Annika Thomsen (38)

Wo es beruflich hingehen sollte, war für Annika Thomsen zunächst unklar. Heute sind die "Umwege", die sie gegangen ist, wichtig für ihre Arbeit in der Sozialpäda­gogischen Familienhilfe. Ihr Partner unterstützte sie und machte sich für einen Wiedereinstieg mit Perspektive stark.

Paar mit dem Rücken zum Betrachenden

Ich bin jetzt zum ersten Mal in meinem Leben fest angestellt. Und ich habe endlich das Gefühl: Hier bin ich genau richtig, sagt die 38-jährige Annika Thomsen aus Hamburg. Sie ist in Teilzeit für einen freien Träger der Sozialpädagogischen Familienhilfe tätig. Wir betreuen und unterstützen Familien in schwierigen Lebenssituationen, berichtet Annika Thomsen. Ich bin für vier Familien zuständig und schaffe es gut, mit deren oft nicht einfachen Situationen konstruktiv umzugehen. Es liegt mir, Menschen dabei zu unterstützen, Ziele und Perspektiven für sich zu erarbeiten. Meine Arbeit macht mir großen Spaß.

Erstes Berufsziel: Lehrerin

Zunächst studierte Annika Thomsen Pädagogik für das Lehramt. Es gab viele Gründe dafür, warum sie sich während des Referendariats dazu entschloss, sich beruflich umzuorientieren. In dieser Phase lernte sie ihren Mann kennen. Aus dem Paar wurde eine Familie mit zwei Kindern, die inzwischen acht und vier Jahre alt sind.

Partner rät zu Berufstätigkeit mit Perspektive

Als die Erstgeborene klein war, nahm Annika Thomsen die berufliche Orientierung wieder auf und überlegte, wie ihr der Einstieg in die Erwerbstätigkeit gelingen könnte. Ihr Mann unterstützte sie darin: Meine Frau war mit dem ersten Kind zu Hause, hatte aber bald das Gefühl noch eine andere Herausforderung außerhalb des Mutter-Kind-Zusammenhangs zu brauchen. Das konnte ich gut verstehen, berichtet er. Ich habe sie darin bestärkt, sich etwas zu suchen, das ihrer Qualifikation entspricht.

Berufseinstieg Schritt für Schritt

Annika Thomsens Weg in den neuen Beruf erfolgte in kleinen Schritten: Zunächst hatte ich verschiedene, befristete Honorarjobs bei sozialen Einrichtungen und an Schulen, berichtet sie. Ein berufliches Ziel hatte sie klar vor Augen. Um zügig und zielorientiert ihren Berufswunsch anzusteuern, ließ sich für Vorstellungsgespräche professionell coachen. Über das gute Netzwerk, das sie sich aufgebaut hatte, bekam sie einen Hinweis auf eine freie Stelle, die genau diesem Ziel entsprach. Sie bewarb sich initiativ, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhielt den Posten.

Die Herausforderung gemeinsam annehmen

Ingwar Thomsen findet es wichtig, dass seine Frau durch den Beruf einen eigenen Bereich für sich hat. Dass sich das erst einmal finanziell kaum rechnet, wenn man Kinderbetreuungs- und Fahrtkosten gegenrechnet, sei, findet er, nicht ausschlaggebend. Wichtig ist, dass sie sich beruflich etabliert und eine Perspektive aufbaut. Für die Arbeitsorganisation in der Familie bedeutete der berufliche Wiedereinstieg gute Abstimmung und Kooperation. Bei zeitintensiven Fortbildungen helfen die Großeltern bei der Kinderbetreuung. Letztendlich profitieren alle davon, dass ich wieder arbeite. Gemeinsame Zeiten werden bewusst und intensiv genutzt, sagt Annika Thomsen.

Eigene Erfahrungen weitergeben

Annika Thomsen kommen die vielfältigen Erfahrungen, die sie in unterschiedlichen Jobs, in der Familie, als Mutter und Wiedereinsteigerin gemacht hat, auch beruflich zu Gute. Ihr Rat könnte lauten: Lassen sie sich von ihren Zielen nicht abbringen und verfolgen sie sie – auch wenn sie dafür Geduld aufbringen müssen.

Weitere Informationen zum Berufsfeld:

Sozialarbeiter/in / Sozialpädagoge/-pädagogin
Informationen auf BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit

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Foto: morguefile.com/ Taliesin

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