Christine Welschlau (48)

Der Anfang klingt fast spielerisch: Eine Mutter, die gerne mit ihren Töchtern kocht und backt, macht ihr Hobby zum Beruf. Ihre Geschäftsidee sind edle Schokoladenkreationen, die in begrenzter Menge handgefertigt werden. Inzwischen berät Christiane Welschlau renommierte Unternehmen, die bei ihr spezielle Schokoladenpräsente in Auftrag geben.

Christine Welschlau

Hinter dieser Erfolgsgeschichte steckt eine kreative Frau, die sich getraut hat, aus ihrer Leidenschaft einen Beruf zu machen, eine Frau, die ständig neue Ideen entwickelt und umsetzt. Zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn fasst Christiane Welschlau den Entschluss, einen soliden Beruf auszuüben und absolviert eine kaufmännische Ausbildung. Mit dem Wissen von heute denke ich manchmal, ich hätte vielleicht damals schon einen kreativeren Weg gehen sollen, sagt die Wiedereinsteigerin.

Sie heiratet, wird Mutter von zwei Mädchen. Unausgesprochen ist klar, dass sie ihren Beruf aufgibt, sich um das Familienwohl kümmert. Ich habe schon damals immer viel mit den Mädchen gekocht und gebacken. Unsere Hefeschnecken waren auf Schul- und Vereinsfesten heiß begehrt, erinnert sie sich. Die Mutter fühlt sich wohl in ihrer Rolle. Als allerdings ihre zweite Tochter im Kindergarten ist und sie ein bisschen mehr Zeit für sich selber findet, reicht es ihr nicht aus, den neu gewonnenen Freiraum allein für sportliche Aktivitäten zu nutzen. Ich habe mein Glück damals nicht gefunden, erinnert sie sich.

Vor acht Jahren fallen Christiane Welschlau bei einer Freundin kleine Hohlkörper aus Schokolade in die Hände. Ich hatte sofort Hunderte Ideen, was man alles machen könnte. Ich war begeistert, ich war gefesselt von der Idee. Binnen kürzester Zeit steht ihr Konzept: Pralinen will sie herstellen, feinste Kreationen.

Ein Geschäft wollte sie damals nicht, das hätte sie als Belastung empfunden. Stattdessen einen Marktstand – allerdings nur einen, wo das Flair stimmt. Der exklusive Hamburger Isemarkt sollte es sein. Dort eine Lizenz für einen Stand zu bekommen, ist nicht einfach. Es kostet Christiane Welschlau Nerven, Überzeugungskraft und einen langen Atem. Aber der Isemarkt hat einfach das gewisse Etwas, schwärmt sie. Die Kundschaft ist gut, dort kaufen Feinschmecker und Genießer.

Dieser Markt ist der Pate für ihre Köstlichkeiten: Die Ise, so heißen auch ihre Pralinen. Noch während sie auf die Erlaubnis für den Marktstand wartet, beginnt Christiane Welschlau mit eigenen Kreationen. Sie experimentiert mit Schokoladen und Pralinenfüllungen, besucht Seminare in Belgien und Frankreich. Aus Belgien kommt auch die feine Rohschokolade, aus der sie die Trüffelfüllungen  mit Champagner, Cognac oder Whisky herstellt. Auch die Idee für das Logo „Die Ise“ stammt von Christiane Welschlau, die damals große Mühe hat, jemanden zu finden, der ihre Ideen umsetzt. Doch sie spürt eine Agentur in Hamburg auf, deren Chef (selbst Pralinen-Liebhaber) ihr sofort eine große Zukunft prophezeit.

Ihren Marktstand konzipiert sie so, dass alles in ihren VW-Golf passt. Christiane Welschlau trifft sofort den Geschmack ihrer Kunden. Nach zwei Jahren hat sie eine treue Fangemeinde, neben dem Wochenmarkt auch Firmenkunden. 2005 wird ihr die heimische Küche zu klein, sie leistet sich ein Geschäftsdomizil, das neben den Arbeitsräumen auch Platz für eine exklusive Chocolaterie bietet.

Ich konnte meinen Beruf immer gut mit meinen familiären Verpflichtungen vereinbaren, sagt die 48-Jährige. Wenn die Mädchen mich brauchten, konnte ich immer einen Gang zurückschalten. Aber sicher, es gab auch Tage, da fanden meine Töchter die Berufstätigkeit ihrer Mutter nicht so toll. Zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit, wenn es stressig wurde. Dann gehen schon mal die Nächte drauf, schildert Christiane Welschlau. Aber es lohnt sich. Neben Erfolg, Anerkennung und einem eigenen Einkommen hat ihre Arbeit noch einen anderen Effekt, der ihr anfangs gar nicht bewusst war: Die Kinder lernen gleich mit. Meine Kinder wissen jetzt, dass man Ausdauer braucht, wenn man etwas will. Sie haben miterlebt, dass es funktioniert, wenn man für eine Idee wirklich kämpft.

Link:

www.die-ise.de
Website von Christine Welschlau

Weitere Informationen zum Berufsfeld:

Nährmittelhersteller/in
Informationen auf BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit

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