten beruflichen Situation vor allem eine zusätzliche Betreuung für ihre jüngere Tochter wünschte: „Ich beneide Frauen, die ihre Eltern oder Schwiegereltern in der Nähe wohnen haben. Das haben wir leider nicht. Ich möchte gern eine ‚feste‘ Betreuungsperson, auch gern älter, die sich regelmäßig und auch mal in Notsituationen um meine behinderte Tochter kümmert. Das würde ich mir sehr wünschen, das wäre toll!“

In den persönlichen Einzelcoachings wurden die finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten im Rahmen eines Entlastungs- und Unterstützungsmanagements besprochen. Nicole E. ging immer sehr dankbar, gestärkt und voller Tatendrang aus diesen Gesprächen heraus und setzte die nötigen Hebel in Bewegung. Schnell hatte sie einen Pflegedienst gefunden, der die gewünschte Betreuung ihrer Tochter in den Abendstunden im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege übernimmt. Des Weiteren kommt einmal in der Woche eine Reinigungskraft und unterstützt die Familie im Haushalt. „Ich bin so froh und dankbar über diese Entlastung. Dadurch habe ich mehr Zeit für die Kinder und auch mal für mich. Das ist wirklich gut“, sagt Nicole E.

Im Rahmen der Einzelberatung erhielt Nicole E. weitere wertvolle Informationen u.a. zu den Themen Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetz, Nachteilsausgleich aufgrund der Schwerbehinderung der Tochter sowie zu regionalen Selbsthilfegruppen.

Kur zur Entlastung der ganzen Familie

Zusätzlich konnte Nicole E. es zeitlich einrichten, an einzelnen Terminen des Gruppencoachings teilzunehmen. So nutzte sie Seminarangebote der IMBSE GmbH zu für sie relevanten Themen wie „Stressmanagement und Entspannung“, „Entspannung durch Klangschale“ sowie „Früherkennung und Vorsorge für mich und mein Kind“. Von besonderem Interesse war für sie das Thema „Rund um Mutter-Kind-Kur“. Schon etwas länger tragen sich Nicole E. und ihr Mann mit dem Gedanken, eine Familienkur in Anspruch zu nehmen. Die Krankheitsgeschichte der jüngeren Tochter hat ihre Spuren hinterlassen. Sie wünschen sich eine gemeinsame Auszeit für die ganze Familie. „Besonders liegt mir meine große Tochter am Herzen. Ich habe da immer ein schlechtes Gewissen, dass sie zu kurz kommt“, sagt Nicole E. Angeregt und motiviert von dem Gruppencoaching und mit einer Fülle an Erstinformationen suchte sie eine Beratungsstelle für „Mutter-Kind-Kuren“ auf, mit dem Ergebnis, dass die ganze Familie zur Kur fahren kann. Nicole E. strahlt und ist voller freudiger Erwartung.

Nachhaltige Erfolge durch Teilnahme am ESF-Programm „Perspektive Wiedereinstieg“

Nicole E. hat während ihrer Teilnahme am Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“ bei der IMBSE GmbH eine positive Veränderung durchlebt. Sie wirkt und fühlt sich selbstbewusster, achtet auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Sie nutzt jetzt die Möglichkeiten des Entlastungs- und Unterstützungsmanagements, fährt bald zu Kur, kennt ihre eigenen Bedürfnisse und kann diese auch äußern und Sorge für sich tragen. Sie hat viel geschafft und kann stolz auf sich sein! Sie ist Hausfrau, Mutter, pflegende Angehörige, Ehefrau, Freundin und vereint dies erfolgreich mit ihrer Berufstätigkeit. Nicole E. weiß, wie man das alles meistern und unter einen Hut bringen kann und dass sie nicht alles allein schaffen muss und kann.

Das ESF-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesagentur für Arbeit (BA), wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Link:

ESF-Standort „Perspektive Wiedereinstieg“ – Schwerin

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Foto: © Pixabay.de

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