Auf dem Weg zum Wunschberuf

Sabine Kegel berichtet von ihrer Zeit beim Institut für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung (IMBSE) GmbH und ihrem erfolgreichen beruflichen Wiedereinstieg. Seit 2009 ist das Institut Träger im ESF-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg – Potenziale erschließen“*.

Foto: Sabine Kegel

Ich heiße Sabine Kegel. Als ich zum Erstgespräch zu „Perspektive Wiedereinstieg“ des Trägers IMBSE kam, war ich 29 Jahre alt und hatte gerade meine zweite Elternzeit hinter mir. Meine Kinder waren zu diesem Zeitpunkt zweieinhalb und ein Jahr alt.


Mein beruflicher Hintergrund

Nach meinem Abitur absolvierte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr und studierte anschließend Soziologie und Kommunikationswissenschaften (Bakkalaureus Artium) und schloss gleich einen Master of Arts in Management, Schwerpunkt Sozial- und Gesundheitswesen, an. Da ich einen guten Abschluss mit einer sehr guten Abschlussarbeit hatte, habe ich mir eigentlich keine Sorgen bezüglich des Themas Arbeitssuche gemacht, aber weit gefehlt.

Kinder und Karriere

In den ersten sechs Monaten nach meinem Studienabschluss fand ich keine Anstellung. Mein Mann und ich beschlossen daher erst einmal die Familienplanung anzugehen – Karriere kann ich ja immer noch machen – so mein Plan. Im November 2013 kam unser Sohn Benjamin zur Welt und im Mai 2015 Florian.

Nach zweieinhalb Jahren durchgängiger Elternzeit wollte ich endlich wieder arbeiten.  Ich bewarb mich schon während der Schwangerschaft und auch danach, aber ohne Erfolg. Vielleicht lag es daran, dass ich gern in den Bereich Prävention bzw. Betriebliches Gesundheitsmanagement wollte. Allerdings bot der Arbeitsmarkt nicht viele vakante Stellen und die, die offen waren, verlangten eine mindestens dreijährige Berufserfahrung, welche ich leider nicht vorweisen konnte.

Jobmesse bietet neue Perspektiven

Nach einer Weile flatterte ein Brief vom Jobcenter mit einer Einladung zu einem Gespräch zu meiner derzeitigen beruflichen Situation ins Haus. Das Gespräch sollte in den Räumen der IHK stattfinden. Da ich jeden Strohhalm ergreifen wollte, ging ich zu diesem Termin und stellte fest, dass es sich um eine Jobmesse handelte. Leider gab es in meinem Bereich nichts Interessantes und ich lief enttäuscht durch die Räume. Ich war unsicher und wusste nicht so Recht wohin mit mir. Hilfreich war es auch nicht, dass ich zunächst von niemandem aktiv angesprochen wurde und ich selbst habe mich auch nicht recht getraut, ein Gespräch zu beginnen.

Nach einer Weile stieß ich auf den Stand von „Perspektive Wiedereinstieg“ der IMBSE GmbH. Die Präsentation des Standes sprach mich als Mutter zweier Kinder an. Es lagen Malbücher und Stifte aus und, wenn ich mich recht erinnere, lächelte mich Frau Raumann freundlich an und begrüßte mich. Nach einem kleinen Gespräch über das Programm „Perspektive Wiedereinstieg – Potentiale erschließen“ wurde ich eingeladen, Kontakt zum Projektträger IMBSE per Telefon aufzunehmen. Ich vereinbarte zeitnah einen Termin zum Erstgespräch. Meine damalige Bewerbungssituation war immer noch erfolglos und so ging ich leicht frustriert und demotiviert zu dem Erstgespräch und dachte mir, es kann ja nicht schaden.

Begleitung im Wiedereinstiegsprozess

Geschadet hat es auch auf keinen Fall – ganz im Gegenteil! Im Rahmen der ersten Gesprächsrunden mit anderen Teilnehmerinnen, wurde schnell deutlich, dass ich nicht die Einzige bin, die trotz eines guten Abschlusses keine Arbeit fand. Allein diese Erkenntnis nahm mir eine riesige Last von meinen Schultern. Zudem kurbelten die Seminare, Gruppencoachings sowie der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen meine Motivation und mein Selbstbewusstsein wieder an. Denn nichts leidet in einer Zeit, in der niemand einen einstellen möchte, mehr, als das eigene Selbstbewusstsein. Doch dank des Coachings lernte ich,  welche Stärken ich vorzuweisen habe, wie ich meine Schwächen positiv darstellen kann, wie wertvoll ich als Mensch bin und wie ich meine Erfahrungen, die ich als Mutter gesammelt habe, in meinen zukünftigen Beruf einfließen lassen kann.

Aber ich lernte während meiner Zeit bei „Perspektive Wiedereinstieg“ nicht nur, wie ich mich erfolgreich bewerbe und mich in einem Vorstellungsgespräch gut verkaufe, sondern noch vieles mehr, was sowohl für mein Arbeitsleben, als auch drum herum wissenswert ist. So erfuhr ich in Gruppencoachings viel zu den Themen „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Mutter-Kind-Kur“, „Stressfallen im Familienleben“, „Zeit- und Selbstmanagement“ und „Gelungene Kommunikation“. In den PWE-Online-Kursen konnte ich ebenfalls meine Kenntnisse erweitern und mich gut auf meine zukünftige Stelle vorbereiten, zum Beispiel in den Kursen „Sicherheit im Vorstellungsgespräch“ oder „Excel – Vertiefung“.

Bewerbungsphase

Voller Elan schrieb ich fleißig weiter Bewerbungen. Doch trotz der positiven Unterstützung der Projektmitarbeiterinnen musste ich mich weiter gedulden. Ich bekam nicht einmal ein Praktikum. So war meine Projektzeit geprägt von Höhen und Tiefen, die ich aber zum Glück nicht mehr allein durchstehen musste. Vor allem aber musste ich diese ganze emotionale Last nicht komplett bei meiner Familie – besonders bei meinem Ehemann –  abladen. 

Auch beim Schreiben von Bewerbungen war ich nicht mehr alleine. Mein Mann war mir hier zwar eine große Hilfe, aber dass jemand von außen noch einmal einen Blick darauf geworfen hat, half ungemein. Frau Woisin las meine Bewerbungen Korrektur, von Frau Klug bekam ich konstruktive Kritik, so dass ich meine Anschreiben immer weiter perfektionieren konnte, zumindest meinem Empfinden nach.

Wiedereinstieg erfolgreich gemeistert!

Nach fast sechs Monaten im Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“ bekam ich endlich eine Zusage von meinem jetzigen Arbeitgeber. Frau Klug ging mit mir die kritischen Punkte meines Arbeitsvertrages durch und beriet mich mit ihrer fachlichen Expertise. Inzwischen arbeite ich im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement, mein Berufswunsch hat sich erfüllt. 

Erfahrungen weitergeben

Ich verließ das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“ des Trägers IMBSE mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge. Durch die Regelmäßigkeit der Treffen und auch den regen Kontakt mit den Mitarbeiterinnen habe ich mich weiterentwickelt und viele tolle Menschen kennengelernt. Auch jetzt, nachdem ich wiedereingestiegen bin, versuche ich das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“ zu unterstützen, indem ich offene Stellen, von denen ich durch meine beruflichen Kontakte erfahre, an die IMBSE GmbH weiterleite. Im Endeffekt wurde nicht nur mir im Wiedereinstiegsprozess geholfen, sondern auch ich konnte meine Lernerfahrungen an andere Teilnehmerinnen weitergeben und ihnen helfen. Mit einigen pflege ich sogar jetzt noch Kontakt und wir unterstützen uns nicht nur im beruflichen Kontext, sondern treffen uns auch im Privaten, lassen unsere Kinder zusammen spielen und tauschen uns aus.

Ein Dank an das IMBSE -Team

An dieser Stelle noch einmal ein großes DANKE an alle, die mich in meiner schwierigen Zeit unterstützt und an mich geglaubt haben, vor allem aber an Frau Raumann, Frau Leibinger, Frau Kielniak, Frau Klug und besonders Frau Woisin. Sie standen mir immer mit Rat und Tat sowie ihrer fachlichen Expertise zur Seite und das mit so viel Freundlichkeit, Menschlichkeit und Geduld. Ich konnte mich mit allen Problemen, die ich hatte, an das kompetente IMBSE-Team wenden. Das war mir eine sehr große Hilfe und Unterstützung und dafür danke ich ihnen von Herzen.

* Das Projekt „Perspektive Wiedereinstieg“, Projektträger IMBSE GmbH, wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Perspektive Wiedereinsteig- Potentiale erschließen“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Europäischen Sozialfonds gefördert. Das ESF-Programm wird in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Aktionsprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“ umgesetzt.

 

Links:

IMBSE GmbH – Schwerin

Wiedereinstiegsrechner

Links Perspektive-wiedereinstieg.de 

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