Summer School 2015 – Sprung­brett in die Selbstständigkeit, Teilnehmerinnen berichten –­Teil 2

Die Teilnehmerinnen der Summer School 2015 sind sich einig: "Es hat sich gelohnt, sich zu bewerben, die eigene Geschäftsidee zu präsentieren, sich intensiv mit dem eigenen Konzept zu befassen, sich selbst herauszufordern und den beruflichen Wiedereinstieg anzugehen." Mit beeindruckender Stärke und spürbarem Schwung verfolgen sie nachdrücklich ihre im Sommer gesteckten Ziele. Freuen Sie sich auf weitere Erfahrungen aus der Summer School 2015.

Foto: Teilnehmerinnen der Summer School 2015 - Dott.ssa Elisa Pugliese, Oda Stockmann, Marta Thut, Kathrin Winkler, Angela Wosylus (v.l.)

Zitat Elisa Pugliese

Ich habe über 100 Bewerbungen geschrieben, in der Hoffnung, eine Stelle zu finden, die kinderaffin ist, berichtet die Kommunikationswissenschaftlerin Elisa Pugliese, 38 Jahre, Mutter einer Tochter, von ihren Erfahrungen. „Für die meisten Jobs war ich mit meiner Promotion und der Tatsache, dass ich drei Sprachen fließend spreche, hoffnungslos überqualifiziert.“ Eigentlich war eine Existenzgründung nicht die erste Wahl. Gestärkt durch die Summer School machte sich die gebürtige Italienerin dennoch im Oktober 2015 in ihrer Wahlheimat Deutschland als Marktforscherin und Marketingstrategin selbstständig. Mittlerweile merke ich, dass mich meine Arbeit als Unternehmerin ganz anders ausfüllt. Es macht richtig Spaß!

Für Elisa Pugliese hat sich durch die Zeit in der Summer School viel bewegt: Das war für mich wie ein Gemeinschaftscoaching oder Gruppencoaching. Wir hatten neun Stunden am Tag Programm. An den Abenden haben wir uns Zeit füreinander genommen und unsere Themen besprochen. Das war sehr intensiv, quasi rund um die Uhr. Das hat gut getan. Da war eine besondere Gruppendynamik, keine Konkurrenz, keine Frau mit Hintergedanken, keine Frau hat eine Bühne gebraucht – ein Solidaritätsprinzip. Kurz: alle waren respektvoll und authentisch. Für ihre Selbstständigkeit nimmt die Marktforscherin eine wichtige Erkenntnis mit: In der Summer School wurde mir gesagt, dass ich viel zu bescheiden sei. Seitdem weiß ich: Es ist gut zu zeigen, was ich kann. Ich habe Selbstwert und Mut gewonnen.

Zitat von Oda Stockmann

Meine Geschäftsidee hatte ich nach dem Besuch eines Seminars für Eltern von Kids of Color. Wir haben einen Sohn mit haitianischen Wurzeln und wissen aus eigener Erfahrung, dass es in unserer Gesellschaft immer noch an einer Selbstverständlichkeit im Umgang mit Menschen mangelt, die anders aussehen. Es gibt zum Beispiel kaum Spielzeug oder andere Produkte des Alltags, die die vielfältigen Hautfarben und kulturellen Wurzeln berücksichtigen, erläutert Oda Stockmann, 42 Jahre, die Hintergründe zu ihrem geplanten Internetportal mit integriertem Onlineshop für Empowerment und Vielfalt, mit dem sie demnächst an den Start geht. Selbstständig zu arbeiten, liege ihr, sagt die ausgebildete Kunsthistorikerin, die in ihrem Leben schon zahlreiche Berufserfahrungen sammeln konnte.

In der Summer School habe ich einen Schatz an Informationen und Wissen erhalten. Diese zwei Wochen haben mein Business bestimmt ein halbes Jahr nach vorne katapultiert. Auch mit Blick auf die persönlichen Fähigkeiten war die Summer School erkenntnisreich: „Ich bin stark im Konzeptionellen und Planen auf vielen Ebenen. Das habe ich in der Summer School wiederentdeckt. Gelernt habe ich, vom Denken ins Tun zu kommen.“ Oda Stockmann freut sich über den wahnsinnigen Zusammenhalt auch nach der gemeinsamen Zeit im Sommer. Vor allem unsere persönlichen Treffen im Nachgang gaben mir einen Energieschub, stellt sie fest. „Die Summer School hat mir Freiheit verschafft. Sie hat mich inspiriert, mir meinen (Wunsch)-Job selber zu bauen und meine Fähigkeiten für mich und andere einzusetzen."

Zitat Marta Thut

Während der Stillzeiten war ich total davon genervt, dass die Still-BHs so unbequem waren, erinnert sich Marta Thut, 33 Jahre, dreifache Mutter. Zunächst hatte ich nur eine Lösung für mich gefunden. Daraus entwickelte sich nach und nach meine Geschäftsidee: Passform-Beratung für BHs, auch bekannt als Bra-Fitting. Beim Aufbau ihres Unternehmens profitiert die gelernte Außenhandelskauffrau von ihren Kenntnissen zum Import- und Exporthandel aus ihrer beruflichen Tätigkeit vor der Familienphase sowie ihren Sprachkenntnissen.

In der Summer School konnte ich das Mamasein einmal sein lassen und als Marta arbeiten. Ich habe mein Gründungskonzept bereinigen können, weil ich nicht ständig vom Alltag unterbrochen wurde. Ich weiß jetzt genau, warum ich es mache und wie, sagt Marta Thut. Ich bin damals mit dem Gedanken hingefahren, dass ich ein Business gründen möchte, OBWOHL ich so bin wie ich bin, und bin nach Hause gekommen mit dem Gedanken: ich gründe, WEIL ich so bin, wie ich bin. Das gibt mir jeden Tag Kraft. Marta Thut ist nebengewerblich gestartet und plant, im Frühling das Hauptgewerbe anzumelden.

Dass ihre Selbstständigkeit sich auch gut in den Familienalltag einfügt, freut sie. Meine Familie, besonders mein Mann, unterstützt mich sehr. So ist zum Beispiel abends meistens Papa-Zeit, in der ich nochmal in Ruhe ein paar Stunden arbeiten kann. Für die Aufgaben im Haushalt gibt es eine grobe Verteilung, die wir bei Bedarf optimieren. Auch die Kinder haben feste Pflichten.

Durch die Summer School sei ihr bewusst geworden, dass eine gute Vernetzung unglaublich viel erleichtert: Ich habe festgestellt, dass mein bisheriges Netzwerk eigentlich schon ganz gut war, ich habe es bloß nie genutzt. Seitdem ich dies aktiv tue, vergrößert es sich wie von allein und macht richtig Spaß.

Zitat Kathrin Winkler

 

Kathrin Winkler, die vor der Familienphase als Personalentwicklerin in einem Konzern tätig war, ist begeistert: Das Coaching in der Summer School hat mir das Durchhaltevermögen gegeben, meine Ideen in die Tat umzusetzen. Beworben hatte sich die 30-Jährige Mutter einer Tochter mit der Idee, einen Laden und einen Online-Shop für nachhaltige Handarbeitswaren zu gründen. Im Prozess stellte sich jedoch heraus, dass dieses Konzept an einigen Stellen hakte. Durch das Gründungsseminar habe ich gelernt, dass Konzepte wirklich tragfähig sein müssen, um erfolgreich zu sein, betont sie. Daraufhin habe ich die Entscheidung getroffen, mich noch einmal neu zu orientieren.

Mittlerweile hat sie als Mitglied eines Gründungsteams einen Businessplan für ein anderes Geschäftsmodell entwickelt. Das Team besteht aus drei Frauen und einem Mann. Sie werden im Herbst einen Bioladen in Hamburg-Wilhemsburg eröffnen. Zwei Wochen Summer School mit voller Konzentration auf gründungsrelevantes Wissen – davon profitiere ich bis heute und das hilft mir auch in meinem aktuellen Projektvorhaben, sagt Kathrin Winkler.

Bei ihrer Existenzgründung kann sie auf die Unterstützung ihres Partners bauen: Mein Mann hat seine Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche reduziert und vier Monate Elternzeit genommen, damit ich Zeit für den Unternehmensaufbau habe. Auch den Haushalt schmeißen wir gemeinsam. Aushandeln müssen wir also meistens nur Details à la 'Wer macht diese Woche was' - und das klappt meistens sehr gut!

Zitat Angela Wosylus

Angela Wosylus hatte ursprünglich geplant, nach einer kurzen Elternzeit wieder als feste-freie TV-Journalistin bei ihrem vorherigen öffentlich-rechtlichen Sender weiterzuarbeiten. Da sie familienbedingt jedoch hunderte Kilometer von ihrem Sender wegziehen musste und die Betreuungsmöglichkeiten für die zwei Kinder in der Region unzureichend waren, dauerte die Familienphase elf Jahre an.

Vor zwei Jahren machte die heute 50-Jährige die Erfahrung, dass trotz aktueller Weiterbildung die Dauer des Ausstiegs, ihr Alter und die Tatsache, Mutter von zwei Schulkindern zu sein, in der Branche ein echtes Handicap für den beruflichen Wiedereinstieg ist. Mit Hilfe einer Förderung der örtlichen Arbeitsagentur konnte sie eine achtmonatige Online-Weiterqualifizierung zur Social-Media PR-Managerin und Videogestalterin besuchen und erfolgreich abschließen. Daraus entwickelte sie ihre Geschäftsidee, eine Social-Media PR-Agentur, die neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auch Social-Media-Beratung, Webvideos, Erklärfilme und Schulungen anbietet, und bewarb sich damit erfolgreich bei der Summer School.

Während des Seminars herrschte eine tolle Lernatmosphäre. Ich habe die Referentinnen und Referenten als sehr positiv und unterstützend empfunden. Das war ein Arbeiten auf Augenhöhe, sagt Angela Wosylus. Ich habe in der Summer School erlebt, nicht allein zu sein. Das hat mir viel Kraft und Mut gegeben. Ich weiß nicht, ob ich mich sonst getraut hätte zu gründen. Der Wunsch, nicht allein zu arbeiten, war ursprünglich auch der Grund für meine Suche nach einer Festanstellung. Mir ist fachlicher Austausch wichtig. Den habe ich nun durch die dort geknüpften Kontakte gefunden.

Im Oktober 2015 gründete Angela Wosylus ihre pop-up SocialMedia PR-Agentur und generierte bereits ihre ersten Kundinnen und Kunden sowie Projekte. Meinen Kindern gegenüber habe ich ein gutes Gefühl. Ich lebe ihnen vor, dass man sich im Laufe des Lebens immer wieder neu erfinden kann. Für sie ist es mittlerweile selbstverständlich, dass ich Unternehmerin bin und vielleicht steigen sie mal mit ihren Ideen als YouTuber Generation in die Firma mit ein. Die Kinder sind richtig stolz: Das macht ja nicht jede Mama! freut sie sich.

Sie möchten mehr über das Seminarkonzept erfahren?

Den Beitrag Summer School 2015 – ein Format mit nachhaltigem Erfolg finden Sie hier, zum Beitrag Summer School 2015 – Sprungbrett in die Selbstständigkeit, Teilnehmerinnen berichten – Teil 1 gelangen Sie über diesen Link.

Sie möchten wissen, wie sich die Gründungsgeschichten weiter entwickelt haben? Demnächst erscheint die Galerie Gründungsgeschichten.

Das Seminarangebot der bpw-akademie in Kooperation mit der Hochschule Neu-Ulm wurde im Rahmen des Aktionsprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Links:

bpw-akademie - Summer School 2015
Website 

Unternehmerinnen Portraits - Teilnehmerinnen der Summer School 2015
Portraits auf der Website der bpw akademie

Dott.ssa Elisa Pugliese, Trilinguale Marktforscherin & Marketingberaterin mit internationalem Hintergrund
Website

Marta Thut, Passform-Beratung
Website

Kathrin Winkler, Mamelie – nachhaltige Handarbeitswaren
Website

Angela Wosylus, pop-up-SocialMedia PR-Agentur
Website

perspektive-wiedereinstieg.de:

Summer School 2015 – ein Format mit nachhaltigem Erfolg

Summer School 2015 – Sprungbrett in die Selbstständigkeit, Teilnehmerinnen berichten – Teil 1

Video: Summer School 2015

Summer School 2015 gestartet: Existenzgründung nach Familienphase

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