Elke Zölzer (41)

Elke Zölzer, Mutter von vier Kindern, arbeitet als Geschäftsstellenleiterin der Leukämiehilfe München e.V. Es war ein längerer Weg, der die Juristin zum Beruf der Sozialmanagerin führte. Eine Weiterbildung sowie Coaching und Beratung unterstützten sie. "Ich habe dabei viel über mich gelernt und weiß heute, was ich will und was ich kann", sagt sie.

Foto: Elke Zölzer

Elke Zölzer, die in der Nähe von München lebt, hat Rechtswissenschaften an der Uni Münster studiert. „Die Inhalte des Studiums fand ich sehr spannend“, erinnert sie sich. Doch im Referendariat - dem an das Studium anschließenden praktischen Teil der Ausbildung - merkte sie, dass sie weder Anwältin noch Richterin werden wollte und brach das Referendariat vor dem zweiten Staatsexamen ab. Damals war sie bereits Mutter von vier Kindern. Das Examen hätte noch einmal einen sehr großen Arbeitsaufwand bedeutet. Angesichts der Tatsache, dass mich die Berufe, die ich damit erreichen konnte, nicht reizten und meine Familie mich brauchte, erschien mir das nicht sinnvoll, berichtet sie.

Ihr Wissen nutzte sie im Elternbeirat des Kindergartens sowie als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kindergartenfördervereins. „2007 machte ich mich mit selbst genähten Accessoires und Kinderkleidung selbstständig“, sagt Elke Zölzer. Da sei sie eher reingerutscht: Ich habe immer viel genäht, wurde zunehmend von Bekannten darauf angesprochen, bekam Nähaufträge und sah Möglichkeiten, Selbstgenähtes zu verkaufen. Dafür habe ich dann ein Gewerbe angemeldet. Eine langfristig auskömmliche berufliche Perspektive sah die Mutter darin jedoch nicht und überlegte, welche Alternativen sie für sich entwickeln könnte. Da ich gerne schreibe und gestalte und das für meine neue Homepage ezo-kreativ.de nutzen wollte, absolvierte ich einen Fortbildung zum Thema Online Redaktion, die ich selbst finanzierte, berichtet sie.

Was ist eigentlich mein Ziel?

Da stand ich dann als ‚halbe’ Juristin und ‚halbe’ Online-Redakteurin und wusste nicht, was für ein Ziel ich eigentlich habe, berichtet die Mutter. Sie habe sich ohne Erfolg für Jobs als Online-Redakteurin oder für Assistenz-Stellen beworben. Ich machte die Erfahrung, dass den potenziellen Arbeitsgeberinnen und Arbeitgebern vielfach Zertifikate und Berufserfahrung aus einem Angestelltenverhältnis wichtig waren. Wenn ich sagte, dass ich etwas aus meiner Praxis als Mutter von vier Kindern könne, genügte ihnen das nicht, berichtet sie. Sie ging zur Arbeitsagentur, meldete sich arbeitssuchend, ließ sich beraten und entschied sich, eine Weiterbildung zum Thema Sozialmanagement zu machen. Das war zwar in Vollzeit, aber ich dachte mir, als zeitlich begrenztes Projekt kriegen wir das hin. Ich wusste: Das möchte ich auf jeden Fall machen, sagt Elke Zölzer. Die Großen kümmern sich um die Kleinen“, lautete die Lösung für die Betreuung der damals sechs, neun, 13 und 16 Jahre alten Kinder während der viermonatigen Fortbildung. „Das haben die toll hinbekommen und waren auch sehr stolz darauf, berichtet die Mutter.

Fortbildung und Trainings unterstützen

In der Fortbildung habe sie viele neue Inhalte und viel über sich selbst gelernt: Es ging um Betriebswirtschaft und Recht ebenso wie um Marketing und EDV. Dazu kamen Konfliktmanagement und psychologische Themen, erklärt Elke Zölzer. Mit drei bis fünf Teilnehmenden seien sie eine kleine Gruppe und das Lernen sehr intensiv gewesen. Im Anschluss an die Fortbildung besuchte Elke Zölzer Trainings bei power-m, dem Münchner Programm im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Bundesagentur für Arbeit, die sie auf Stellensuche und Bewerbung vorbereiteten. Ich habe an einer Kompetenzwerkstatt teilgenommen. Die Ergebnisse daraus begleiten mich bis heute, berichtet sie. Was ich für mich herausgearbeitet habe, steht sichtbar in meinem Kalender und ich habe es mir, als ich zum Vorstellungsgespräch für meine jetzige Stelle ging noch einmal genau angeschaut. Sehr ergebnis- und lösungsorientiert, steht ebenso auf der Fähigkeiten-Liste wie gutes Zeitmanagement, kommunikativ, reflektiert und strukturiert.

Eine Stelle, die genau passte!

All diese Fähigkeiten, das in der Fortbildung zur Sozialmanagerin Gelernte und auch ihr juristisches Fachwissen, kann Elke Zölzer heute als Geschäftsstellenleiterin der Leukämiehilfe München e.V. bestens gebrauchen. Der Stellenservice von power_m hatte mich auf die Stelle hingewiesen, da sie wie für mich gemacht schien – eine tolle Unterstützung!, berichtet sie. Diesmal wusste ich genau, was ich wollte, hatte die richtige Qualifikation und war sehr gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet – und es hat geklappt. Als Geschäftsstellenleitung mit einer halben Stelle kümmert sie sich heute um Angehörige von Leukämie-Patientinnen und -Patienten und steht in Kontakt mit Krankenhäusern, die sie anfragen, wenn etwas benötigt wird, was über die medizinische Versorgung hinausgeht. Wir stellen Angehörigen, die nicht in München oder Umgebung leben, auch Zimmer in einer Wohnung zur Verfügung, die ich verwalte, berichtet sie. Drei Vormittage in der Woche arbeitet sie vom Büro, die restliche Zeit unterwegs oder von zu Hause aus. Ich organisiere zum Beispiel Patiententreffen oder betreue die Angehörigen, sagt Elke Zölzer. Das erfordert eine flexible Zeitplanung. Doch wenn ich die Termine früh genug weiß, ist das kein Problem.

Mein Leben ist ausgewogen

Mit vier Kindern ist Kinderbetreuung natürlich immer ein Thema, das sie jedoch bereits seit längerem gut organisiert hat. Der Vater ist viel für seine Kinder da. Auch ein privates Netzwerk unterstützt die Mutter. Damit gab es für ihren beruflichen Wiedereinstieg gute Rahmenbedingungen. Mit zunehmendem Alter brauchen die Kinder sie immer weniger, die Schulzeiten weiten sich aus und Elke Zölzer gewinnt Freiraum für ihr berufliches Engagement. Mein Leben mit Beruf und Familie ist in einer guten Balance. Ich bin sehr zufrieden so, wie es ist, sagt sie. Ihre Stelle ist allerdings befristet. Der Vertrag läuft Ende April 2013 aus. Ich hoffe, dass meine Vorgängerin sich entscheidet, die Elternzeit noch etwas auszudehnen und ich länger bleiben kann, sagt sie. Falls sie wieder auf die Suche gehen muss, weiß sie, wonach sie Ausschau halten wird: Es soll auf jeden Fall wieder etwas im sozialen Bereich sein, wo ich Kontakt mit Menschen habe, aber auch mein Talent für Verwaltung und meine Kreativität einbringen kann.

Link:

power_m Rückenwind für Ihren beruflichen Wiedereinstieg
Website

Weitere Informationen zum Berufsfeld:

Sozialmanagement
Informationen auf BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit

Sozialmanagement (weiterführend)
Informationen auf BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit

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